Bieter bei früheren Aufträgen unzuverlässig: Ausschluss möglich!

HALLE, 31.10.2016 - Zum Ausschluss eines Bieters wegen Unzuverlässigkeit bedarf es einer dokumentierten negativen Prognose. Es ist ausschlaggebend, ob bei einer Gesamtabwägung die positiven oder negativen Erfahrungen mit dem Bieter objektiv größeres Gewicht haben, so die VK Sachsen-Anhalt.

Die Vergabekammer Sachsen-Anhalt hat am 28.07.2016 (3 VK LSA 20/16) folgendes beschlossen: 

1. Bei der Beurteilung der Zuverlässigkeit ist ausschlaggebend, ob bei einer Gesamtabwägung die positiven oder die negativen Erfahrungen mit der Antragstellerin objektiv größeres Gewicht haben. Zum Ausschluss der Antragstellerin
wegen Unzuverlässigkeit bedarf es einer dokumentierten negativen Prognose. Die Antragsgegnerin hat den Angebotsausschluss wegen mangelnder Zuverlässigkeit und fehlender Leistungsfähigkeit bei früheren Aufträgen der Antragstellerin
ausführlich dokumentiert. Sie hat in ihrem Formblatt zur Eignungsprüfung und im Informationsschreiben nach § 19 Abs. 1 LVG-SA begründet, weshalb die Antragstellerin für die Ausführung der Leistungen für die Ausschreibung 2016
ungeeignet ist.

2. Für die Feststellung mangelnder Zuverlässigkeit liegen nachvollziehbare sachliche Gründe vor, dass aufgrund der nachweislichen schweren Verfehlung in der Vergangenheit auch für den zu vergebenden Auftrag schwere Zweifel an der
Zuverlässigkeit des Bewerbers bestehen.

Hier geht es zum Beschluss der Vergabekammer Sachsen-Anhalt vom 28.07.2016 - 3 VK LSA 20/16

(Quelle: www.ibr-online.de) | bi medien