Caterpillar setzt 2016 in den Sand

PEORIA (USA), 27.01.2017 – Weiter kein Land in Sicht für Caterpillar: Der Baumaschinenhersteller musste im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatzeinbruch von 18 Prozent auf 38,5 Milliarden US-Dollar hinnehmen und hat damit auch das nach dem dritten Quartal nach unten korrigierte Umsatzziel verfehlt.

von Hendrik Stellmach

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Caterpillar kommt nicht zurück in die Spur. Das Jahr 2016 endet mit schwachen Zahlen für die Amerikaner, und auch 2017 macht keine Hoffnung. | Foto: Zeppelin Rental
Jim Umpleby, CEO Caterpilllar
Übernimmt am 1. April 2017 das Amt des
CEO von Caterpillar: Jim Umpleby, bisher
Group President des Geschäftsbereichs
Energie und Transport. | Foto: Caterpillar
Was für ein Einstieg für Jim Umpleby! Schon vor dem Beginn seiner Amtszeit muss Caterpillars neuer CEO sich mit katastrophalen Geschäftszahlen auseinandersetzen. 18 Prozent Umsatzminus sind ein Pfund für den Branchenprimus und lassen Sorgen aufkommen, ob die von Caterpillar ergriffenen Maßnahmen ausreichen, um das Geschäft zu stabilisieren. Auch im vierten Quartal ist nämlich an den Zahlen noch kein Aufwärtstrend ablesbar. Caterpillar begründet die schwachen Zahlen zum Jahresende mit Sonderbelastungen und höher als erwartet ausgefallenen Restrukturierungskosten.

„Unser Ergebnis spiegelt weiterhin den Druck wider, den die schwache Wirtschaft in vielen Teilen der Welt auf unsere Absatzmärkte ausübt. Unsere Beschäftigten haben im vierten Quartal, genauso wie im ganzen Jahr, einen tollen Job gemacht, unsere Kostenstruktur an den derzeitigen Bedarf angepasst und gleichzeitig Kapazitäten für die Zukunft vorgehalten. Ich bin zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind: die Kosten kontrollieren, unsere starke Ertragskraft fortführen und in Schlüsselbereiche für die Zukunft investieren“, sagte Umpleby.

Immerhin: Caterpillar glaubt, erste Anzeichen einer Erholung zu erkennen, zum Beispiel in leicht verbesserten Verkäufen auf dem chinesischen Markt und Chancen für ein kleines Wachstum in Europa in diesem Jahr. Ein stabilisierter Auftragseingang im Bergbau-Sektor im vierten Quartal wird als Zeichen dafür gewertet, dass hier die Talsohle erreicht sein könnte. Selbst die theoretische Chance auf eine Verbesserung der Verkaufserlöse in Brasilien, wo der Markt 80 Prozent seines ursprünglichen Volumens verloren hat, muss schon als positives Zeichen herhalten.

Am meisten Sorge bereiten den Amerikanern zurzeit Nordamerika, Europa, Afrika und der Mittlere Osten. Die Flut von Gebrauchtmaschinen auf dem Markt bremst demnach die Verkäufe in Nordamerika und wird dies wohl auch 2017 tun. In Afrika und dem Mittleren Osten erwartet Caterpillar auch 2017 fallende Umsätze, bedingt durch die allgemein schwache Wirtschaft und den Druck, den die niedrigen Ölpreise auf die Handelsbilanzen vieler Länder ausüben. In Europa belastet die anhaltende Unsicherheit in Verbindung mit dem Brexit das Geschäft.

Der Ausblick für 2017 fällt dementsprechend mau aus: Wegen des starken US-Dollars hat Caterpillar seine Erwartungen für das laufende Jahr nochmals nach unten korrigiert, auf 36 bis 39 Milliarden US-Dollar. „Wir handeln weiterhin in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und konzentrieren uns auf die Verbesserung der Umsatzrendite, der Profitabilität und der Aktionärsrendite. Obwohl wir positive Zeichen in einigen unserer Schlüsselmärkte sehen, bleibt die gesamtwirtschaftliche Lage schwierig“, sagte Umpleby.