Unter der Grenze:

Seerhein-Unterquerung in 45 Metern Tiefe

BERKHEIM, 21.05.2015 – Bei den Bohrarbeiten zur Seerhein-Unterquerung in Konstanz in 45 Metern Tiefe war grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefragt: Die Startgrube lag auf deutscher Seite, die Zielgrube auf Schweizer Boden.

Startseite am Seerhein: Stromeyersdorfstraße in Konstanz
Startseite der Bohrung am Seerhein: Stromeyersdorfstraße in Konstanz

Das Bohrloch mit einem Durchmesser von 650 mm befand sich in einer Gesamttiefe von 45 Metern, 20 Meter unter der Rheinsohle. In Zusammenarbeit der deutschen Firma Max Wild und der Schweizer Firma Schenk wurde ein Leerrohrpaket mit 3 x DA180 PE-HD SDR11 und 3 x DA90 PE-HD, vorgesehen für Daten- und Energiekabel, eingezogen. Laut Bodengrunduntersuchung wäre mit Mergelboden zu rechnen gewesen. Die Spezialisten der Horizontalspülbohrtechnik mussten feststellen, dass der Boden sehr weich und tonhaltig ist. Um die Bohrlochstabilität zu gewährleisten, wurde eine komplexere Polymerspülung verwendet, die die negativen Einflüsse des Tons eliminiert. Die Pilotbohrung klappte tadellos und konnte schneller beendet werden als erwartet.

Kein Problem bei Grenzübertritt

Vor Ort waren die Max Wild 80-t-HDD-Anlage, die Max Wild Recycling-Anlage mit Desander und Desilter, eine Zentrifuge auf deutscher und eine auf Schweizer Seite sowie die 50-t-HDD-Anlage der Schweizer Firma, die als Anti-Rig-Anlage verwendet wurde. Dadurch wurde das eingebrachte Werkzeug jeweils wieder zurückgezogen und ein Grenzübertritt des Equipments war zu keiner Zeit nötig. Auch konnte durch das durchgehende Gestänge der Rückfluss der Bohrspülung so gesteuert werden, dass der erzeugte Bohrschlamm im jeweiligen Erzeugerland aufbereitet und am Ende der Baustelle entsprechend entsorgt wurde. Durch diese außergewöhnliche Lösung konnten die komplexen Schweizer Zollformalitäten einfacher bewältigt werden. Dieses Projekt mit internationalem Charakter hat in der EU durch die offenen Grenzen fast Seltenheitswert.

Die 80-t-Anlage von Max Wild im Einsatz
Die 80-t-Anlage von Max Wild im Einsatz

Vor Ort waren die Max Wild 80-t-HDD-Anlage, die Max Wild Recycling-Anlage mit Desander und Desilter, eine Zentrifuge auf deutscher und eine auf Schweizer Seite sowie die 50-t-HDD-Anlage der Schweizer Firma, die als Anti-Rig-Anlage verwendet wurde. Dadurch wurde das eingebrachte Werkzeug jeweils wieder zurückgezogen und ein Grenzübertritt des Equipments war zu keiner Zeit nötig. Auch konnte durch das durchgehende Gestänge der Rückfluss der Bohrspülung so gesteuert werden, dass der erzeugte Bohrschlamm im jeweiligen Erzeugerland aufbereitet und am Ende der Baustelle entsprechend entsorgt wurde. Durch diese außergewöhnliche Lösung konnten die komplexen Schweizer Zollformalitäten einfacher bewältigt werden. Dieses Projekt mit internationalem Charakter hat in der EU durch die offenen Grenzen fast Seltenheitswert.

Über 600 m Rohreinzug und Reinigung der Bohrflüssigkeit

Der Rohreinzug mit über 600 Meter Länge wurde mit nur 5 Tonnen Zugkraft realisiert und übertraf damit alle Erwartungen. Die zweitgrößte HDD-Anlage der Max Wild GmbH wurde wegen der Länge der Bohrung benötigt. Die Zentrifugen übernahmen fast zu 100 % die Reinigung der Bohrflüssigkeit, da die Tonpartikel für die Siebe des normalen Recyclers einfach zu fein waren und so nicht abgetrennt werden konnten. Die Zentrifuge dagegen konnte das feinkörnige Material von der Bohrspülung trennen. Zur Spülungsüberwachung wurden periodische Feldtests durchgeführt, bei denen unter anderem die Spülungsdichte, die Viskosität, der Feststoffgehalt, der pH-Wert und die Wasserhärte geprüft wurden.
Mitte Dezember 2014 waren nach 4 Wochen die Bohrarbeiten abgeschlossen. Ende Januar 2015 konnten auch die Restarbeiten der Baustelle beendet werden.
bi

Zielseite der Bohrung: Ziegelhof, Tägerwillen (Schweiz), Anti-Rig-Anlage
Zielseite der Bohrung: Ziegelhof, Tägerwillen (Schweiz), Anti-Rig-Anlage | Fotos: Max Wild