Stuttgart 21: Bohrstart für den Fildertunnel

SCHWANAU, 16.07.2014 – Die 2.000 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine der Herrenknecht AG hat ihre Arbeit aufgenommen. Zwei eingleisige Tunnelröhren wird sie durch die Hochebene Filder graben. Der Fildertunnel wird den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof mit dem Stuttgarter Flughafen verbinden.

Die fertig aufgebaute Tunnelbohrmaschine „Suse“ eine Woche vor dem Start auf der Baustelle
Die fertig aufgebaute Tunnelbohrmaschine „Suse“ eine Woche vor dem Start auf der Baustelle
Eine neue Phase beim Bau des Stuttgarter Tiefbahnhofs hat begonnen. Politik und Wirtschaft feierten kürzlich gemeinsam den Baubeginn des Fildertunnels. „Der Bau des Fildertunnels ist eine technische Meisterleistung, die deutsche Ingenieurskunst weltweit sichtbar macht,“ sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube bei der Veranstaltung. Jede Tunnelröhre ist 9.468 Meter lang. Die Bohrung ist Teil des großen Infrastrukturprojektes Stuttgart 21. Der Einsatz der Tunnelbohrmaschine ermöglicht den An- und Abtransport des Materials über die Autobahn abseits der Innenstadt. Dadurch werden Stuttgart und seine Bürger entlastet.
Taufe der Fildertunnel-TBM
Martin Herrenknecht, Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, mit Tunnelpatin Tülay Schmid bei der Taufe der Fildertunnel-TBM am 10. Juli.
Flexible Tunnelbohrtechnik
Der Unternehmensvorsitzende Martin Herrenknecht ist stolz auf die 120 Meter lange Tunnelbohrmaschine mit einem Schilddurchmesser von 10,82 Metern: „Jetzt können wir alle gemeinsam zeigen, wie mit High-Tech-Tunnelbohrtechnik aus Baden-Württemberg präzise und sicher leistungsstarke Top-Infrastrukturen in Baden-Württemberg entstehen, absolut umweltschonend.“
Die Tunnelbohrmaschine ist eine Multi-Mode-Maschine, d.h. sie ist umbaubar. Im oberen Abschnitt des Fildertunnels arbeitet sie im geschlossenen Modus mit Schneckenförderung, im unteren Fildertunnel im offenen Modus mit Förderbandaustrag. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Gesteinsschichten: Die Maschine muss Stubensandstein und Knollenmergel sowie unausgelaugten Gipskeuper durchdringen. Die TBM überwindet eine Höhendifferenz von 155 Metern bzw. eine Steigung von bis zu 2,5 Prozent. Nur in der Mitte des Tunnels, in der geologischen Übergangszone, kommt die Maschine nicht zum Einsatz. Dort werden Mineure das Material mit Bagger und Lockerungssprengungen aus dem Berg lösen.
Die heilige Barbara an der TBM vom Fildertunnel
Die heilige Barbara, Schutzpatronin der Mineure, darf nicht fehlen. | Fotos: Herrenknecht