Technikschmankerl:  Unsere Favoriten beim bauma-Innovationspreis

KIEL, 08.02.2016 – Unter den Nominierten für den bauma-Innovationspreis 2016 sind einige spannende Neuentwicklungen. Wir haben vorab schon unsere Favoriten gekürt und sind gespannt, ob die bauma-Jury unserem Urteil folgen wird.

von Hendrik Stellmach

Ammann Autonome Vibrationsplatte
Die Fernsteuerung war der erste Schritt, jetzt fährt die erste Vibrationsplatte selbst. GPS-Technik und ein elektronischer Kompass geben ihr Orientierung. | Foto: Ammann

Die ferngesteuerten Verdichterplatten waren schon eine tolle Sache, weil sie dem Bediener viel Arbeit abnahmen und Baustellen sicherer machten. Das Thema Hand-Arm-Vibrationen spielte plötzlich keine Rolle mehr. Ammann legt jetzt mit seiner ersten autonom fahrenden Rüttelplatte noch einen drauf: Auf Basis der ferngelenkten Vibrationsplatte APH 1000 TC haben die Hennefer einen Prototypen entwickelt, der – einmal vom Bediener per Fernbedienung „angelernt“ – selbstständig die abgesteckte Fläche verdichtet. GPS-Technik, ein elektronischer Kompass und eine automatische Kollisions- bzw. Lageerkennung zeigen ihm dabei, wann er die Aufgabe erledigt hat.

Kramer Radlader 5055e
Die Akkuladung des Kramer 5055e soll für einen Arbeitseinsatz von bis zu sechs Stunden ausreichen. Der höhere Anschaffungspreis soll sich durch niedrigere variable Kosten schnell amortisieren. | Foto: Kramer

Kategorie Maschinen

Elektroantriebe können im Baumaschinenbereich schon auf eine gewisse Historie zurückblicken, meist als Nachrüstungen oder als Zusatzoption zum Verbrennungsmotor. Bei vollelektrischen Antrieben „ab Werk“ wird die Luft jedoch schon deutlich dünner, und in der Größenklasse, in der sich der Kramer-Radlader 5055e bewegt, ist er ein absolutes Novum. Aber die Maschine hat ihren Markt: In Tunneln oder Innenbereichen von Gebäuden ist sie in ihrem Element, in vielen GaLaBau-Anwendungen dürfte sie wegen ihres niedrigen Geräuschpegels Fans finden, und die Leistungsfähigkeit und das dynamische Fahrgefühl elektrischer Antriebe haben sich im Bausektor auch schon herumgesprochen.

Volvo Hybridbagger
Seit Anfang 2013 entwickelt die RWTH Aachen mit Unterstützung von Volvo CE ein neues Hydrauliksystem für Mobilbagger. Mit Hilfe hydraulischer Speicher können Druckverluste vermindert und die Motordrehzahl auf 1.200 U/min abgesenkt werden. | Foto: RWTH Aachen

Kategorie Forschung

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Volvo CE auf den Hybrid-Zug aufspringen würde. Lange hat man sich in Schweden Zeit gelassen mit dem Thema und bis zuletzt den Schwerpunkt darauf gelegt zu betonen, dass die Volvo-Maschinen ohnehin schon sehr sparsam seien. Andere Hersteller sind in den letzten Jahren mit alternativen Antriebslösungen vorgeprescht. Wie Caterpillars 36-Tonnen-Kettenbagger ist auch Volvos Mobilbagger jedoch kein echter Hybridbagger. Er verfügt lediglich über ein mittels Energiespeicherung optimiertes Hydrauliksystem. Was nicht heißt, das die Technik nicht wunderbar funktionieren würde; Caterpillar verkauft seine Maschine schließlich seit einigen Jahren mit großem Erfolg. Wie die Amerikaner nutzt auch Volvo CE den Riesenvorteil des „hydraulischen Hybrids“: seinen hohen Anteil herkömmlicher Komponenten. Er senkt nicht nur die Produktionskosten, sondern macht auch die Extraschulung für den Mechaniker überflüssig, und der Blasenspeicher selbst ist wartungsfrei.

Mecalac MWR C

Mecalac hält herkömmliche Mobilbagger für verbesserungswürdig. Für die Designstudie MWR haben die Franzosen daher Anleihen beim Teleskoplader gemacht und zum Beispiel den Schwerpunkt niedriger gesetzt. | Foto: Mecalac

Kategorie Design

Dem neuen Mecalac-Mobilbagger möchte man den Designpreis fast schon automatisch verleihen. Die Franzosen beanspruchen dieses Feld der Maschinenentwicklung schon seit Jahren sehr erfolgreich für sich. Das Motto „Hauptsache anders“ scheint ihr zugrunde zu liegen. Aufmerksamkeit ist diesen Maschinen also auf jeden Fall sicher. Der wirtschaftliche Erfolg der Mecalac-Kreationen steht auf einem anderen Blatt. Einige der Maschinen sind zumindest auf deutschen Baustellen ein recht seltener Anblick geblieben.