Wegebau: Auf Plattenlagern leicht verlegen

BIRKENBACH, 03.04.2015 - Plattenlager machen die Werksteinplattenverlegung für Landschaftsgärtner leicht und effektiv. Was früher noch aus Mörtel war, ist heute aus Kunststoff. Das Resultat: Mehr Einstellmöglichkeiten und bessere Fixierung der Platten

Kunststoff-Plattenlager im Einsatz
Plattenlager machen die Werksteinplattenverlegung für Landschaftsgärtner leicht und effektiv. | Fotos: Terra Level, Linz
Höhenverstellbare Plattenlager von Terra Level
Mit Ausgleichsplättchen lässt sich die
Belagshöhe Millimeter genau justieren.

Sandro Thronicke ist Sachverständiger für das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk. Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er auch immer wieder mit Garten- und Landschaftsbaubetrieben und ihren Baustellen zu tun. "Im Idealfall werde ich noch vor Beginn einer Baumaßnahme in Sachen Plattenverlegung um Rat gefragt. Die Kontaktaufnahme erfolgt leider allerdings oft erst, wenn das Kind schon in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen ist", sagt der Experte. Aus seiner Sicht stelle das Verlegen von Werksteinplattenbelägen im Außenraum eine Herausforderung für Landschaftsgärtner dar. "Neben Pflanz-, Holz- und Natursteinarbeiten müssen sich die GaLaBauer auch in diesem Metier auskennen. Und das ist bei einer immer weiter fortschreitenden technischen Entwicklung nicht gerade einfach“, so der Experte.

Plattenbeläge aus Werkstein werden vor allem beim Bau von Terrassen, Wegen und Sitzplätzen eingesetzt, eignen sich aber auch bestens für die Oberflächengestaltung von Balkonen und Dachterrassen. Sowohl bei Neubauvorhaben, als auch in den Arbeitsbereichen Rekonstruktion und Renovierung kommen Garten- und Landschaftsbauer immer wieder in Berührung mit dem Thema. Dabei gilt es, die berechtigten Kundenwünsche nach einer attraktiven und pflegeleichten Oberfläche mit dem technisch Machbaren in Einklang zu bringen. Gerade bei der Umgestaltung bestehender Gartenanlagen werden oft Terrassen und Sitzflächen auf bestehenden festen Untergründen gebaut. Ein solcher Untergrund kann zum Beispiel eine in den Hang eingelassene Garage sein. Oder ein vorhandenes Betonfundament einer ehemaligen Terrasse, auf dem eine neue Aufenthaltsfläche entstehen soll. Als Bauweisen bieten sich hier klassischer Weise die Verlegung der Werksteinplatten in Splitt sowie die Verklebung der Platten an. Beide Bauarten haben Vorteile, aber auch Nachteile.

Plattenlager ermöglichen schnelle und exakte Verlegung

"Wenn Werksteinplatten auf einem festen Untergrund verlegt werden sollen, empfehle ich meinen Kunden Plattenlager. Beste Erfahrungen habe ich dabei mit Produkten von Terra Level aus Linz in Österreich gemacht“, erläutert Sandro Thronicke. Er gibt an, dass er auch schon andere Anbieter von Plattenlagern getestet hat. Die Idee der hohl verlegten Platten ist älter als die Bauweise der heute eingesetzten Kunststoff-Plattenlager. Anfangs verwendeten Baufachleute Mörtelpunkte. Genau wie heute lagen auf einem Mörtelpunkt die Ecken von vier verschiedenen Platten auf. Die Verlegung war allerdings umständlicher, da die Höhenregulierung mit dem Gummihammer erfolgte und der Mörtelpunkt kein Fugenkreuz zur Fixierung der Platten enthielt.
Plattenlager erfüllen somit die gleichen Funktionen wie Mörtelpunkte, lassen sich jedoch leichter verwenden und haben bessere Eigenschaften. Im Fall von Terra Level bestehen die Plattenlager aus einem Materialmix, der nicht so weich wie Gummi, aber auch nicht so spröde wie Hartplastik ist. Gegenüber der Verlegung in Splitt haben die Plattenlager den Vorteil der ständigen Unterlüftung der Werksteine. Die Platten liegen also immer trocken, weil der Regenwasserablauf durch die offene Fuge und den Hohlraum unter den Werksteinen gewährleistet ist. Eventuell auftretender Schmutz wird mit dem Regenwasser unter den Platten weggespült. Frostschäden gehören der Vergangenheit an. Außerdem ist bei der Verwendung auf Dachterrassen oder weit auskragenden Balkonen die Dachlast geringer als bei einer Splittverlegung. Das ist auch wichtig, wenn die Werksteinfläche auf einem Garagendach entstehen soll. Aber auch gegenüber einer Verklebung der Platten gibt es viele Vorteile. So müssen bei der Verwendung von Plattenlagern keine Trocknungszeiten beachtet werden, belegte Flächen sind nach Arbeitsende sofort begehbar. Zudem ist eine Temperatur unabhängige Ausführung möglich.

Höhenregulierung in Millimeterschritten

Eine nicht nur praktische, sondern auch patentierte Eigenschaft, mache den Einsatz von Terra Level-Plattenlagern aus Sicht von Sandro Thronicke besonders attraktiv, wie Erfahrungen aus der Praxis zeigten. "In den meisten Fällen ist der feste Unterboden für die zukünftigen Plattenbeläge sehr uneben, weist unterschiedliches Gefälle oder sogar Höhenversätze auf. Um schlussendlich eine ebene, stolperfreie und damit optisch ansprechende Oberfläche zu erzielen, benötigen ausführende Betriebe Plattenlager, die sich stufenlos anpassen lassen. Die Produkte des Linzer Herstellers ermöglichen genau dieses feinjustierte Arbeiten." Denn die Plattenlager sind stapelbar und können deshalb bei Aufbauhöhen von ein bis über 20 Zentimeter einsetzt werden. Zudem bietet das System die Möglichkeit, jede Plattenecke millimetergenau zu justieren. Zum Einsatz kommen dabei die je einen Millimeter dicken Ausgleichsplättchen, die einen viertel Kreisumfang haben und ebenfalls stapelbar sind. Mit ihnen lassen sich Unebenheiten des Untergrundes, leichtes Gefälle, aber auch abweichende Plattenstärken hervorragend ausgleichen. Auch das unangenehme Wackeln des Plattenbelages kann mit den Ausgleichsplättchen vermieden werden. Wer Plattenlager von Terra Level einsetzen möchte, kann auf der Hersteller-Website die Anzahl der benötigten Plattenleger ausrechnen lassen, ergänzt Thronicke. bi

Dieser Artikel wurde zuerst in der bi-GaLaBau 3/2015 veröffentlicht.

Terasse mit Plattenlagern unter den Werksteinplatten
Fabelhafte Aussichten von der fertigen Terasse.