Zuse-Tage: Industrieforscher im Dialog mit innovativen Mittelständlern

BERLIN, 17.06.2016 – Kleine und mittlere Unternehmen auch aus der Baubranche haben jetzt Zugriff auf gebündeltes Know-how und Entwicklungskapazitäten: 65 Mitgliedsinstitute der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse suchten Anfang Juni bei den Zuse-Tagen in Berlin den Dialog mit dem innovationsorientierten Mittelstand.

Dirk Döbler auf den Zuse-Tagen 2016
Dipl.-Ing. Dirk Döbler von der GFaI: Die Software zur Ermittlung der Eigenschwingungsform eines Gebäudes hat sich bereits vielfach bewährt, so auch beim Thyssen-Krupp-Hochhaus in Bochum.
Alexander Siebel auf den Zuse-Tagen 2016

Witziges Modell des TFI, vorgestellt von Dr. Ing. Alexander
Siebel: Ein Fahrradfahrer erzeugt Geräusche, deren Lautstärke
am Computer messbar sind. In der Praxis werden so die
Geräuschpegel in Gebäuden gemessen und mittels der neuen
Bodenbeläge minimiert. | Fotos: Doro Mante

Zu ihnen gehörte das Institut Ziegelforschung Essen (IZF). „Unser Institut wurde bereits 1952 gegründet“, so Institutsleiter Dr.-Ing. Ullrich Knüpfer. „Ob Ton oder Lehm, ob es um den Hintermauerziegel geht, der für die Wärmedämmung sorgt, oder um den Dachziegel, bei dem die Wasserdurchlässigkeit Priorität hat – alle vom Ziegel erwarteten Eigenschaften stehen auf unserem Forschungsprogramm.“
Gleich zwei Zuse-Mitgliedsinstitute widmen sich beispielsweise der Bauakustik – allerdings auf sehr verschiedenen Ebenen. Die Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik (GFaI) aus Berlin bietet mit der Software „Waveimage“ eine Komplettlösung für Messung, Analyse und Monitoring von Schall und Schwingungen an. Mit dieser Spezialtechnik – vergleichbar mit einer Wärmebildkamera – kann man Leckagen am Bau feststellen und beseitigen.
Das TFI – Institut für Bodensysteme an der RWTH Aachen hingegen hat Bodenbeläge aus Stahl und Basalt entwickelt, die weich, geschmeidig und schalldämmend sind. Ebenfalls bei Zuse aktiv ist das Institut für Angewandte Bauforschung, Weimar. Die Thüringer entwickeln mit rund einhundert Mitarbeitern Komplettlösungen für die Bau-, Baustoff- und Baumaschinenbranche.

Flexibler als Universitäten

Das Zuse-Bündnis vereint bislang bundesweit ca. 75 anwendungsorientierte gemeinnützige Forschungsinstitute aus nahezu allen Werkstoff- und Technologiebereichen mit Ausstrahlung weit über die jeweilige Region hinaus. Selbst mittelständisch organisiert, verstehen diese Einrichtungen Situation und Anliegen ihrer Industriepartner besonders gut und können in der Regel schneller, flexibler und kostenbewusster als universitäre oder Großforschungseinrichtungen reagieren.
„Unsere hoch spezialisierten Institute sind in ihren Themenfeldern erfahren und bestens vernetzt; andererseits können sie über die Gemeinschaft ihren Unternehmenspartnern branchenübergreifendes Forschungspotential zur Entwicklung neuer Produkte und Technologien zur Verfügung stellen“, sagt Zuse-Präsident Dr. Ralf Bauer. Die unter Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erstmals durchgeführten Zuse-Tage mit zahlreichen Fachvorträgen und Dialogmöglichkeiten sollen deshalb als einmalige Kooperationsplattform in Europa eine dauerhafte Basis erhalten. bi

Kontakt: Deutsche Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse e.V., Tel.: 030-44062747, info@zuse-gemeinschaft.de, www.zuse-gemeinschaft.de