Komatsu: Erste Hybridbagger in Deutschland

HERNE, 11.06.2011 - Während andere Hersteller sich noch zieren, macht Komatsu jetzt Nägel mit Köpfen: Die Japaner haben ihren deutschen Händlern Mitte Mai die ersten zwei Hybridbagger übergeben.

Der Komatsu HB215-LC ist der erste Hybridbagger Deutschlands
Äußerlich scheinbar ein ganz normaler Komatsu Hydraulikbagger, aber unter der Motorabdeckung verbirgt sich die Revolution: Ein Elektromotor unterstützt das Schwenken des Oberwagens; der HB215-LC ist also ein echter Hybrid. | Foto: GP
Einer der beiden Händler, dem diese besondere Ehre zuteil wurde, war die GP Baumaschinen GmbH mit Sitz in Halle, die die Einweihung ihrer neuen Niederlassung in Magdeburg mit der Hybridmaschine krönen konnte. Komatsu hat mit dem Import der Maschinen aus Japan vollzogen, was andere Hersteller sich bislang nicht einmal anzukündigen trauten, und damit sicher Wettbewerber wie Kunden gleichermaßen verblüfft. Ihren Informationsvorsprung wollen sich die Japaner denn auch nicht so schnell nehmen lassen. Wo die beiden Geräte genau eingesetzt werden sollen, wollte Komatsu noch nicht verraten. Klar ist aber, dass die Maschinen mit der Typenbezeichnung HB215-LC deutliche Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch und dadurch auch bei den CO2-Emissionen ermöglichen.


Komatsu hat ausgerechnet, dass sich der Ausstoß eines PC 210-Hydraulikbaggers von 78.600 kg auf 52.400 kg pro Jahr, das heißt um ein Drittel senken lässt – eine Menge, die immerhin der von zwölf VW Golf entspricht. Die Geräte haben ein Einsatzgewicht von 21,2 Tonnen und werden von einem 104 kW starken Vierzylinder-Dieselmotor angetrieben. Der Diesel fällt also dank des unterstützenden Elektromotors kleiner aus als in einer ausschließlich mit Verbrennungsmotor betriebenen Maschine. Ausgerüstet sind die Bagger ab Werk mit Löffeln zwischen 0,8 und 1,1 Kubikmetern Volumen.

Gedanken hat sich Komatsu vorab natürlich über die Vermarktbarkeit der Maschinen gemacht. Angesichts eines um 25 bis 30 Prozent höheren Verkaufspreises werden die Kunden zuerst nach der Amortisation fragen. Beim Händler Schlüter in Erwitte hat man vorab Berechnungen angestellt, nach denen die Maschine sich nach etwa 5.500 Betriebsstunden amortisiert; vorausgesetzt, die Dieselpreise bleiben auf dem derzeitigen Niveau. Hubert Brüning, Vertriebsverantwortlicher für Deutschland, Österreich und die Schweiz im German Office bei Komatsu Europe, ist jedenfalls überzeugt, dass Komatsu „mit dieser Maschine sehr viele Anforderungen des Marktes treffen können“ wird. In Japan, sagt er, seien seit der Markteinführung im Dezember 2010 von den neuen Modellen HB205 und HB215-LC schon rund 220 Einheiten verkauft worden. So hätten die Maschinen aus dem Stand 20 Prozent Marktanteil erreicht. Zuvor habe Komatsu von der ersten Generation Hybridbagger vom Typ PC200-8 seit Juni 2008 bereits über 900 Stück überwiegend nach Japan und China ausgeliefert. Im Herbst will Komatsu in Deutschland für die neuen Modelle eine große Verkaufsoffensive starten, weil dann auch die Maschinen in ausreichender Zahl verfügbar sein werden. Mittelfristig plant Komatsu die Einführung weiterer Hybridmodelle wie zum Beispiel 30-Tonnen-Hydraulikbagger und Radlader.