Ziemlich schräg: Schneeweißer Solitär im Burgenland

MARKTL (A), 01.08.2016 – Wo Flachdächer nicht erlaubt sind, lässt sich dennoch moderne Architektur verwirklichen. In Bad Tatzmannsdorf im Südburgenland entwarf der einheimische Architekt ein futuristisches Einfamilienhaus, dessen schräge Dach- und Fassadenflächen komplett mit riesigen weißen Aluminiumplatten überzogen sind.

Prenner-Haus in Bad Tatzmannsdorf
Haus-Skulptur: Das moderne Gebäude wirkt durch seine weiße Außenhaut wie eine Bildhauerarbeit aus einem Guss.
Gesundheit, Wellness und Sport sind die drei Säulen, auf denen das touristische Angebot von Bad Tatzmannsdorf ruht. Im größten Kurort der Region hat der gebürtige Burgenländer Gerald Prenner im letzten Jahr ein ganz besonderes Projekt fertiggestellt: Ein schlichtes, modernes Gebäude, das durch seine weiße Außenhaut wie eine Bildhauerarbeit aus einem Guss wirkt. Mit seiner monolithischen Form und dem schrägen Satteldach, das durch die Hanglage leicht nach vorne kippt, strahlt das Haus gleichzeitig Ruhe und Dynamik aus.
Die Lage gleich neben dem Ortsfriedhof war für den Architekten kein Problem, er bescheinigt diesem Umfeld etwas Konzentriertes und ein Gefühl des „Geerdeten“. Jedenfalls inspirierte ihn das Brachland mit der ungewöhnlichen Aussicht als Bauplatz. Und brachte ihn zu einem ungewöhnlichen Lösungsansatz für das restriktiven Baurecht und einer ganz speziellen Architekturidee. Durch die Hanglage und die rechtlichen Vorgaben – Flachdächer sind außerhalb der Kur-Zone von Bad Tatzmannsdorf nicht erlaubt – fand Prenner zu einer sehr dynamischen Form für das Gebäude: Er legte das Einfamilienhaus zweigeschossig an, um Platz zu gewinnen, und brachte das Obergeschoss in einem schrägen Satteldach unter, das leicht nach vorne kippt.

Außenfläche mit Pool
Durch die Größe der Platten kommt die monolithische Konstruktion der Gebäudeform optimal zur Geltung.

Verbundplatten im Überformat


Für spannende Effekte sorgt neben den vielen Schrägen auch die Hülle: Hier setzte Architekt Prenner rundherum 500 Quadratmeter rein weiße Aluminium-Verbundplatten von Prefa ein. Eine Herausforderung für den südburgenländischen Spenglerei- und Solarmontagebetrieb von Jürgen Grassl, der die Außenhülle montierte. Prefa lieferte eigens für dieses Projekt hergestellte Sonderformate. „Prefa kann bei der Verbundplatte auf Wunsch Sonderanfertigungen bis zu einem Format von 6 x 2 Metern liefern“, sagt Prefa-Außendienstmitarbeiter Josef Mayerhofer. „Das bietet auch ein Überformat architektonischer Gestaltungsfreiheit.“
Der Aufwand hat sich mehr als gelohnt, findet Prenner, denn durch die Größe der Platten kommt die monolithische Konstruktion der Gebäudeform optimal zur Geltung. Dazu trägt auch die Technik der Kantausbildung der Verbundplatten wesentlich bei. Verarbeiter Jürgen Grassel: „Bei Prefa ist die Kante nicht stumpf gestoßen, sondern wird an der Rückseite abgefräst und gebogen. Das ermöglicht eine ästhetische, homogene Oberfläche und wo ein Stoß ist, wird er – teilweise sogar gewollt – zum architektonischen Element.“
Entrée-Seite zum Hang
Die hochwertige Einbrennlackierung und Beschichtung mit Duragloss 5.000 sorgt dafür, dass die Fassade sauber bleibt. | Fotos: Prefa/Croce

Entspannt leben


Trotz der Dynamik der Außenarchitektur ist im Einfamilienhaus in Bad Tatzmannsdorf „easy living“ im südburgenländischen Takt angesagt: Ruhig liegt der Baukörper am Hügel, eine großzügige Glasfassade öffnet das Haus zur Terrasse und dem Pool. Eine Art Hof schafft Geborgenheit für die Bewohner. Das war Prenner bei diesem Objekt besonders wichtig: „Da soll sich die Familie wohl- und mit ihrer Art zu leben aufgehoben fühlen.“
Wegen seiner rein weißen Fassade kann sich der Hausherr entspannen. Die hochwertige Einbrennlackierung und Beschichtung mit Duragloss 5000 bleibt laut Hersteller von Wetterauswirkungen weitgehend unbeeinträchtigt und sauber. Die Aluminium-Verbundplatten halten mindestens 40 Jahre allen äußeren Einflüssen stand. bi