Hilfen für die Ausschreibung nachhaltiger Baustoffe

NECKARGEMÜND, 08.08.2016 - Die Fachleute von Natureplus haben in Kooperation mit Juristen Ausschreibungshilfen erarbeitet, die als Textbausteine bei der Ausschreibung nachhaltiger Baustoffe eingesetzt werden können.

Die Absicht, Bauprodukte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen einzusetzen, scheitert oft schon bei der Ausschreibung an inhaltlichen Unsicherheiten und juristischen Bedenken. Das soll sich nun ändern - zunächst erst einmal für

  • Oberflächenbeschichtungen
  • Holzwerkstoffe
  • Wandfarben
  • Dämmstoffe und
  • Putze.

Die Fachleute von Natureplus haben in Kooperation mit Juristen Ausschreibungshilfen erarbeitet, die z.B. in den Allgemeinen Vorbemerkungen zum Leistungsverzeichnis, entweder als Teil des Auftragsgegenstandes oder in den technischen Spezifikationen als Ganzes oder als Textbausteine genutzt werden können. Die natureplus-Geschäftsstelle bietet dazu an eine Beratung an.

Label als einfache Nachweismöglichkeit

Werden nur Produkte ausgeschrieben, die bestimmte Label tragen - wie etwa den Blauen Engel -, scheitert diese Praxis am europäischen Vergaberecht. Die Ausschreibungstexte von Natureplus überwinden diese Hürde, indem die Anforderungen wissenschaftlich exakt definiert sind. Gleichzeitig sind für jedes Einzelkriterium diejenigen Label aufgeführt, mit denen Bauprodukte die jeweilige Anforderung erfüllen.

Ein Beispiel sind der Ausschluss von krebserregenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungs­schädigenden Stoffen der Kategorien 1 und 2. Zusätzlich zu dieser Beschränkung unerwünschter Stoffe können ausschreibende Stellen ökologische
Anforderungen definieren, etwa den Anteil nachwachsender Rohstoffe oder Kriterien für eine nachhaltige Rohstoffgewinnung und Entsorgung einfügen.

Neben deutschen Zeichen wie dem Blauen Engel wurden auch europäische Zeichen wie das Natureplus-Qualitätszeichen aber auch das Österreichische Umweltzeichen, die Schweizer Umwelt-Etikette oder das finnische M1 berücksichtigt. Ebenfalls Berücksichtigung finden produkt- und anforderungsspezifische Label wie EMICODE für emissionsarme Bodenverlegewerkstoffe oder das EPEA cradle-to-cradle Zeichen für geschlossene Materialkreisläufe. Weitere Zeichen sollen integriert werden.

Die regelmäßig aktualisierten Texte sind unter natureplus.org downloadbar.

Siehe auch: Produktdatenbank und Ausschreibungstexte für nachhaltiges Bauen
| bi medien

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