An einem Strang ziehen!   

VEITSHÖCHHEIM, 26.08.2016 – Auch im Garten- und Landschaftsbau ist Teamarbeit wichtig. Nicht nur für den Kunden ist dies ein positives Zeichen, es winkt außerdem eine Produktivitätssteigerung von 10-20 Prozent. Doch worauf sollte man achten?

Von Hans Beischl, Veitshöchheim

Teamarbeit ist auch im GaLaBau wichtig
Leistungsstarke Teams erhöhen die Effektivität. Deswegen sind sie auf Baustellen so entscheidend. | Foto: Hans Beischl

Der Begriff „Team“ ist überwiegend positiv besetzt. Man versteht darunter eine Gruppe aus Frauen und Männern, die zielorientiert zusammen arbeiten, an einem Strang und in eine Richtung ziehen. Man weiß, dass in einem „eingeschworenen Team“ ein positiver Teamgeist herrscht, der die Kooperation fördert. Bis es soweit kommt, sind allerdings einige Schritte notwendig. Der Teamgeist kann schnell, aber auch etappenweise und langsam wachsen.
GaLaBau-Baustellen werden meist mit einem Team von zwei bis drei Mitarbeitern besetzt. Dem Unternehmer geht es darum, dass sich die Leute fachlich und menschlich gut ergänzen, dass sie nicht unter- und auch nicht überfordert sind. Der Baustellenerfolg ist gefährdet, wenn ein „Leistungsträger“ beispielweise wegen Unfall, Krankheit oder Kündigung ausfällt.

Umstrukturierung nötig

Bei einem versprochenen Anfangs- oder Endtermin kommt unweigerlich die Frage: „Wie können wir das Team unterstützen?“ Diese Überlegungen muss der Unternehmer treffen, wenn er die verfügbaren Kräfte zu einem optimalen Team zusammenstellt. Auf der anderen Seite werden sinnvollerweise intakte Teams oft in zwei neue Gruppen umstrukturiert. Wenn die Aufträge es erfordern, werden neue Teams gebildet. Dabei erhofft sich der Arbeitgeber, dass sich auch hier die Teammitglieder um den neuen Teamleiter gruppieren und effektiv zusammen arbeiten. Wenn der Teamleiter meint: „Uns fehlt eine Kraft“, bedeutet das oft, dass die Anwesenden doppelt so viel „ranklotzen“ müssen, um die Baustelle in der vorgesehenen Zeit fertig stellen zu können. Eine dritte Person würde die Lücke schließen und den anderen effektiv zuarbeiten. Die beiden Mitarbeiter kommen ihrerseits nur kurze Zeit ohne „die dritte Kraft“ aus. Mittelfristig werden sie das gesteckte Ziel nicht erreichen.

Mit Freude zusammenarbeiten

Ein eingespieltes Team arbeitet wie ein Räderwerk. Es ist in sich strukturiert, denn jeder kennt seine Nische, seine Aufgabe und seinen Wert. Wenn einer das Team verlässt, so hinterlässt er eine Lücke, in die eine neue Kraft erst wieder passen muss. Nur wer selbst auf diversen Baustellen in Teams gearbeitet hat, der weiß, wie wichtig die persönliche Chemie ist. Es braucht seine Zeit, sich kennen zu lernen. Als Neuer sollte man recht diplomatisch vorgehen, wenn man in ein gefestigtes Team eintreten muss. Dies gilt sowohl für den Teamleiter, als auch für die Teammitglieder. Ein Team funktioniert dann gut, wenn es keine großen Unstimmigkeiten oder Fragen gibt: „Wo warst Du so lange? Warum hast Du die Werkzeugkiste nicht zugesperrt? Warum greifst du nicht zu? Kannst Du mir nicht helfen? Welches Werkzeug brauchst Du?“ Jeder weiß, wie die Fragen gemeint sind. Als Vorwurf oder Anregung. In guten Teams sieht jeder den Bedarf des Anderen und reagiert spontan ohne großen Aufruf.

Humor und Zuverlässigkeit

Ein produktives Team zeichnet sich nicht nur durch Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz aus. Offenheit, Vertrauen und Zuverlässigkeit, aber auch Humor machen die Zusammenarbeit zur Freude. Jeder wird gebraucht und jeder setzt seine Stärken dort ein, wo sie fehlen. Freilich muss man dabei gelegentlich die Macken des anderen übersehen. Man kennt sich. Es gibt nichts Unangenehmeres, als wenn man mit einem Miesepeter oder Eigenbrötler zusammenarbeiten muss. Auf Baustellen muss häufig improvisiert werden. Auch wenn Teamarbeit oft ein Wunschgedanke bleibt, müssen die Mitarbeiter einer Firma auch dann gut funktionieren, wenn zwischen den Teams getauscht werden muss.

Ruhig und gelassen bleiben

Der Teamleiter hat meist einen solidarischen Kommunikationsstil. Damit gewinnt er jeden im Team und schafft ein gutes Arbeitsklima. Er bekommt von jedem eine ehrliche Rückmeldung. Kommunizieren wir offen und wertschätzend oder gibt es Drückeberger, die aus dem Hinterhalt schießen? Im menschlichen Zusammenleben und vor allem auch auf Baustellen geht es nie konfliktfrei zu. Sollte irgendwann so ein Streitfall auftauchen, ist es für alle wichtig, dass ein ehrliches Feedback zwischen allen Beteiligten gegeben wird. In einem Team kann es auch ruhig einmal zu einem Meinungsstreit kommen. Allerdings sind die Teamteilnehmer selbstständig in der Lage, wieder zur Ruhe zu finden. Gerade das Verhalten in schwierigen Situationen muss geübt sein. Nörgler und Pessimisten haben deshalb in der Gruppe einen schlechten Stand, weil sie die Situation immer „runter ziehen“. Und das erzeugt Stress. Am beliebtesten sind Kollegen, die überwiegend ruhig und gelassen bleiben.

An einem Strang ziehen

Die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen hängt zum Großteil von der Qualität ihrer Teamkultur ab. Eigenbrötler haben es da sehr schwer. Effiziente Teams gehören zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren gesunder GaLaBau-Unternehmen. Erfolgreiche Teams haben ein gemeinsames Ziel und ziehen an einem Strang. Sie regeln sich intern. Sie sind nicht starr und verschlossen, sondern haben eine klare Struktur und ein offenes Klima. Die Studierenden an der Staatlichen Meister- und Technikerschule in Veitshöchheim können ihre Persönlichkeit und Teamfähigkeit profilieren, indem sie sich im Klassenteam engagieren und Verantwortung übernehmen.