Komatsu übernimmt US-Bergbauriesen Joy Global

TOKIO, 23.08.2016 – Die US-Tochter des japanischen Baumaschinenherstellers Komatsu übernimmt den Hersteller von Über- und Untertage-Bergbaumaschinen Joy Global. Die Übernahme ist Teil der Bemühungen von Komatsu, sein Mining-Geschäft in die Wachstumszone zurückzuführen.

Komatsu PC7000 auf der bauma 2016
Komatsus Miningbagger PC7000 auf der bauma 2016 – jetzt
bekommen die Bergbau-Giganten des japanischen Herstellers
Gesellschaft. | Foto: bi
Die 1884 gegründete Joy Global erzielte mit den Marken P&H, Joy und Montabert zuletzt einen Jahresumsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar (2,7 Mrd. Euro). Komatsu engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 1921 im Bergbausektor. In den neunziger Jahren weitete das Unternehmen seine Aktivitäten durch die Übernahme ausgewählter Hersteller und Händler von Bergbaumaschinen in den wichtigsten Bergbauregionen aus. Aktuell erwirtschaftet Komatsu seine knapp vier Milliarden Euro Jahresumsatz ausschließlich im Übertagebereich.

Weder Untertagemaschinen noch schweres Ladegerät für den Tagebau gehörten bislang zum Produktprogramm von Komatsu. Durch die Übernahme können die Japaner ihren Kunden jetzt auch Seilbagger, extra-große Radlader, Schleppschaufeln und Bohrgeräte anbieten. Die Seilbagger und extra-großen Radlader von Joy Global passen dabei gut zu den extra-großen, elektrischen Muldenkippern, die von Komatsu hergestellt werden, und ermöglichen so neue Synergien in den Bereichen Vertrieb und Dienstleistung.

Komatsu kann außerdem von den fortschrittlichen Lösungen von Joy Global im Bereich des Internets der Dinge profitieren, die die Leistung von Minen durch Auswertung von Maschinendaten verbessern können. Bei Komatsu lauten die entsprechenden Lösungen zum Beispiel Autonomous Haulage System und Komtrax Plus. Bergbaumaschinen und -systeme können so miteinander vernetzt und über die offene Plattform von Komatsu genutzt werden.

Die Nachfrage nach Bergbaumaschinen ist unter dem Eindruck der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländern und niedriger Rohstoffpreise dramatisch zurückgegangen. Langfristig soll der Sektor aber wieder wachsen, getrieben durch Bevölkerungswachstum und das rasante Wachstum der Städte. Wirtschaftlichkeitsüberlegungen werden außerdem zum Einsatz größerer Maschinen im Tagebau führen.