Der ideale Garten fürs hohe Alter

TÜBINGEN, 14.10.2016 – Im LebensPhasenHaus in Tübingen entwickeln Wissenschaftler gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen bereits seit drei Jahren Assistenzsysteme für ein eigenständiges Leben und Wohnen im Alter. Diverse Gartenbaubetriebe haben den idealen Garten für Personen im Hohen Alter angelegt.

Der Garten im LebensPhasenHaus in Tübingen
Ältere und pflegebedürftige Menschen sollen sich im Garten des LebensPhasenHauses wohlfühlen. | Foto: LebensPhasenHaus

Im Rahmen des Projekts wird untersucht, wie intelligente Technik erfolgreich im Alltag eingesetzt werden kann, um älteren und pflegebedürftigen Menschen ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben im eigenen Haus und der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Die bauliche Umsetzung des Gartens erfolgte durch 30 Auszubildende regionaler Mitgliedsunternehmen des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL B-W). Der Verband ist mit acht Mitgliedsbetrieben aus der Region Neckar-Alb einer der Partner aus der Wirtschaft.

Beteiligte und Projektpartner

Das Projekt wurde mit 550.000 Euro federführend vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert. Ebenfalls beteiligt sind das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Einer der acht Hauptpartner ist neben der Universität Tübingen, dem Universitätsklinikum Tübingen, der Schwörer Haus KG, der Somfy GmbH, den Stadtwerken Tübingen, der IHK Reutlingen und der Ridi-Leuchten GmbH der VGL B-W. Koordiniert wird das Projekt von der Universität Tübingen. Im Juli zogen die Beteiligten eine Zwischenbilanz nach der ersten geförderten Phase. Dabei hinterließ der Garten einen nachhaltigen Eindruck.

Durchdachter Garten

Felsenbirnen, Hortensien, Gräser und Stauden begrüßen im Vorgarten – der Visitenkarte des Hauses – Bewohner und Gäste und begleiten den Weg entlang der Rampe, die Barrierefreiheit garantiert. Eine großzügige Terrasse ist der zentrale Punkt des gemütlichen Wohngartens, der durch Mauerelemente und heimische Heckengehölze raumbildend strukturiert ist. Die Staudenbeete sind mit pflegeleichten Arten bepflanzt und haben sich mittlerweile sehr gut entwickelt. Die Spalieräpfel können von Jung und Alt bereits diesen Herbst bequem geerntet werden. Der Schöpfbrunnen dient als kühlendes Wasserbecken an heißen Tagen und ist ein attraktiver Blickfang. Das rollstuhlgerechte Hochbeet ermöglicht den komfortablen und rückenschonenden Anbau von frischem Gemüse und Kräutern und ist zudem ein echter Hingucker. Funktion und Ästhetik wurden hier in einem harmonischen und barrierefreien Gesamtkonzept zusammengeführt. Noch pflegeleichter wird der Garten durch technische Innovationen wie Automower sowie automatische Bewässerung und Beleuchtungssystem.

Innovationen dank Altersanzügen

Den Entwurf dieser Außenanlage lieferte die Planungsabteilung der Firma Garten-Moser aus Reutlingen. Was an Pflegearbeiten im hohen Alter noch selbst erledigt werden kann, möchten die Unternehmer der Region Neckar-Alb demnächst am eigenen Leib herausfinden. Eine der kommenden Regionalversammlungen wird deshalb im LebensPhasenHaus stattfinden und dann gibt es die Gelegenheit, in die Altersanzüge aus der Geriatrieforschung von Professor Gerhard Eschweiler (UKT) zu schlüpfen. Diese einmalige Erfahrung führt sicherlich zu weiteren gärtnerischen Innovationen, wenn es um konkrete Erleichterungen für unsere immer älter werdende Gesellschaft geht. bi

Die beteiligten GaLaBau-Betriebe

Garten Dahmen GmbH, Lichtenstein; Geiger's Gartengestaltung & Pflanzenwelt, Rottenburg-Kiebingen; Garten Moser GmbH u. Co. KG, Reutlingen; Heinzelmann Gartengestaltung GmbH, Pfronstetten; Lutz & Riepert Gartengestaltung GmbH, Reutlingen; Garten- und Landschaftsbau Storz, Ammerbuch; Thomann Garten- und Landschaftsbau, Bitz; Gartenbau Hubert Zanger GmbH, Hechingen.