Naestveder Hafen: Drachenprofile für alte Wikingerstadt

STEINFELD, 14.10.2016 – In der alten dänischen Wikingerstadt Naestved traf Tradition auf Innovation: In drei Bauabschnitten wurde in knapp zwei Jahren der Hafen-Kai inklusive Rückstaukanälen erneuert. Eingebaut wurden Stahlbetonrohre mit monolithisch integriertem Drachenprofil und Fuß.

Die gefertigten Betonteile wurden in Aufsehen erregender Weise vom Hafen Duisburg direkt an die Baustelle nach Naestved transportiert. Die Drachenprofilrohre hatten eine Nennweite von 1.600 mm und eine Baulänge von 2,50 m.

Mit der offiziellen Einweihung im Sommer 2015 konnte die Baumaßnahme erfolgreich abgeschlossen werden. Vorausgegangen war nicht nur eine zweijährige Bauzeit, sondern auch eine lange Planungsphase. Während dieser Zeit entstand durch Zufall eine fruchtbare Zusammenarbeit: Auf einer Fachtagung in Kopenhagen im Herbst 2010 kamen Volker Reiß und Norbert Kühlkamp von der Firma Berding Beton mit Mitarbeitern des dänischen Ingenieurbüros Nielsen und Risager über das Thema „Wikinger“ auf die alte Wikingerstadt Naestved zu sprechen. Das Ingenieurbüro war mit der notwendigen Erneuerung des Hafen-Kais sowie der Rückstaukanäle beschäftigt, so dass sich darüber weiterführende Fachgespräche ergaben.

Produktion und Materiallieferung

Unter Berücksichtigung sowohl ökologischer als auch ökonomischer Aspekte bot Berding Beton nach der Sichtung der Lage am Naestveder Hafen maßgeschneiderte Sonderlösungen für die Baumaßnahme an. Diese überzeugten, so dass die Firma für das Projekt als Materiallieferant ins Boot geholt wurde. Bauherr der Maßnahme war der kommunale Abwasserverband Naestved mit Projektleiter Otto Andersen.
Ende 2012 fiel der Startschuss für den ersten Bauabschnitt. Die Lage der Industrie- und Hafenstadt Naestved ermöglichte eine problemlose Materialanlieferung auf dem Schiffswege. Für die Kanalarbeiten mit einer Länge von rund 2.000 m wurden im Berding Beton-Rohrwerk in Datteln 575 Normalrohre, 32 Tangentialschächte, zehn Krümmer und fünf Übergangsplatten produziert. Die gefertigten Betonteile wurden vom Hafen Duisburg direkt an die Baustelle nach Naestved transportiert, was großes Aufsehen erregte und durch eine umfangreiche Berichterstattung im Radio, Fernsehen und in der Presse begleitet wurde. Insgesamt drei Schiffe legten termingerecht an, um das komplette Material zu liefern.

Einbau am Naestveder Hafen: Die Fußrohre sind durch ihre Lagestabilität sehr gut zu verlegen. | Fotos: Berding Beton

Vorteile bei Verlegung

Die Stahlbetonrohre mit monolithisch integriertem Drachenprofil und Fuß wurden in offener Bauweise mit einer Überdeckung zwischen 3,5 und 8 m verlegt, und zwar in drei Bauabschnitten bis Ende 2014. Drachenprofilrohre sind hydraulisch sehr effektiv, da auch bei geringen Abflussmengen aufgrund des im unteren Bereich reduzierten Abflussquerschnitts eine ausreichende Fließgeschwindigkeit zur sicheren Vermeidung von Ablagerungen gewährleistet ist.
Von den Vorzügen der Ausführung der Drachenprofilrohre (Nennweite 1.600 mm, Baulänge 2,50 m) mit Trockenwettereigenschaften als Fußrohre profitierte die dänische Baufirma C. Hollböll & Sonner A/S Neastved mit den Projektleitern Carl Hollböll und Hans Henrik Olsen während der Bauphase. Denn beim Einbau von Fußrohren genügt eine planebene vollflächige Bettung gemäß DIN EN 1610 ohne Ausformung der Grabensohle. Fußrohre sind durch ihre Lagestabilität sehr gut zu verlegen, was vor allem bei Sonderprofilen einen großen Vorteil darstellt. Darüber hinaus entfällt auch das aufwändige und bei nicht sorgfältiger Ausführung oft fehlerbehaftete Unterstopfen des Rohrzwickels.

Teamwork geglückt

Auch bei den Tangentialschächten konnte der Bauherr auf das Know-how der Betonprofis setzen: Sie wurden allesamt kundenspezifisch mit individuellen Abmessungen und Gewichten produziert. Somit passte alles bei dem gemeinsamen Projekt und der deutsch-dänischen Zusammenarbeit. „Wir sind sehr zufrieden mit der Abwicklung dieser Baumaßnahme“, berichtet Berding Beton-Niederlassungsleiter Volker Reiß. „Es verlief alles reklamationsfrei und auch besondere Herausforderungen aufgrund der Lage direkt am Hafen wie die Ausführung eines Spundwandverbaus mit Grundwasserabsenkung zur Sicherung der Baugrubenumschließung konnten erfolgreich gemeistert werden.“ bi