IHK-Umfrage: Schleswig-Holsteinisches Vergaberecht belastet die Wirtschaft

KIEL, 26.10.2016 - Eine Umfrage der drei IHKs in Schleswig-Holstein kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen durch die komplizierten Regeln des Vergaberechts von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen abeschreckt werden.

Kürzlich hat die IHK Schleswig-Holstein eine Umfrage zum Vergaberecht im Lande durchgeführt. Von den insgesamt etwa 3.200 angeschriebenen Unternehmen, haben sich rund 300 Unternehmen beteiligt. Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen sahen Probleme im Umgang mit dem Vergaberecht. Das Ergebnis der Umfrage entspricht auch den Erfahrungen aus der Beratungspraxis.

Zu kompliziert und auf den niedrigsten Preis fixiert

"Mehr als die Hälfte der Unternehmen werden durch die komplizierten Regeln von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen abgeschreckt", bemängelt Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, "das ist schlecht für die gewerbliche Wirtschaft, aber auch für die öffentlichen Haushalte". Betroffen seien besonders kleine und mittlere Unternehmen.

Aber auch Unternehmen, die bereits an Vergaben teilgenommen haben, finden deutliche Worte: In der Vergabepraxis sei man zu häufig allein auf den niedrigsten Preis fixiert. Eine echte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu der Qualität, Termintreue und Aftersales-Service dazugehören, blieben häufig auf der Strecke.

Die Ergebnisse der Umfrage will die IHK Schleswig-Holstein im Rahmen der Evaluierung des Gesetzes, die das Land Schleswig-Holstein aktuell durchführt, einbringen und auf Verbesserung bestehen.

(Quelle: Medieninformation der IHK Schleswig-Holstein - Veröffentlicht am 4. Oktober 2016) | bi medien

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