Sauber entwässert: Kombinierte Lösung für einen Schrottplatz

BÜDELSDORF, 31.10.2016 – Ein spezielles Konzept garantiert auf dem Recyclingplatz der Nord-Schrott GmbH & Co. KG in Flensburg eine saubere und nachhaltige Entwässerung. Grundlage dafür ist eine kombinierte Lösung von ACO Tiefbau.

Einbau der Rahmensegmente für das Regenrückhaltebecken
Das auf dem Flensburger Recyclingplatz von Nord-Schrott anfallende Oberflächenwasser wird in einem Regenrückhaltebecken gespeichert. Die neun Rahmen-Segmente konnten zügig während des laufenden Betriebes eingebaut werden.

Nord-Schrott gehört als weltweit handelndes Unternehmen zu den führenden Konzernen im Recycling von Stahlschrott und Nichteisen-Metallen. Aufgrund unterschiedlichster Anforderungen an die Behandlung von wassergefährdenden Abwässern sowie der örtlichen Besonderheiten auf dem Schrottplatz wurde in Zusammenarbeit mit den ACO Tiefbau-Ingenieuren ein objektspezifisches Entwässerungskonzept entwickelt und umgesetzt.

Besondere Anforderungen an Entwässerung


Nach der VDI-Richtlinie 4085 sind mit Mineralkohlenwasserstoffen und Feststoffen belastete Niederschlagswasser aller befestigten Flächen, auf denen Schrott behandelt oder gelagert wird, zuverlässig zurückzuhalten und grundsätzlich an eine geeignete Abwasserbehandlungsanlage anzuschließen. Darüber hinaus sind verschärfte Einleitbedingungen in das Kanalnetz zum Schutz vor Überlastung durch große Regenflächen sowie Leichtflüssigkeiten unterschiedlicher Dichte und emulsionsbehaftete Spänelager zu beachten bzw. zu berücksichtigen.
Die Verkehrs- und Umschlagflächen der Nord-Schrott GmbH & Co. KG haben eine Gesamtfläche von 178.000 m². Auf diesen Flächen können betriebsbedingt Leichtflüssigkeiten und Feststoffe jeglicher Art und Größe anfallen. Auch ist die Menge der einzuleitenden Oberflächenwässer in die Kanalisation behördlich begrenzt, so dass die anfallenden Zulaufmengen zwischengespeichert werden müssen. Zusätzlich ist zu gewährleisten, dass die ebenfalls behördlich geforderten Reinigungsleistungen erfüllt werden.

Ablaufregler Regulator 100
Der Ablaufregler des Typs Regulator 100 zieht unabhängig vom Wasserniveau die aufschwimmenden Ölanteile kontinuierlich von der Oberfläche ab.

Rückhaltung und Sedimentation


Das anfallende Oberflächenwasser wird jetzt in einem Regenrückhaltebecken gespeichert. Dabei werden die Schmutzpartikel gleichzeitig zurückgehalten. Die erarbeitete Lösung besteht aus einer Kombination aus Regenrückhaltung und Sedimentation in vertikaler Anordnung. Das Regenrückhaltebecken wurde für die Entwässerung einer Fläche von 11.833 m² berechnet. Hierbei wird bei einem Einstau der Zulaufleitung DN600 von 17 cm ein Rückhaltevolumen von 308 m³ in Kombination mit einer gerechneten und nachgewiesenen Sedimentation mit einer Oberflächenbeschickung von 18 m3/m²h und einer maximalen Fließgeschwindigkeit von 0,05 m/s umgesetzt. Die Drosselung des Schmutzwassers erfolgt über ein im Regenrückhaltebecken mit integrierter Sedimentation angeordneten Ablaufregler des Typs Regulator 100, der auf 9,5 l/s (maximale Einleitung in den Kanal) eingestellt wurde. Der Regulator hat den Vorteil, dass keine Sinkstoffe in den Abscheider bzw. Leichtflüssigkeiten bevorzugt aus dem Rückhalteraum gezogen werden.


Hydraulikpresse am Stahlbetonelement
Die Hydraulikpresse am Stahlbetonelement presst das zuletzt gesetzte Segment an das vorherige.

Regenrückhaltebecken schnell eingebaut


Das Regenrückhaltebecken besteht aus neun Rahmen-Segmenten mit den lichten Maßen (LxBxH) 25,2 m x 7,0 m x 2,6 m, welche auf der Baustelle durch das ACO-Team montiert wurden. Der Werkstoff mit einer Güte von C45/55 gewährleistet eine hohe Wasserundurchlässigkeit. Da der Einbau der Anlage während des laufenden Betriebes auf dem Schrottplatz erfolgte, war die Einbauzeit ein mitentscheidendes Kriterium für die Systemwahl. Das hier eingesetzte Spannsystem von ACO Tiefbau ermöglichte einen sehr schnellen Zusammenbau der einzelnen Elemente in einem Zeitraum von nur wenigen Stunden. Jedes Segment mit einem Maximalgewicht von ca. 44,5 t verfügt über einen seitlich im Außenbereich angeordneten Spannkanal, der sich in Behälterlängsrichtung, in der auch der Zusammenbau der einzelnen Segmente erfolgt, befindet. Die Verbindung der Segmente untereinander erfolgt durch einen Spannstahl, der durch diesen Kanal gezogen wird. Mit einer Hydraulikpresse wird ein genau definierter Anpressdruck erzeugt, mit dem die Segmente aneinander gepresst werden. Die Abdichtung zwischen den Rahmensegmenten erfolgt über eine vom DIBt zugelassene Rundschnurdichtung. Die Stirnseiten des Regenrückhaltebeckens wurden mit angefügten Fertigplatten geschlossen. Die Dichtheitsprüfung und damit der Nachweis der Dichtheit erfolgten mittels Luft direkt nach Einbau durch ACO.
Regenrückhaltebecken mit kombinierter Sedimentation
Das fertige Regenrückhaltebecken mit kombinierter Sedimentation | Fotos: ACO Tiefbau

Innovative Abscheidetechnik


Um bei einem Anfall von Leichtflüssigkeiten diese zurückzuhalten, wurde dem Regenrückhaltebecken ein ACO Leichtflüssigkeitsabscheider vom Typ Oleosmart-C-OST nachgeschaltet (NS 20 / SF 4000). Das Funktionsprinzip basiert dabei auf der Nutzung der Bewegungsenergie aus dem abfließenden Wasser. Der ACO Leichtflüssigkeitsabscheider trennt mithilfe der Gravitation Öl, Sedimente und Feinpartikel vom Abwasser. Hierzu wird die einströmende Flüssigkeit über eine Prallplatte in die äußeren, verstopfungsfreien Koaleszenzkanäle geleitet, wo sich der Separationsprozess vollzieht. Dank einer filterlosen Mehrkanaltechnologie ist der Oleosmart-C-OST nahezu wartungsfrei und bietet ein Höchstmaß an Betriebssicherheit.
Über den Auslauf am Abscheider wird das Wasser abschließend in den nachgeschalteten Probenahmeschacht geleitet. Das Regenrückhaltebecken in Kombination mit dem ACO Leichtflüssigkeitsabscheider Oleosmart-C-OST gewährleistet den sicheren Umgang mit belastetem Wasser und sorgt nun dafür, dass Leichtflüssigkeiten nicht in die Umwelt gelangen können.

Diesen Bericht lesen Sie auch in unserer aktuellen Ausgabe (6/16) der bi-UmweltBau.