Schwache Umsätze bei Caterpillar

PEORIA (USA), 03.11.2016 – Caterpillar hinkt auch im dritten Quartal den Vorjahresergebnissen hinterher, und es ist nicht mehr nur der Bergbausektor, der den Amerikanern die Bilanz verhagelt. Der Hersteller tröstet sich mit einem „Es kann nur besser werden“ – die Frage ist nur wann.

von Hendrik Stellmach

Caterpillar-Muldenkipper und -Radlader
Die schwache Weltkonjunktur macht Caterpillar weiter zu schaffen. Im achten Quartal in Folge sind die Umsätze des Unternehmens im Vorjahresvergleich gesunken. | Foto: Caterpillar
Caterpillar hat im dritten Quartal dieses Jahres 1,8 Milliarden US-Dollar oder 16 Prozent weniger verdient als im dritten Quartal 2015. Immerhin: Der „Fehlbetrag“ ist geringer als im ersten und zweiten Quartal, als Caterpillar den Vorjahresumsatz um 3,2 bzw. zwei Milliarden US-Dollar verfehlte. Der Großteil des Umsatzrückgangs konnte außerdem durch Kostensenkungen wettgemacht werden. Für das Gesamtjahr 2016 rechnet das Unternehmen aktuell mit 39 Milliarden US-Dollar Umsatz, das sind bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar weniger als zuletzt prognostiziert.

„Die wirtschaftliche Schwäche in weiten Teilen der Welt hält an, so dass die meisten unserer Absatzmärkte schwierig bleiben“, sagt der scheidende CEO Doug Oberhelman. In Nordamerika gebe es gebrauchte Baumaschinen „im Überfluss“ und weltweit eine nicht unerhebliche Zahl ungenutzter Muldenkipper. Das größte Sorgenkind ist und bleibt das Bergbaugeschäft, wo wegen des Überhangs an Maschinen vielerorts Neuinvestitionen ausbleiben. Noch dazu schwächelt die Nachfrage nach Baumaschinen auf dem zuletzt starken nordamerikanischen Markt; ein Trend, der sich 2017 fortsetzen könnte.

Auf dem chinesischen Markt hat Caterpillar im dritten Quartal zwar mehr Maschinen verkauft, befürchtet aber, dass dieser Aufschwung wieder in sich zusammenfallen könnte, wenn die chinesische Regierung ihre Unterstützung zurückfährt. Auch gibt es Unsicherheit über die noch nicht absehbaren Folgen des Brexit für die europäische Wirtschaft. Angesichts dieser Situation wertet der Hersteller es schon als positives Signal, dass die Absätze in Brasilien und Russland sich auf niedrigem Niveau stabilisiert haben.

Entsprechend vorsichtig ist der Ausblick auf 2017. Die Umsätze werden sich demnach wahrscheinlich auf dem Niveau des laufenden Jahres bewegen. Man werde sehen, sagt Oberhelman, ob die „Vorboten der Verbesserung“ oder die Probleme die Überhand gewinnen, werde sich aber unabhängig davon weiterhin „für eine bessere Zukunft bereit machen“. Dazu gehören allen voran die jüngsten Initiativen in Richtung Vernetzung und Digitalisierung, aber auch die Entwicklung noch produktiverer und effizienterer Maschinen.

Oberhelman, der im März 2017 nach 41 Jahren das Unternehmen verlässt, ist trotzdem sicher, ein gesundes, intaktes Unternehmen in die Hände seines Nachfolgers Jim Umpleby zu legen: „Es ist ein guter Zeitpunkt für Jim, weil ich weiß, dass Caterpillar noch bessere Ergebnisse erzielen wird, sobald Schlüsselindustrien zu alter Stärke und zu einem durchschnittlichen Nachfrageniveau zurückkehren.“