Heidekräuter: Stimmungsvolle Spätblüher

GELDERN, 16.11.2016 – Heidekräuter sind bisher nur in einigen wenigen Gärten zu finden, doch aufgrund ihrer großen Vielfalt und den ungewöhnlichen Blüheigenschaften sind sie geradezu ideal um Gärten in der dunklen Jahreszeit aufzufrischen.

Heidekräuter können herbstliche Gärten mit ihren Blüten aufwerten
Für eine stimmungsvolle Herbstbepflanzung sind Heidekräuter wegen ihrer haltbaren Blüten in warmen Farben die perfekte Wahl. | Foto: GMH/ Rudolf Schubert Fotografie

Heidepflanzen gehören traditionell zu den wichtigsten Gartenbauprodukten aus heimischer Freiland-Produktion. „Schon vor der Blüte sehen die Pflanzen durch ihre unterschiedlichen Laubfarben von hellgrün bis fast schwarz sehr schön aus“, sagt Hanni Teloy vom Gartenbaubetrieb in Geldern am Niederrhein. Hier beginnt die Heidekraut-Saison im August mit der Irischen Glockenheide (Daboecia). Sie beeindruckt durch relativ große Einzelblüten. Wenig später folgt die heimische Besenheide, die auch Sommerheide genannt wird. Dieser verzweigte, kleine Strauch wächst langsam und hat immergrüne, ledrige Blätter. An rund zehn Zentimeter langen Trauben sitzen die kleinen Blüten dicht an dicht. Sie sind sternförmig und bilden reichlich Nektar, der Bienen und Schmetterlinge anlockt. „Um einen attraktiven Blütenteppich zu bekommen, wie es ihn in der Natur gibt, empfehlen wir, Heidekraut in Gruppen zu pflanzen“, sagt die Gärtnerin. Profis setzen acht bis zwölf Pflanzen als Bodendecker auf einen Quadratmeter.

Besondere Blüten

Eine Besonderheit ist die Knospenheide: Sie ist in 40-jähriger Züchtungsarbeit aus der Besenheide entstanden. „Sie blüht nicht auf und kann deshalb auch nicht verblühen“, sagt Hanni Teloy. Die Blüten in den klassischen Heidefarben rosa, lila, rot und weiß sorgen den ganzen Winter über, bis in den März hinein, für Farbe. Für zusätzliche Kontraste gibt es gelblaubige Sorten und neue Züchtungen ohne Blüten, die durch ihren bizarren Wuchs für ungewöhnliche Strukturen sorgen. „Fast jedes Jahr kommen neue Sorten hinzu – und wir freuen uns immer wieder über diese Vielfalt“, so die Gärtnerin. Es gibt auch Varianten, wo mehrere Sorten in einem Topf wachsen. Zwei- und dreifarbig erzeugen sie auf kleinstem Raum eine große Wirkung. Dabei verträgt die Knospenheide problemlos Temperaturen bis zu minus zehn Grad.

Winterheide trotzt starkem Frost

Beliebt ist eine Kombination der früh blühenden Besenheide mit der später blühenden Winterheide (Erica carnea), die auch starken Frost verträgt. Sie ist ab September im Handel erhältlich. Die ersten Blüten in Weiß, Rosa oder Rot öffnen sich ab November und sehen im Gegensatz zu den sternförmigen Calluna-Blüten glockenförmig aus. Die Hauptblütezeit dauert von Dezember bis in den April. Winterheide gedeiht am besten auf torfhaltigem Boden, kommt aber auch mit typischer Gartenerde zurecht. Als dauerhafter Bodendecker eignet sie sich besonders gut für halbschattige Standorte, wo sie im Sommer nicht der Mittagssonne ausgesetzt ist.

Englische Heide: kompakte Büsche

Die Englische Heide (Erika darleyensis) ist als Kreuzung aus der heimischen Schneeheide und der aus wärmeren Gefilden stammenden Purpur-Heide (Erica erigena) entstanden. Die Pflanzen wachsen zu kompakten Büschen heran und werden in England für niedrige Hecken verwendet. Die Blüten in kräftigen Farben zeigen sich von Oktober bis Mai, sofern die Pflanze einen geschützten Standort hat, und lassen sich gut mit Frühlingsblühern kombinieren. Dabei wird die Blütenfarbe immer intensiver, je älter die Englische Heide ist.

Regelmäßiger Rückschnitt notwendig

"Heidekräuter gehören zu den Zwergsträuchern, die mit dem Alter immer weniger neue Triebe ausbilden", erklärt die Gärtnerin. "Werden sie nicht geschnitten, verkahlen die Pflanzen von unten und blühen nicht mehr. Damit Heide immer wieder frisch austreibt, ist deshalb ein regelmäßiger Rückschnitt notwendig. Bei der Besenheide sollte im Frühjahr zu Beginn des Austriebs, von Anfang Februar bis Mitte März, etwa die Hälfte des letztjährigen Neutriebes entfernt werden. Mehr Zurückhaltung ist bei der Schneeheide geboten: Wegen ihres schwachen Wachstums wird sie nur alle paar Jahre am Ende der Blühzeit gestutzt". bi