16-Meter-Stützmauern am Steilhang geschalt

HAITERBACH, 17.11.2016 – Bei Neuhausen am Rheinfall in der Schweiz ist eine 1,1 km lange Ortsumfahrung im Bau. Die Arbeiten für das Großprojekt sollen sieben Jahre dauern. Schon die Lage der Baustelle ist eine Herausforderung für die Bauablaufplanung und Logistik.

Baustelle Ortsumgehung Neuhausen
Links der Steilhang mit Bahnlinie, rechts die Kantonsstraße. Die doppelt ausgeführte Stützmauer am Hang – im Foto links – wurde in 25 Takten à ca. 5 m Länge geschalt. Für jeden Takt waren die Vorgaben für die Fundamente und Wandabschnitte anders.

Wandabschnitt im Profil
Für jeden der 25 Wandtakte musste ein Profil mit Angaben
zur Lage, Größe, Stärke und Höhe des Fundamentes, der
Wandabschnitte und des Querbalkens zwischen den
doppelt ausgeführten Stützmauern erstellt werden.

Für die Straßenverbindung vom Portal des neuen Galgenbucktunnels bis zur Einmündung in die Kantonsstraße schalt die Marti Bauunternehmen AG, eines der größten Bauunternehmen in der Schweiz, die Stützmauern, Portalwände und Brückenwiderlager mit der Mammut 350 und dem Stützbock STB 450 von Meva. Der Bauabschnitt grenzt an einen Steilhang; starke und bis zu 16 m hohe Stützmauern, großenteils doppelt ausgeführt, sind erforderlich, um das Erdreich abzustützen. Die Bogenlage und Neigung der Straßenverbindung erfordert zudem höhenversetzte und polygonal angeordnete Schalungseinheiten für die Fundamente und Wandabschnitte. Hinzu kommen strenge behördliche Vorgaben in puncto Ausführungsqualität, Sicherheit und Optik mit Sichtbeton und Tafelstruktur.

Minutiöse Schalungsplanung


Die Größe und Stärke der Fundamente und Wandabschnitte variiert je nach Lage und musste pro Takt geplant werden. Die Stützmauer entlang des Steilhanges wurde mit 2,50 m breiten Elementen und einem in der Breite variablen Element in 25 Takten geschalt, jeder Takt etwa 5 m lang und mit unterschiedlichen Stärken, Größen und Höhen der Fundamente und Wandabschnitte.


Variable Fundamente und doppelte Stützmauern


Die Stärke der ca. 5 m langen und bis zu 9,78 m breiten Fundamente vertieft sich zum Hang hin bis auf 1,80 m. Die Fundamentoberfläche unter und zwischen den Stützwänden ist horizontal, davor und dahinter fällt sie zur Tal­ und zur Hangseite jeweils leicht ab. Der aus der Hanglage resultierende Druck des Erdreiches erfordert zudem doppelt ausgeführte Wandabschnitte, die einen Parallelabstand von 2,20 m bis 3,32 m aufweisen und am Fuß 71 cm bis 1,68 m dick sind. Die tal­ und die bergseitigen Stützmauern sind unterschiedlich hoch und im oberen Bereich durch einen Betonquerbalken stabilisiert.
Stützmauer am Galgenbucktunnel
Die talseitige, leicht gekrümmte und sich nach oben verjüngende Stützmauer in Sichtbeton mit Tafelstruktur. | Fotos: Meva

Sichtbeton mit Tafelstruktur


Die sichtbaren Stützwände werden in Sichtbeton mit Tafelstruktur ausgeführt. Hierzu werden Schaltafeln aus Holz auf die alkus­-Platte der Mammut 350-Elemente aufgedoppelt. Im sichtbaren Bereich verjüngen sich die Stützmauern teils einseitig, teils zweiseitig. Die Verjüngung erzielt man ohne besonderen Aufwand einfach dadurch, dass man die Mammut 350-Element geneigt aufstellt. Das ist dank der Gelenkflanschmuttern problemlos möglich. Alle Stützmauern liegen auf geneigtem Terrain. Die Schalung für die Fundamente und Wandabschnitte ist deshalb bei jedem Takt in der Höhe leicht versetzt. Für die Bogenlage werden die Fundamente polygonal betoniert. Bei den Wandabschnitten stellt man die Elemente je nach Radius entweder polygonal auf oder aber die aufgedoppelte Holzschalhaut für die Tafelstruktur wird radial ausgeführt. Das harmonische Ankerstellen­ und Fugenbild wurde durch die Verwendung der 2,50 m breiten Elemente mit ihren symmetrisch angeordneten Ankerstellen erzielt.
„Wir kommen gut voran“, sagt Bauführer Tino Otten. „Für die Mammut 350 haben wir uns entschieden, weil sie stark und formtreu ist – ein absolutes Muss auf dieser Baustelle.“ bi