Gehört zur Angabe eines Bewertungssystem stets auch die Umrechnungsformel?

MÜNSTER, 23.2.2015 - Gehört zur Angabe eines Bewertungssystem stets auch die Umrechnungsformel? Dazu die Vergabekammer Westfalen bei der Bezirksregierung Münster in ihrem Beschluss vom 21.01.2015 (Az.: VK 18/14):

Justitia vor Gebäude

Die Zuschlagskriterien, die Gewichtung und auch eine gegebenenfalls vorhandene Bewertungsmatrix sind den Bietern in der Regel vor Abgabe der Angebote offen zu legen und ein öffentlicher Auftraggeber kann davon nicht ohne weiteres abweichen.

Ein Bewertungssystem ist jedoch nicht stets detailliert mitsamt Umrechnungsformel anzugeben. Es kommt vielmehr auf den Einzelfall an.
Die Kammer hält es aufgrund der vergaberechtlichen Vorgaben auch nicht für zwingend erforderlich, dass eine mathematisch einwandfreie und für alle gleichermaßen gerechte Umrechnungsformel "erarbeitet", bekannt gegeben und dann angewandt wird. Denn vergaberechtlich gesehen sind die in § 19 Abs. 9 EG VOL/A genannten Kriterien, wie Ästhetik, Zweckmäßigkeit, Kundendienst, Preis usw. miteinander in Einklang zu bringen.

Zutreffend ist, dass man diese Kriterien durch Noten oder Punkte kompatibel machen muss, was jeder Bieter weiß. Diesbezüglich müssen die Bieter somit bei der Fertigung ihrer Angebote wissen, worauf es der Vergabestelle grundsätzlich ankommt, also wo der Schwerpunkt des Angebots liegen muss.

(Quelle: Rudolf Weyand, www.oeffentliche-auftraege.de)
bi

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