Naturpool: Auch hier geht ohne Technik nichts

ADENDORF, 28.04.2017 – Naturpools sind die neuen Konzepte für Wasserfans mit kleinen und großen Grundstücken. Über Art und Umfang der eingesetzten und mitunter sehr komplexen Technik entscheiden die Ansprüche an Wasserqualität und Pflegeaufwand.

Schwimmteich ohne Chemie
Die Wasserqualität soll an die himmelblauen Klarwasseranlagen erinnern und wenig wie ein Naturgewässer anmuten. | Fotos: Michael Gerold GaLaBau/teichitekten

Die steigende Nachfrage nach hochwertigen Objekten setzt den GaLaBau vor neue Herausforderungen. „Wassergärten sollen eine perfekte Wasserqualität bei einem geringen Pflege- und Wartungsaufwand erreichen“, so Michael Meßner von der teichitekten GmbH & Co. KG. Der Teichexperte aus Norddeutschland führt weiter aus: „Dem wird der Markt gerecht und entwickelt innovative Filtersysteme, führt neue Technologien ein oder modifiziert funktionierende Filter.“

90 Prozent Schwimmzone

Beim Naturpool orientiert sich die Bauform sehr nah an den klassischen Pools. Auch die Wasserqualität soll an die himmelblauen Klarwasseranlagen erinnern und wenig wie ein Naturgewässer anmuten. Baden ohne Pflanzen, aber auch ohne Chemie. Mehr als 90 % des Wassers lassen sich als Schwimmzone nutzen. Was verlockend für Wassergartenfans ist, setzt jedoch neue Standards in der Ausbildung der GaLaBau-Unternehmen. „Ohne Technik geht beim Naturpool nichts. Wird ein Naturpool für die Regeneration in zwei oder mehr Einzelbereiche aufgeteilt, muss eine Umwälzung des Wassers erfolgen.

Hydraulische Berechnungen erforderlich

Der Wasseraustausch und die Durchströmung des externen Aufbereitungsbereiches erfolgen nach genauen hydraulischen Berechnungen und Filterempfehlungen unter Einsatz einer oder mehrerer Pumpen“, führt Meßner aus und betont damit die Ansprüche an die Fertigkeiten der GaLaBauer. Hersteller wie die teichitekten, aber auch der Dachverband „Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e.V.“ (DGfnB), bieten aus diesem Grund regelmäßig Schulungen an, um den ausführenden Betrieben das unerlässliche Grundwissen im Naturpoolbau zu vermitteln. Die teichitekten unterstützen zudem bereits in der Planungsphase mit Technikkonzepten.

Beim Naturpool orientiert sich die Bauform nah an klassischen Pools.
Baden ohne Pflanzen, aber auch ohne Chemie: Beim Naturpool orientiert sich die Bauform nah an klassischen Pools.

Die Lösung: Schnellfilter

In Naturpools wird das Badewasser ausschließlich ohne synthetische Aufbereiter gefiltert. Dabei spielt eine ausgeklügelte Biotechnik die wesentliche Rolle, Pflanzen sind untergeordnet und für den Filterprozess nicht relevant. Auf dem Markt haben sich mehrere technische Systeme von verschiedenen Anbietern etabliert. Weit vorn sind Schnellfiltersysteme mit Substratkörper-Belüftung. „Das von den teichitekten für Naturpools vorgeschlagene Filterprinzip funktioniert einfach und effektiv. Oberflächenwasser wird aus der Badezone per Einbau-Skimmer abgesaugt, strömt gleichmäßig den Substratkörper an, katalysiert die dortigen Aufbereitungsprozesse durch Luftzufuhr und führt anschließend das gereinigte Wasser über Einströmdüsen zurück in die Badezone“, erklärt Meßner. Gebaut werden die Anlagen mehrheitlich von qualifizierten GaLaBauern nach einem an den Standort angepassten Technikkonzept.

Unterschiedlichste Konzepte möglich

Naturpools stehen als Gesamtkonzept Wassergarten. Je nach Vorliebe sind sie Wasseroase für Sportler, gern auch mit Gegenstromanlage, als Miniversion für Tauchgänge nach der Sauna, mit Terrassenkonstruktionen für den Mittelpunkt der Großfamilie. Meßner: „Egal, welcher Wunsch zu einem Naturpool führt, unersetzlich sind ausführliche Gespräche zwischen Gartenbesitzer und dem ausführenden Fachbetrieb, vor allem um Ansprüche an die Wasserqualität, an den späteren Pflege- und Wartungsaufwand sowie an den Energieeinsatz zu konkretisieren.“ bi