Landesgartenschauen in Schleswig-Holstein: Zukunft unsicher

KIEL, 03.05.2017 – Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL) hat die Entwicklung der Landesgartenschauen auf den Prüfstand gebracht. Könnten eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und verstärktes politisches Engagement die Zukunft der Landesgartenschau sichern?

Diskussionsrunde zur Zukunft der Landesgartenschauen in Schleswig-Holstein
Debattierten über die Zukunft der Landesgartenschauen in Schleswig-Holstein: (v.l.n.r.) Frank Chr. Hagen, Mirko Martensen, Kai Jörg Evers, Hartmut Steins, Oliver Kumbartzky, Kirsten Eickhoff-Weber, Heiner Rickers, Arne Langniß und der Moderator Thomas Balster. | Foto: Kottich

Mit drei Veransatltungen seit 2008 ist die Landesgartenschautradition in Schleswig-Holstein vergleichsweise jung. Trotz des erfolgreichen Starts ist die Zukunft des Konzeptes im nördlichsten Bundesland allerdings unsicher. Die Stadt Kiel zog ihre Bewerbung um die Landesgartenschau 2020 im vergangenen Jahr zurück und aktuell liegen keine neuen Bewerbungen vor. Der FGL nahm dies zum Anlass die künftige Entwicklung der Landesgartenschauen zu erörtern. Bei der Podiumsdiskussion kamen im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung im Kronshagener teambau center Präsidiumsmitglieder des Fachverbandes  und Vertreter aus Politik und Kommunalwirtschaft zusammen. Der Konsens: Wenn Landesgartenschauen in Schleswig-Holstein eine Zukunft haben sollen, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die interessierten Gemeinden eine verlässliche Unterstützung bei der Planung und Umsetzung garantieren.

Verbesserung der Rahmenbedingungen nötig

FGL-Präsident Mirko Martensen: „Mit Ausnahme der von drei Gartenbauverbänden gegründeten Arbeitsgemeinschaft Landesgartenschau gibt es in Schleswig-Holstein bisher keine offizielle Stelle, die interessierte Gemeinden im komplexen Bewerbungs- und Planungsprozess einer Landesgartenschau begleitet und motiviert. Die Landegartenschau ist im norddeutschen Raum in Gefahr, wenn für die Gemeinden keine politisch neutrale Institution als dauerhafter Ansprechpartner aufgebaut wird.“. Momentan würde das Land nur dann eine Landesgartenschau ausschreiben, wenn es einen Bewerber gibt. In der Verantwortung sieht er sowohl die Landesregierung als auch die Gartenbauverbände: „Hier müssen alle an einem Strang ziehen und dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen für die Bewerberstädte verbessern“.

Landesgartenschau-Projektgesellschaft

Die Mehrheit der an der Podiumsdiskussion beteiligten Politiker sprach sich dafür aus, mit Hilfe von Rücklagen aus dem Landeshaushalt eine Koordinierungsstelle zu etablieren, die dauerhaft als Ansprechpartner für Kommunen zur Verfügung steht. „Natürlich müssen Landesgartenschauen auch von der Politik unterstützt werden.“, sagte der schleswig-holsteinische CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Rickers. Der Landtagsabgeordnete der FDP, Oliver Kumbartzky, ergänzte: „Eine dauerhafte Projektgesellschaft, die Experten aus Politik, Gartenbau und Kommunen vereint, ist hierfür eine wichtige Grundlage.“ Eine etwas andere Herangehensweise schlug die SPD-Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber vor. Sie stellte zur Diskussion, ob die Gründung einer Projektgesellschaft der richtige erste Schritt wäre: „Meiner Ansicht nach braucht es zuerst ein klares Bekenntnis des Landes zu Landesgartenschauen. Dann sollte man die Kommunen fragen, was sie wirklich brauchen und anschließend über geeignete Wege nachdenken, die diesen Bedarf decken“.

Langfristige Planung für Kommunen

Der ehemalige Landesgartenschau-Geschäftsführer Kai Jörg Evers plädierte dafür, nicht immer nur die nächste Landesgartenschau im Blick zu haben: „Die Kommunen brauchen einen langfristigen Horizont und die Möglichkeit, sich eventuell auch für eine Landesgartenschau zu bewerben, die vielleicht erst in zehn Jahren stattfindet." Landesgartenschauen, so das finale Fazit von Martensen, müssten Chefsache in den Kommunen sein. Wichtig sei, dass die jeweilige Stadtverwaltung voll und ganz hinter diesem Projekt steht und es lebt. Dann stünden die Chancen, eine erfolgreiche Landesgartenschau und ein stimmiges Nachnutzungskonzept zu realisieren, sehr gut. bi