Ammann schließt Komponentenfertigung in Langenthal

LANGENTHAL (Schweiz), 08.06.2017 – Die Ammann-Gruppe verlagert einen Teil der Komponenten-Produktion für Asphalt- und Betonmischanlagen an andere Gruppen-Standorte. Dadurch sollen diese Anlagen effizienter produziert werden können. Bis Mitte 2018 werden im Zuge dieser Maßnahme voraussichtlich rund 130 Arbeitsplätze am Standort Langenthal abgebaut.

Ammann-Asphaltmischanlage "Ecobatch"
Aufgrund der schwachen Nachfrage nach Asphaltmischanlagen und ungünstiger Währungseffekte wird Ammann die bisher auf verschiedene Standorte aufgeteilte Komponentenfertigung in seinen Produktionswerken bündeln. 130 Arbeitsplätze könnten dadurch in Langenthal wegfallen. | Foto: Ammann

Am Standort Langenthal im Schweizer Kanton Bern werden bisher Kernkomponenten für Asphalt- und Betonmischanlagen für den internationalen Markt hergestellt. Die sinkende Nachfrage der letzten Jahre im für den Langenthaler Produktionsstandort wichtigsten Markt Europa habe zu einem „erheblichen Preisdruck auf Anlagen und damit auf die Kosten der Komponentenherstellung“ geführt, so Ammann. Dies werde durch den starken Schweizer Franken zusätzlich verschärft.

Wegen der hohen Kosten der arbeitsintensiven Produktion mit geringen Stückzahlen – und dem großen Anteil dieser Komponenten an den Herstellungskosten der Anlagen – sei die Herstellung von Komponenten seit geraumer Zeit defizitär. Weil derzeit weder ein Anziehen der Nachfrage noch eine deutliche Abschwächung des Schweizer Franken absehbar sei, werde die Komponenten-Produktion nun im Rahmen eines neuen weltweiten Produktionskonzeptes an bestehende Ammann-Standorte in Europa – überwiegend nach Alfeld und ins italienische Bussolengo – verlagert. Die Auslastung dieser Werke werde dadurch ebenfalls verbessert.

Wettbewerbsfähigkeit gestärkt

In den letzten vier Jahren investierte Ammann über 14 Millionen Schweizer Franken, um die Kosten für die Herstellung der Komponenten zu senken und ihre Fertigung dadurch in Langenthal zu halten. Der gewünschte Effekt blieb aber aus. Durch die Verlagerung werden die Kosten nun wesentlich reduziert, und die größere Nähe zu den Kunden verringert die Durchlaufzeiten; beides wichtige Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit Ammanns bei den Mischanlagen.

In Langenthal fallen durch die Verlagerung bis Mitte 2018 voraussichtlich rund 130 Arbeitsplätze weg. Der tatsächliche Umfang des Stellenabbaus wird allerdings erst nach Abschluss des Konsultationsverfahrens feststehen. Es sei jedoch nicht davon auszugehen, dass diese Stellen in vollem Umfang an den bestehenden Standorten neu entstünden, so Ammann.

Standort Langenthal bleibt bestehen

Ungeachtet des geplanten Stellenabbaus hält Ammann am Standort Langenthal fest, mit Arbeitsplätzen in der Fertigung besonders sicherheitsrelevanter und Know-how-trächtiger Komponenten sowie den Kompetenzzentren Komponentenentwicklung und Anlagensteuerung. Die letztgenannten werden aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung an Bedeutung gewinnen und damit den Standort Langenthal in der Gruppe wieder stärken. Auch die Zentrale der Ammann-Gruppe bleibt in Langenthal.