Bewegliche Keramik-Fassade als Schattenspender

EMMERICH, 15.06.2017 – Dass Fassaden aus Keramik leicht und transparent wirken können, zeigt ein Projekt im niederländischen Roermond. Das „Zorghotel“ bezieht seine moderne Prägung aus der Fassadengestaltung mit teils beweglichen Keramikelementen.

Zorghotel in Roermund
Das Zorghotel in Roermond: Großformatige Keramikplatten in erdigen Farbtönen am Flachbau, Keramikbaguettes an der Hochbau-Fassade.

Ende April wurde im niederländischen Roermond das „Zorghotel“ als komfortables Pflege- und Reha-Zentrum eröffnet. Neben dem achtgeschossigen Hochbau des Pflegehotels nimmt ein integrierter und daran anschließender Flachbau, teilweise über zwei Etagen mit unterschiedlichen Geschosshöhen, die Funktionsräume auf. Neben Behandlungsräumen finden sich Räume für Bewegungstherapie sowie Sportmedizin. Das Objekt konzipierte und realisierte von Aken Architekten, Eindhoven mit einer hinterlüfteten Fassadengestaltung, für die teils bewegliche Keramikelemente Terrart® von NBK Keramik eingesetzt wurden.
Das patentierte Fassadensystem verleiht dem Bauwerk einen ganz eigenen Reiz, der sowohl von den unterschiedlichen Formaten der Keramikelemente und ihrer teils transparenten Anbringung, als auch von den Farben einer „Wohlfühlskala“ natürlicher Farbtöne der naturbelassenen Keramik ausgeht. Am Flachbau finden sich großformatige Elemente in erdigen Farben von Grautönen über Sand bis Braun. In unregelmäßigem Wechsel angebracht, kontrastieren sie mit weißen Betonbändern, die Sockel- und Geschoss- sowie Dachflächen markieren. Neben Flächen, die über eine längere Strecke das Wechselspiel der Farbtöne zeigen, führen gezielt eingesetzte schmale Fenster im Flachbau die Wirkung transparent weiter. Zusätzlich öffnen größere Glasflächen die Fassade für ein Mehr an Ein- und Ausblicken.

NBK Keramikbaguettes
Leicht und luftig: die Baguettefassade auf Lücke gesetzt | Fotos: NBK Keramik/Andreas Lechtape

Schmale Baguettes für leichte Optik

Aus dem Flachbau mit hoher Geschosshöhe hinaus erhebt sich mit sechs weiteren Etagen das Pflegehotel. Hierbei macht das vermeintlich siebte Geschoss bereits den Dachbereich aus. da auch hier die Keramik-Baguettes – wie über die gesamte Fassade – zum Einsatz kommen.
Das Besondere der Hochbaufassade sind schmale Keramikbaguettes, die pro Etage auf Lücke gesetzt, eine transparente Farbsinfonie entfalten. Die Leichtigkeit des Aufbaus ist gewollt, befinden sich doch dahinter die Balkone der Hotelzimmer. Zum einen wird durch die den Wechsel von Baguette und Öffnung der Einblick begrenzt, zum anderen bleibt der Ausblick möglich. Dieser lässt sich noch durch ein Verschieben ganzer Baguetteflächen nach dem „Schiebetürenprinzip“ steigern. Hierdurch wirkt die Fassade als Sonnenschutz und Schattenspender. Im Gesamteindruck ergibt sich so eine faszinierende Wirkung von Leichtigkeit und Transparenz.

Zorghotel Roermund mit Keramikfassade
Der Eingang: Großformatige Keramikplatten am Flachbau, schmale Strukturen am Hochbau.