C2tree-Initiative:

14 Bäume für den Klimahain Augsburg

HEIDECK, 28.04.2015 – C2tree Klimabäume, eine Initiative von bi-GaLaBau Chefredakteur Erwin Bauer, präsentiert auf den Deutschen Baumpflegetagen vom 5.-7. Mai 2015 in Augsburg 14 Containerbäume der Zukunft. Sie sind für den Klimahain Augsburg, der am 8. Mai eingeweiht wird.

Von Erwin Bauer, Heideck

Klaus Körber mit Ulmus Rebona
Die Stadt Augsburg wird durch eine Grün-Attraktion reicher, mit C2tree-Klimabäumen für die Zukunft, die auf Herz und Nieren getestet werden sollen. | Foto: Stadt Augsburg
Während der Baumpflegetage werden Klaus Körber, LWG Bayern, und Mark Schneekloth von der Baumschule Clasen & Co aus Rellingen, die die Bäume sponsort, auf der Bühne im "Klimahain" im Freigelände Interessenten Rede und Antwort stehen. Die Einweihung des Klimahain Augsburg findet am 8. Mai um 12 Uhr auf dem Königsplatz in Augsburg statt.
Klaus Körber mit seinem Lieblings-Klimabaum Ulmus 'Rebona' auf dem Versuchsfeld Stutel bei Veitshöchheim.

Die fortschreitende Klimaerwärmung, verbunden mit den weltweit wachsenden Megastädten, machen neue Organisationsformen erforderlich. "Green City" lautet derzeit der globale Megatrend, der nicht nur auf einer kohlenstoffarmen Wirtschaftsweise, Verkehrs- und Gebäudetechnik beruht, sondern auf dauerhaftem Grün in Stadt und Land, das mit seinem Energie- und Stoffumsatz gewaltigen Ausmaßes als Kohlenstoffspeicher wirkt. Erhalten wir unsere Altbäume, forsten wir auf und stärken unsere Grünen Lungen, gewinnen wir Zeit, Treibhausgas arme Techniken zu entwickeln, die wir für unser Überleben dringend brauchen. Die Bedeutung von Bäumen kann deshalb nicht hoch genug eingeschätzt werden. Saubere Luft, frisches Wasser, schattige Kühlung, wohltuende Wirkung auf unsere Psyche, greifbares Naturerlebnis am Wohn- und Arbeitsplatz, sind nur wenige Beispiele ihrer essenziellen Systemleistungen für Mensch und Umwelt. Je älter Bäume werden, desto mehr binden sie Kohlenstoff in Stamm, Ästen, Wurzelsystemen und im Boden. Das gelingt natürlich nur, wenn die Bäume vital sind. Das Bedrohungspotenzial speziell für unsere Stadtbäume, hervorgerufen durch steigende Temperaturen, extreme Wetterereignisse und um sich greifende gebietsfremde Schädlinge, nimmt aber selbst in unseren Breiten ständig zu.

Einheimische Bäume leiden

Klaus Körber von der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim bei Würzburg bestätigt, dass aufgrund des Klimawandels in den letzten Jahren verstärkt teilweise enorme Probleme im Krankheitsbereich bei einzelnen Hauptbaumarten wie Kastanien, Ahorn, Eschen, Platanen, Eichen und Weißdorn aufgetreten sind. Aber auch Erreger wie Verticillium, Phytophtora, Pseudomonas, Citrusbockkäfer, Splintkäfer oder der Maulbeerschildlaus sind zum einen Teil auf die Erderwärmung und zum anderen Teil auf die Globalisierung im Handel mit Gehölzen zurückzuführen. In einigen Fällen leiden die Bäume so stark, dass sie den ästhetischen Ansprüchen an einen Straßenbaum nicht mehr genügen (Kastanienminiermotte), zu einer Gefährdung werden (Bruchproblematik durch Massaria-Erkrankung an Platanen) oder gänzlich absterben (Eschensterben). Das ist eine Besorgnis erregende Entwicklung, vor der man die Augen nicht verschließen darf.
Prof. Dr. Dirk Dujesiefken
Prof. Dr. Dirk Dujesiefken pflanzte anlässlich der Deutschen Baumpflegetage 2012 einen ersten C2tree-Klimabaum vor die Messe Augsburg. und feiert sein 20. Jubiläum als Veranstalter der Deutschen Baumpflegetage mit der inzwischen größten Messe für die Baumpflege in Europa. | Fotos: E. Bauer

Bäume aus anderen Klimazonen für unsere Städte

Die pauschale Ablehnung nicht einheimischer Arten ist bei städtischen Pflanzungen daher nicht zielführend. Es werden in Zukunft vermutlich die Pflanzen bei uns gut wachsen, die aus Klimaregionen kommen, wo es schon immer im Winter vergleichsweise kalt aber im Sommer trocken und heiß war. Mit den Projekten "Stadtgrün 2021" und "Klimabäume Stutel" werden an der LWG Bayern Bäume auf ihre mögliche Stadttauglichkeit getestet. Auf den Deutschen Baumpflegetagen werden aktuelle Ergebnisse dazu von Klaus Körber vorgestellt.

Auf seine Top 12-Liste geht auch die Auswahl der Klimabäume für Augsburg zurück sowie auf zwei weitere Sorten, vorgeschlagen von der Containerbaumschule Clasen. "Wir freuen uns sehr, diese Top-Auswahl an hochinteressanten Klimabäumen auf der größten Messe für die Baumpflege in Europa zeigen zu dürfen“, so C2tree-Initiator Erwin Bauer. „Mit den Zukunftsbäumen möchten wir auch Dr. Dirk Dujesiefken, unter dessen Leitung die Tagung in diesem Jahr zum 20. Mal durchführt wird, beglückwünschen. Er hat uns dazu bestärkt, das Projekt in Kooperation mit Dr. Annette Vedder, der Leiterin des Amts für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen in Augsburg anzugehen." Gleich am Tag nach der Messe werden die Klimabäume unter Beisein des Umweltreferenten Reiner Erben auf dem Königsplatz bei der Einweihung des Klimahain Augsburg den Bürgerinnen und Bürgern der Fuggerstadt präsentiert.
eb