Baustelleneinrichtung: Schutzvlies-Module gegen Lärm und Staub

OELSNITZ, 01.09.2017 – Den nervenden und gesundheitlich bedenklichen Emissionen bei Abriss und Sanierung in Wohnvierteln will das Netzwerk InoEmTex mit einem innovativen Textilsystem begegnen. Die Lärm- und Staubschutzmodule nach einer Idee der HuT Oderbau GmbH aus Müncheberg sollen mit wenigen Klicks aufgebaut werden.

Staubentwicklung beim Sägen von Gehwegplatten
Gegen Baustaub und Lärm war bisher kaum ein Kraut gewachsen: Das Netzwerk InoEmTex will das ändern. | Foto: InnoMedia/Ziese
Für den textilen Doppelschutz gegen Maschinenlärm und mineralischen Mischstaub untersucht die TU Bergakademie Freiberg mit mathematischen Modellen, wie genau sich solche Emissionen ausbreiten – und legt damit wesentliche Grundlagen für die Produktentwicklung. Die Einzelkomponenten, bestehend aus Rahmen, Trägern, Absorberkern und textilem Verbund, sollen ab 2019 als mobile Dienstleistung zur Verfügung stehen.
Für das modulare und werkzeuglos montierbare Klicksystem steuert das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK) einen speziellen Vliesstoffverbund bei, der für eine effektive Absorption von Schall und Staubpartikeln sorgen soll.

Abschütteln genügt

Der Clou bei dem neuartigen Absorbersystem, das je nach Bedarfssituation vor Ort in verschiedenen Varianten zusammengestellt werden soll: Beim Umzug zur nächsten Baustelle erfolgt die Reinigung durch einfaches mechanisches Abschütteln des Staubes. „Lärm wird durch das eigens entwickelte und ab Herbst 2017 von der TITK-Tochter smartpolymer produzierte Melaminfaser-Vlies, das unter Hitzeeinwirkung weder schmilzt, noch brennt und exzellente Dämmeigenschaften aufweist, nicht geschluckt, sondern ins ‚Leere‘ geleitet, während der Staub an der Oberfläche gebunden wird“, erläutert TITK-Projektleiter Philipp Köhler.
In dem Netzwerk InoEmTex arbeiten zwölf Mittelstandsunternehmen verschiedener Branchen mit fünf Wissenschaftspartnern zusammen, um mit Hightech-Textilien neue Lösungen für den Umwelt- und Klimaschutz aufzuzeigen.