Kuhn rüstet Muldenkipper auf Elektroantrieb um

HEIMBERG (Schweiz), 27.09.2017 – Ein Joint Venture zwischen Kuhn Schweiz und Lithium Storage (eMining AG) baut aktuell nach eigenen Angaben am größten Elektrofahrzeug der Welt: Ein 45-Tonnen-Muldenkipper wird für einen Schweizer Steinbruchbetreiber von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüstet.

Komatsu-Muldenkipper HD605
Kuhn Schweiz und die Lithium Storage GmbH betreten technisches Neuland: Ein 45-Tonnen-Muldenkipper wird von Diesel- auf Elektroantrieb umgerüstet. | Foto: Kuhn
Der Komatsu-Muldenkipper, der zum Elektrofahrzeug umgebaut wird, wiegt leer 45 Tonnen und voll beladen 110 Tonnen. Er wird nicht nur das größte Elektrofahrzeug sein, sondern auch die größte Batterie (600 kWh) besitzen, die je in ein Fahrzeug eingebaut wurde. Der E-Antrieb spielt beim Muldenkipper seine Vorteile aus: Statt die Bremsen bei der Talfahrt zu erhitzen, wirkt der Elektromotor wie ein Generator und lädt das Akkupaket auf. Mit dieser gewonnenen Energie bewegt sich das leere SKW dann wieder den Berg hinauf. Im Idealfall soll der Elektro-Muldenkipper bei der Talfahrt sogar mehr Strom „ernten“ können, als er für die Bergfahrt benötigt.

Die Lithium-Eisenphosphat-Batterien der Lithium Storage GmbH aus dem schweizerischen Illnau zeichnen sich durch ihre hohe Speicherkapazität, Zuverlässigkeit und Sicherheit aus. Diese Vorteile will man nun in Zusammenarbeit mit der Kuhn Schweiz AG anwenden, um das größte elektrobetriebene Fahrzeug der Welt entwickeln zu können. Je nach Verbrauch benötigt ein Muldenkipper pro Jahr zwischen 50.000 und 100.000 Liter Diesel. Er stößt damit 131 bis 262 Tonnen CO2 pro Jahr aus. Beim Betrieb des E-Fahrzeuges wird nach Angaben der Unternehmen CO2-freier Strom erzeugt, der in der Umweltbilanz des Muldenkippers mit dem Ladestrom verrechnet werden kann.

Ende des Jahres soll die Umrüstung abgeschlossen sein und die Maschine ihren Arbeitseinsatz beim Zementwerk-Betreiber Ciments Vigier im Schweizer Kanton Bern antreten. Das Unternehmen möchte den elektrischen Muldenkipper zehn Jahre lang einsetzen. Zwanzigmal täglich transportiert er Material zu Tal. Hat sich das nachhaltige Arbeitsgerät erst einmal bewährt, könnte der Zementwerk-Betreiber künftig bis zu acht Fahrzeuge rein elektrisch betreiben.