Kanalsanierung: Drain-Jet Robotics ebnet schonend den Weg

OSNABRÜCK, 23.10.2017 – Im Vorfeld der Sanierung eines Osnabrücker Schmutzwasserkanals in der Buersche Straße ist ein Höchstdruck-Wasserstrahl-Roboter mit „Drain-Jet Robotics“-Technologie eingesetzt worden. Dieser reinigt den Kanal effizient, aber schonend.

von Daniela Fiege, SWO Netz GmbH, und Karsten Gogsch, Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH

Höchstdruck-Wasserstrahl-Roboter mit „Drain-Jet Robotics“-Technologie im Einsatz
Der Höchstdruck-Wasserstrahl-Roboter mit „Drain-Jet Robotics“-Technologie arbeitet materialschonend, kameraüberwacht und mit je nach Bedürfnis einstellbarem Wasserdruck von 100 bis 1.200 bar (in Sonderfällen bis zu 2.500 bar) und anpassbarer Fahrgeschwindigkeit im Kanal. | Foto: Mauerspecht

Bei dem Schmutzwasserkanal handelt es sich um ein überhöhtes gemauertes Eiprofil mit den Abmessungen DN 600/1050, das Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut wurde. Eine Sanierung des Kanals ist erforderlich, da – als Hauptschadensbild – Undichtigkeiten vorhanden sind, die zu einem enormen Fremdwassereintrag führen. Die Ingenieurleistungen der Planung, Ausschreibung, Bauoberleitung und örtliche Bauüberwachung wurden an die Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH aus Nordhorn vergeben. Es ist vorgesehen, den Schmutzwasserkanal mittels Renovierungsverfahren in seiner Gesamtheit in einen standsicheren und dichten Bau- und Betriebszustand zurückzuführen.

Materialschonend, effektiv, kostengünstig

Um eine exakte Kalibrierung der Bauwerksabmessungen durchführen zu können, wurde der Kanal im August 2017 mittels eines mobilen Höchstdruck-Wasserstrahl-Roboters nach dem Drain-Jet Robotics-Verfahren durch die Mauerspecht GmbH aus Coswig gereinigt, um die vorhandenen Inkrustationen und anhaftenden Stoffe zu entfernen. Die Höchstdruck-Wasserstrahltechnik arbeitet roboterunterstützt, kameraüberwacht und mit je nach Bedürfnis einstellbarem Wasserdruck von 100 bis 1.200 bar (in Sonderfällen bis zu 2.500 bar) und anpassbarer Fahrgeschwindigkeit im Kanal. Das Verfahren ist äußerst materialschonend und minimiert dadurch Beschädigungen der Altrohrsubstanz. Die Höchstdruck-Wasserstrahlen beseitigen Schadensbilder wie Inkrustationen, Kalk- und Betonablagerungen, Wurzeleinwüchse, Fremdkörper aus Stahl und Stahlbeton und Ablagerungen von Bitumen und Fetten sowie fehlerhafte Schlauchliner. Gerade bei ausgedehnten Schadenssituationen ist diese Technik in der Regel deutlich schneller und somit kostengünstiger als konventionelle Fräsroboter.

Schmutzwasserkanal vor der Reinigung
Der Kanal in der Buersche Straße vor der Reinigung …

Nachtschichten für Mensch und Roboter

Die Abtragleistung des Höchstdruck-Wasserstrahl-Roboters wird von der Düsentechnik, dem Wasserdruck, dem Wasservolumenstrom, dem Anstellwinkel der Düse zur Rohrwandung, der Fahrgeschwindigkeit, der Fließrichtung im Kanal sowie dem abzutragenden Material bestimmt. In der Regel wird ein externer Spülwagen zur Räumung des Fräsgutes benötigt. Unter Kamerabeobachtung trägt der Höchstdruck-Wasserstrahl-Roboter abschnittsweise das Abflusshindernis ab. Der externe Spülkopf entfernt nach Absprache das gelöste Fräsgut von der Arbeitsstelle. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis das Abflusshindernis beseitigt ist.
Die „Drain-Jet“-Arbeiten liefen zwischen dem 7. und 11. August – knapp 125 m pro Tag bzw. Nacht. Denn aufgrund des tagsüber sehr hohen Verkehrsaufkommens der Buersche Straße mussten die Arbeiten in Abstimmung mit der SWO Netz GmbH in Nachtschichten zwischen 20:00 und 5:30 Uhr durchgeführt werden. Dazu kam die hohe Abwassermenge von ca. 110 l/s, die sich in den Nachtstunden auf ca. 45 l/s wesentlich reduziert. Die anfallende Abwassermenge wurde mit drei externen Tankwagen und zwei eigenen Spülfahrzeugen abgesaugt und in einen unterliegenden Schacht wieder eingelassen.

Schmutzwasserkanal nach der Reinigung
… und nach der Reinigung | Fotos: SWO Netz GmbH


Den vollständigen Bericht lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe (5/17) der B_I umweltbau.