Leitfaden des Bundes: Kein Holz ohne Nachweis

BERLIN, 18.11.2017 - Der Bund hat einen Gemeinsamen Leitfaden zum Beschaffungserlass für Holzprodukte veröffentlicht. Er ist am 06. Oktober 2017 in Kraft getreten und soll öffentlichen Auftraggebern und bietenden Unternehmen Handlungsanleitungen zum Nachweis der Nachhaltigkeit von Holzprodukten geben.

Mit dem Beschaffungserlass für Holz und Holzprodukte setzte der Bund bereits seit 2010 ein klares Zeichen für die Nutzung von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. So fordert der Erlass, dass Holzprodukte, die durch die Bundesverwaltung beschafft werden, „nachweislich aus legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung“ stammen müssen. „Der Nachweis ist vom Bieter durch Vorlage eines Zertifikats von FSC, PEFC, eines vergleichbaren Zertifikats oder durch Einzelnachweise zu erbringen.“

Der nun am 06.10.2017 veröffentlichte Leitfaden regelt, wie holzbe- und -verarbeitende Betriebe eine nachhaltige Herkunft nachweisen können.

Der Leitfaden wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) als einvernehmliche, langfristige Lösung hinsichtlich der bereits im Beschaffungserlass verankerten Nachhaltigkeitsnachweisführung erarbeitet.

In Ergänzung zum geltenden Beschaffungserlass soll er den ausschreibenden öffentlichen Behörden sowie bietenden Unternehmen Handlungsanleitungen geben, wie die Nachhaltigkeit von Holzprodukten nachgewiesen werden kann. Dazu gehören
die Produktkettenzertifizierung durch FSC, PEFC oder gleichwertige Zertifikate, die grundsätzlichen Anforderungen für den Einzelnachweis und die Produktkettenzertifizierung. Ziel der Bundesregierung war es dabei, pragmatische Regelungen zu entwickeln, unnötige Mehrbelastungen der Wirtschaft zu vermeiden und zugleich die Nachhaltigkeit von Holzprodukten im Rahmen
der öffentlichen Beschaffung zu sichern. Es ist vorgesehen, den Leitfaden in ca. zwei Jahren einer Evaluierung zu unterziehen.

Chronologie zum Bundesbeschaffungserlass

2007 wurde erstmals der „Gemeinsame Erlass zur Beschaffung von Holzprodukten der Bundesregierung“ verabschiedet, in der explizit Holz aus nachhaltigen Quellen gefordert wurde – damals noch befristet auf eine Laufzeit von vier Jahren. Dieser wurde 2010 durch einen unbefristeten Erlass ersetzt. 2015 erfolgte die Veröffentlichung einer „Auslegung des Erlasses zur Beschaffung von Holzprodukten“, in welcher im Formblatt 248 präzisiert wurde, dass Teilnehmer an einer Ausschreibung des Bundes durch Vorlage eines eigenen Chain-of-Custody-Zertifikats, wie beispielsweise PEFC, dokumentieren müssen, dass Holz- und Holzprodukte aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung verwendet werden. Nach intensiven Diskussionen um diese Thematik setzte das Bundesumweltministerium im April 2016 diesen Auslegungserlass aus, um ihn mit den übrigen beteiligten Ministerien zu überarbeiten. Am 06.10.2017 erschien im „Gemeinsamen Ministerialblatt“ der o.g. gemeinsamer Leitfaden über die Verfahren und Möglichkeiten des Nachweises zur Nachhaltigkeit.

Hier geht es zum Gemeinsamen Leitfaden zur Beschaffung von Holzprodukten

Quelle: Newsletter der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin u. Pressemitteilung PEFC Deutschland e.V.)

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