FS-50-Streutechnologie: Feuchtsalzstreuung mit erhöhtem Soleanteil

NIEDERWENINGEN, 15.11.2017 – Die Winterdienst-Experten von Bucher Municipal haben sich dem Thema „Feuchtsalzstreuung mit erhöhtem Soleanteil“, im Fachjargon FS 50 genannt, angenommen. Durch diese Technologie soll Trockensalz eingespart und die Liegedauer des ausgebrachten Materials erhöht werden.

Unimog mit Streutechnologie von Bucher
Mit dem neuen System können sowohl kleine Schmalspurfahrzeuge als auch der Unimog (Foto) oder Lkw ausgestattet werden.

Bei der Streutechnologie FS 50 liegen die Anteile von Trockensalz und Sole jeweils bei 50 %. Damit die benötigte Solemenge mitgeführt werden kann, werden an der Front des Streuautomaten ein oder auch mehrere Fronttanks montiert, je nach Baureihe mit 600 bis 2000 l Fassungsvermögen. So können sowohl kleine Schmalspurfahrzeuge als auch der Unimog oder Lkw mit dem neuen System ausgestattet werden. Das Aufbaumaß des Trägerfahrzeugs muss lediglich groß genug sein, um einen oder mehrere Fronttanks für die zusätzliche Sole aufzunehmen.

Hochleistungs-Solepumpe

Auf Wunsch kann mit dieser Technologie auch reine Sole bis zu einer Streubreite von 8 m über den Streuteller ausgebracht werden (FS 100). Dabei kommt eine Hochleistungs-Solepumpe zum Einsatz, die auch bei den Kombistreuautomaten Verwendung findet. Laut Entwicklungsleiter Johannes Wallner hat man bei Bucher Municipal viel Zeit und Kosten in die technische Umsetzung dieser neuen Technologie gesteckt. Die durchweg positiven Ergebnisse ließ Bucher Municipal jetzt auch offiziell von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) nach DIN EN 15597-1/2 in Bezug auf die FS-50-Streutechnik überprüfen und bestätigen. Neben der Streugenauigkeit haben die Ingenieure ein besonderes Augenmerk auf die Anwendersicherheit gelegt. Aus diesem Grunde hat man diese neue Entwicklung zudem von der Berufsgenossenschaft BG Verkehr prüfen und mit dem GS-Zeichen versehen lassen.

Streuautomat von Bucher
Der modifizierte Streuautomat Yeti 2000 W mit FS-50-Streutechnologie von Bucher Municipal. | Fotos: Bucher Municipal

Vorteile und Möglichkeiten der FS-50-Streutechnologie

In der Praxis hat sich laut Hersteller gezeigt, dass die Erhöhung des Soleanteils von 30 % auf 50 % sowie die gleichzeitige Verringerung des Trockensalzes von 70 % auf 50 % das Streubild äußerst günstig beeinflusst. Gegenüber der FS-30-Technologie könne eine um bis zu 10 % verbesserte Querverteilung über die gesamte Streubreite beobachtet werden. Ein weiterer Vorteil liege in einer schneller einsetzenden Tauwirkung, da gelöstes Salz allgemein schneller zu einem Tauerfolg führe als trockenes Stein- oder Siedesalz. Zusätzlich hat der verringerte Trockensalzanteil positive Auswirkungen auf das Budget der zuständigen Meisterei, heißt es weiter, da Sole günstiger ist als reines Trockensalz. Darüber hinaus komme es bei der FS-50-Streuung durch den erhöhten Soleanteil zu deutlich weniger Materialverwehungen durch den nachfolgenden Verkehr. Im Vergleich zur FS-30-Streuung würde die Restsalzmenge bei gleichem Verkehrsaufkommen und im gleichen Zeitraum deutlich höher ausfallen. Dadurch könnten die Zeitabstände zwischen den einzelnen Streuvorgängen erhöht und die Einsatzzyklen verringert werden.
Die Einsparung von Streusalz sowie die verlängerten Einsatzintervalle können laut Bucher Municipal bereits nach wenigen Jahren zu einer Amortisation der Mehrkosten für die neue FS-50-Streutechnologie führen. bi