Ausbildung bei Herrenknecht: Vom Flüchtling zur Fachkraft

SCHWANAU, 11.12.2017 – Im September haben bei der Herrenknecht AG erstmals fünf Flüchtlinge ihre Ausbildung begonnen. Sie zählen zu den 56 jungen Frauen und Männern, die hier in den nächsten Jahren Berufe wie Mechatroniker, Industrie-, Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker, Industriekaufmann, technischer Produktdesigner oder Fachinformatiker erlernen.

Ausbildungswerkstatt bei Herrenknecht
Herrenknecht macht den Berufsanfängern den Einstieg so leicht wie möglich. Nach ersten Übungsstücken steht ihnen in der Ausbildungswerkstatt ein topmoderner Maschinenpark zur Verfügung. | Fotos: Herrenknecht

Das Unternehmen stellt insgesamt bis zu 180 Ausbildungsplätze zur Verfügung und ist damit bei der qualifizierten Ausbildung des dringend benötigten Fachpersonals ganz vorne mit dabei. „Die Jugend ist unsere Zukunft. Was hilft uns höchste Ingenieurkunst, wenn niemand sie bauen und herstellen kann? Daher bemühen wir uns um jeden, der die besten Tunnelbohrmaschinen der Welt tatkräftig mitbauen möchte“, betont Unternehmensgründer Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht.
Am Standort Schwanau-Allmannsweier lernen bereits mehr als 100 Auszubildende, im September starteten die 56 Neuen eine duale Ausbildung, die meisten im gewerblichen Bereich, dort, wo der größte Bedarf an hoch qualifiziertem Fachpersonal liegt. Weltrekord-Maschinen, imposante Werkshallen und eine topmoderne Ausbildungswerkstatt – zu Anfang muss der 30 ha große Firmensitz in Schwanau beeindruckend und faszinierend auf die Berufsanfänger gewirkt haben. Besonders für die fünf Neueinsteiger, die erst vor rund zwei Jahren ihre Heimatländer Syrien, Gambia und Guinea verlassen haben. Die Ausbildung bei Herrenknecht ist für sie Herausforderung und Chance zur Integration zugleich.

Azubi und Ausbilder bei Herrenknecht
Ein junges Ausbilderteam steht den Neueinsteigern mit Rat und Tat zur Seite. Von Übungsstücken bis hin zu Projekten für die reale Produktion werden Fähigkeiten über alle Anwendungsbereiche hinweg vermittelt.

Zukunft beginnt mit individueller Förderung

Auf Wunsch des Vorstands des Unternehmens wurden über die kommunale Arbeitsförderung, die Agentur für Arbeit, die Flüchtlingshilfe und über Sozialarbeiter der beruflichen Schule in Lahr die jungen Flüchtlinge nach Schwanau vermittelt. Sie bauen sich nun an ihrem neuen Lebensmittelpunkt in der Ortenau eine Zukunft auf. Deutsch können sie alle bereits ein bisschen. Zusätzlicher Nachhilfeunterricht soll helfen, ihre Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen.
Wasef Katmawi (25) will Fachinformatiker werden. Ganz anders der 19-jährige Mohammed Hoto, der eine Ausbildung als Fachkraft für Metalltechnik absolviert. In ihren Heimatländern haben die jungen Männer oft nur eine unvollständige Schulausbildung genossen und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. „Ich bin über die Ausbildung bei Herrenknecht sehr glücklich und hoffe, übernommen zu werden und später bei internationalen Projekten weltweit mitarbeiten zu können“, sagt Katmawi.
Herrenknecht gestaltet den Einstieg der Berufsanfänger so persönlich wie möglich. „Alle Auszubildenden werden bei uns individuell gefördert“, betont Ausbildungsleiter Klaus Himmelsbach. Ein junges Ausbilderteam leitet die Nachwuchskräfte praktisch an.

Als Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet

Herrenknecht ist einer der größten Ausbilder in der Ortenau. Das Unternehmen wurde im April vom Fachmagazin Focus Money als „Deutschlands Bester Ausbildungsbetrieb in der Branche Anlagen- und Maschinenbau“ ausgezeichnet. In der Ausbildungswerkstatt werden in einem topmodernen Maschinenpark praktische Fähigkeiten und Kenntnisse über alle Anwendungsbereiche hinweg vermittelt – vom Übungsstück bis hin zu Projekten für die reale Produktion. Mit innerbetrieblichem Unterricht in Englisch, Fachkunde und Wirtschaftskunde werden die Azubis für den Arbeitsalltag im international tätigen Unternehmen fit gemacht. „Bei Bedarf bieten wir außerdem Nachhilfeunterricht für die Herausforderungen an der Berufsschule an“, so Himmelsbach. Zusätzlicher Lernanreiz ist eine jährliche Prämie, die für besonders gute Leistungen ausgegeben wird.