Pilotanlage: geoKoax erschließt Geothermie am Jangtse

GRÄFELFING, 16.01.2018 – Gemeinsam mit dem Changjiang Institute of Survey, Planning, Design and Research hat die deutsche geoKoax GmbH eine Geothermie-Pilotanlage in Wuhan am Jangtsekiang in China errichtet. In dieser Anlage wird oberflächennahe Erdwärme zum Heizen und Kühlen eines Wohngebäudes mit koaxialen Speichersonden bereitgestellt.

Wohngebäude in Wuhan am Jangtsekiang
Die geoKoax GmbH hat zusammen mit dem Changjiang Institute of Survey, Planning, Design and Research eine Geothermie-Pilotanlage in Wuhan am Jangtsekiang in China errichtet.

Das Changjiang Institute of Survey, Planning, Design and Research (CISPDR) ist ein staatliches Unternehmen, das für die Entwicklung und Bewirtschaftung sowohl des Flussdeltas als auch des Jangtse selbst in seiner gesamten Länge über 6.380 km zuständig ist. Initiiert wurde dieses Projekt durch die Henotec Environmental Technology Co., Ltd, ein in Qingdao ansässiges Plattformunternehmen für die Ansiedlung wegweisender Umwelt- und Klimaschutztechnologien aus Europa.

Chinesischer Markt offen für Klimaschutz-Technologien

Die gemeinsam errichtete Erdwärme-Pilotanlage dient nicht nur als Forschungsobjekt, sondern markiert auch den Anfang eines langfristigen Engagements des deutschen Geothermie-Start-Ups in China. Am 23. November unterzeichnete das Münchner Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit dem Sino-German Ecopark in Qingdao. Dieser politisch flankierte, ökologische Industriepark an der Ostküste der Provinz Shandong in der Volksrepublik China gilt als Ansiedlungsmagnet für deutsche Industrie-Unternehmen wie z.B. Stihl und MTU. „Schnell entschlossen und frei von bürokratischen Hürden, so präsentiert sich uns der chinesische Markt.“, sagt Jörg zu Dohna, CEO der geoKoax GmbH in München. „Nur zwei Monate sind zwischen der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding und der Finalisierung dieses Projektes in Wuhan vergangen. Zugleich öffnen sich uns täglich neue Türen. Das Reich der Mitte macht uns vor, welche Bedeutung dem Klimaschutz zusteht und treibt mit Entschiedenheit die Erschließung der oberflächennahen Geothermie im Jangtse-Delta voran.“

Leistungsstarke Speichersonden benötigen weniger Bohrmeter

In Wuhan beträgt die Heizperiode im Winter gute drei Monate, während im Sommer in diesem subtropischen Klimagürtel rund fünf Monate lang Bedarf nach Wohnraumkühlung besteht. Das sind ideale Bedingungen, um die Leistungsfähigkeit der mehrfach ausgezeichneten deutschen Hochleistungserdwärmesonden unter Beweis zu stellen.
geoKoax ist ein koaxiales Speichersondensystem zur Gewinnung von oberflächennaher Erdwärme zum Heizen und Kühlen nicht nur von Gebäuden, sondern auch von Freiflächen. Diese neue Generation an Erdsonden kann aufgrund ihres innovativen Volumenspeichers und einer passiven Verwirbelungstechnik mit durchschnittlich 50 % weniger Bohrmetern gegenüber herkömmlichen Doppel-U-Sonden eingesetzt werden. Sie erzielt deutlich höhere Leistungen als alle bekannten Sonden-Wettbewerbsprodukte weltweit. Dies ermöglicht eine flächendeckende Nutzung von Geothermie, selbst in stark bebauten Ballungsgebieten. Durch die erhebliche Einsparung von Bohrmetern können Bohr- und systemische Risiken minimiert und die Investitionskosten um bis zu 30 % reduziert werden.

Vertragsunterzeichnung in Qingdao
Am 23. November unterzeichnete geoKoax eine Kooperationsvereinbarung mit dem Sino-German Ecopark in Qingdao. | Fotos: geoKoax

Zukünftig noch mehr Geothermie in China

In der Pilotanlage von Wuhan wird eine Doppelhaushälfte von ca. 300 m2 Grundfläche und einer 40 kW-Wärmpumpe über geoKoax-Speichersonden mit Erdwärme versorgt. Im Erdreich sind Temperaturfühler installiert, die ein kontinuierliches Monitoring durch das CISPDR Institute ermöglichen. Als Vergleichsobjekt dient das baugleiche Nachbarhaus; dort wurde eine identische Anlage mit einer konventionellen Doppel-U-Sonde installiert. Durch diesen Vergleich soll die herausragende Effizienz der geoKoax dokumentiert und auf die lokale Eignung bestätigt werden.
China hat sich als weltweit größter Energieverbraucher im aktuellen 13. Fünfjahresplan klare Klimaziele bis 2020 gesetzt und gibt weiterhin eine deutliche Steigerung von Erkundung, Ausbau und Einsatz von geothermischen Anlagen vor. In diesem Zusammenhang nehmen die mit Geothermie beheizten und/oder gekühlten Wohnflächen in China jährlich deutlich zu. Ende 2009 wurden ca. 130 Millionen m2 und Ende 2015 bereits knapp 500 Millionen m2 beheizt. Das Ziel für das Jahr 2020 wird mit 1.450 Millionen m2 angegeben (Quelle: Econet Monitor).