Zeitsparend geschalt: Zwei Tage pro Geschoss voraus

WEISSENHORN, 19.02.2018 – Für einen reibungslosen Bauablauf beim Bau des rund 30 Millionen Euro teuren IN-Towers am Ingolstädter Nordbahnhof sorgte die enge Zusammenarbeit zwischen Bauunternehmen, Gerüstbauer und den Schalungs-Ingenieuren. Das erlaubte eine rasche Taktfolge von nur acht statt der ursprünglich geplanten zehn Tage pro Turmgeschoss.

IN-Tower Baustelle vom Kran aus
Das gut funktionierende Zusammenspiel von Rohbau- und Gerüstarbeiten erlaubte eine rasche Taktfolge von nur acht Tagen pro Turmgeschoss.

Ingolstadt ist geprägt vom Automobil- und Maschinenbau und gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten Deutschlands. Mit dem neuen IN-Tower wird in der Donaustadt ein weithin sichtbares Gebäude errichtet, das zweithöchste der Stadt nach dem Liebfrauenmünster. 80 exklusive Wohnungen entstehen in dem 50 Meter hohen Wohnturm und dem L-förmigen Sockelbau, Mitte 2018 sollen sie bezugsfertig sein. Der Gebäudekomplex ist gegenüber dem Nordbahnhof 40 Meter und entlang der Östlichen Ringstraße 75 Meter lang, das Erdgeschoss ist für den Einzelhandel reserviert.
Das architektonische Markenzeichen des IN-Towers sind die umlaufenden, geschwungenen Balkone der vier Geschosse im Sockelbau und der 15 Turmetagen. Sie verlaufen als horizontale, geschwungene Bänder mit insgesamt knapp 2.000 m Gesamtlänge rund um das Gebäude. Die nach jeweils drei Etagen verdrehte Anordnung der über 2 m auskragenden Vorbauten verleihen dem Gebäude bewegte, fließende Formen.

Modulgerüst Peri Up Flex am IN-Tower
Das Modulgerüst Peri Up Flex passte sich der Gebäude- und Balkongeometrie ideal im metrischen 25-cm-Raster an. | Fotos: Peri

Elf Monate Bauzeit

Das Bauunternehmen Markgraf erstellt den IN-Tower mit etwa 9.000 m² Bruttogeschossfläche schlüsselfertig. Für den Rohbau benötigte das erfahrene Baustellenteam nur elf Monate, von Januar bis Dezember 2017. Möglich wurde dies durch eine integrierte Schalungs- und Gerüstlösung, die die Peri-Ingenieure zusammen mit den Markgraf-Projektverantwortlichen schon frühzeitig auf die terminlichen und technischen Erfordernisse abstimmten. Vor allem die Einbeziehung der Gerüstbauarbeiten für die in Fertigteilbauweise herzustellenden Balkone in das Gesamtkonzept sorgte für einen reibungslosen Bauablauf. Hierfür arbeitete Gerüstbauspezialist Spies aus Sennfeld bei Schweinfurt eng mit Markgraf und Peri zusammen. Zur Koordination und Steuerung der Schalungs- und Gerüstplanung bis hin zur termingerechten Materialbereitstellung unterstützte ein Peri-Projektleiter die Bauleitung.

Geschwungene Balkone am IN-Tower
Die versetzte Anordnung der geschwungenen, über 2 Meter auskragenden Balkone erforderte ein projektspezifisch abgestimmtes Realisierungskonzept auf Grundlage des Peri Up Flex Modulgerüstsystems mit maximaler Anpassungsfähigkeit.

Rasche Taktfolge

Dass Markgraf eine Taktfolge von nur acht statt der geplanten zehn Tage pro Turmgeschoss brauchte, lag auch gut funktionierenden Zusammenspiel von Rohbau- und Gerüstarbeiten. Wesentlicher und weithin sichtbarer Bestandteil der Peri-Lösung war die Einrüstung mit Peri Up Flex, das als Fassadengerüst und gleichzeitig zum Abstützen der unterschiedlich auskragenden Balkonfertigteile diente. Die Peri Up-Modulgerüstvariante passte sich der Gebäude- und Balkongeometrie ideal im metrischen 25-cm-Raster an und diente als Arbeits- und Traggerüst. Die weitestgehende Verwendung von Systembauteilen minimierte dabei die Anzahl von Rohr-Kupplungsverbindungen. Das beschleunigte die Gerüstmontage und sorgte wegen der fast lückenlosen Arbeitsflächen ohne Stolperstellen für eine hohe Arbeitssicherheit.
Während die Peri Maximo-Wandschalung mit der einseitig bedienbaren Ankertechnik, die Skydeck-Deckenschalung mit dem Fallkopfsystem und die Quattro-Säulenschalung die Stahlbetonarbeiten vorantrieben, sicherte Prokit als temporärer Seitenschutz die Absturzkanten an den freien Geschossdecken. Entsprechende Zeitvorteile beim Schalen der Wände erbrachte nicht nur die MX Ankertechnik der Maximo-Rahmenschalung, die auch schon beim Bau des Berliner Stadtschlosses zum Einsatz kam: Durch die Verwendung der Schachtecke MX als Innenecke und gleichzeitig als Ausschalelement konnte die komplette Innenschalung für die Aufzugs- und Treppenhausschächte als kranversetzbare Schalungseinheit über alle Betoniertakte verbleiben. Auch die Geschossdecken ließen sich mit Systemlösungen zeitsparend schalen: Die alu-leichte Paneel-Deckenschalung Skydeck sorgte einerseits für schnelle, systematische Montagefolgen. Zudem erlaubte der Skydeck-Fallkopf frühes Ausschalen – einhergehend mit verkürzten Taktzeiten und verringerter Vorhaltemenge.

Deckenschalung Skydeck am IN-Tower
Mit der Paneel-Deckenschalung Skydeck wurden die Geschossdecken geschalt. Der Fallkopf erlaubte frühes Ausschalen, verkürzte die Taktzeiten und verringerte die Vorhaltemenge.