Weißbier und Weißbeton: Fassade wie aus einem Guss

MÜNCHEN/WIESBADEN, 22.02.2018 – Paulaner hat sich eine neue Hauptverwaltung auf dem Areal der denkmalgeschützten Zacherl’schen Bierbrauerei genehmigt. Optisch verschmolzen werden die alte Bausubstanz und der neue Erweiterungsbau durch eine tragende Fassade aus Weißbeton-Fertigteilen.

Paulaner Hauptverwaltung mit Weißbeton-Fassade
Streng und schön: Im Gesamtbild wirkt die Fassade wie aus einem Guss. | Foto: Edzard Probst

Durch den Umzug der Produktion nach München-Langwied wurde das ehemalige Werksgelände der Paulaner Bierbrauerei in der Münchner Ohlmüllerstraße frei. Paulaner entschloss sich, die Hauptverwaltung an diesen historischen Ort zu verlegen, an dem früher die Zacherl’sche Bierbrauerei stand. Besondere Herausforderung: Der denkmalgeschützte Teil des Zacherlbaus, der aus dem Jahr 1816 stammt, musste erhalten und in den Neubau integriert werden.

Nach Plänen des Münchner Architekturbüros Hierl wurde die historische Bausubstanz gefühlvoll um einen Neubau erweitert. Als optische Klammer zwischen alt und neu fungiert eine tragende Fassade aus Dyckerhoff Weiss Strong N (CEM I 52,5 N sw). Die Laumer Bautechnik GmbH aus Massing produzierte in der werkseigenen Mischanlage 318 m³ Weißbeton, aus dem die Fertigteile für die Fassade hergestellt wurden. Von den insgesamt 568 Elementen sind 502 Hauptteile bis zu 7,5 t schwer und bis zu 7,90 m lang. Die Oberfläche der Elemente ist abgesäuert, im Gesamtbild wirkt die Fassade wie aus einem Guss.

Fast barock mutet das historische Portal aus dem Jahr 1822 an, an dessen Entwurf einst der bedeutende klassizistische Architekt Leo von Klenze mitgewirkt haben soll. Von innen wirkt der Neubau durch eine elegante und schlichte Architektur. Dezente Elemente aus dunklem Stahl und Eichenholz erinnern zwar an Bierfässer, doch der Gesamteindruck ist hell und modern. Ein Highlight für die Mitarbeiter ist der großzügige Innenhof, der durch den Gebäuderiegel vom Straßenlärm abgeschirmt ist. Hier kann im Sommer die Mittagspause auch mal draußen stattfinden.

Paulaner Hauptverwaltung
Der denkmalgeschützte Teil des Zacherl-Baus wurde in den Neubau integriert. | Foto: Edzard Probst

Insgesamt umfasst das Verwaltungsgebäude ca. 9.700 Quadratmeter Nettogeschossfläche. In den Obergeschossen befinden sich flexibel nutzbare Büroflächen für rund 300 Mitarbeiter. Im Untergeschoss wurden einige historische Gewölbe erhalten, die jetzt für Repräsentationszwecke und Schulungen genutzt werden. Die durch den Umzug der Produktion zusätzlich auf dem Areal freigewordenen Flächen werden bis 2023 als Stadtquartiere mit insgesamt 1.500 Wohnungen entwickelt.

Zurück an alter Stelle

Auf dem Paulaner-Areal wird seit 1627 Bier gebraut, zunächst von den Mönchen des Klosters Neudeck für den Eigenverbrauch. Nach der Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte Franz Xaver Zacherl die Brautradition unter dem Namen „Salvator“ weiter. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dann sukzessive der Name „Paulaner“ eingeführt.