Leitungssanierung in Bahrainer Raffinerie: Schlauchlining in time

BLOMBERG, 22.02.2018 – Dass Verfahren der grabenlosen Leitungssanierung auch im Königreich von Bahrain gefragt sind, zeigt ein Projekt der Rainer Kiel Kanalsanierung GmbH aus Blomberg. 2016 erteilte die Raffinerie Bahrain Petroleum Company B.S.C. (BAPCO) den Auftrag für die Sanierung von Leitungen (DN 600 à 30 m) und (DN 800 à 180 m) im Schlauchliningverfahren. Zeitvorgaben spielten dabei eine ganz besondere Rolle.

Die Raffinerie der Bahrain Petroleum Company
Die Raffinerie der Bahrain Petroleum Company | Foto: BAPCO
Obwohl das Schlauchliningverfahren für die Mitarbeiter der Rainer Kiel Kanalsanierung in Deutschland zum Alltag gehört, war die Umsetzung des Projektes in Bahrain selbst mit Herausforderungen verbunden, wie sich Projektleiter Stephan Schnacke erinnert: „Nachdem sich das Projekt zunächst durch Vorarbeiten eines erforderlichen Schachtneubaus auf Auftraggeberseite zeitlich verzögerte, musste am Ende alles schnell gehen. Durch die große Nachfrage an Containerstellplätzen in den Mittleren Osten waren viele Schiffe weit im Voraus ausgebucht. Ein alternativer Lufttransport hätte jedoch eine deutliche Kostenerhöhung bedeutet. Auch die unbedingte Einhaltung der Kühlkette unserer Materialien war von größter Bedeutung“, so Schnacke.
In Bahrain konnten die ersten Schlauchliner Ende April 2017 erfolgreich eingebaut werden. Für die Arbeiten selbst (Einziehung des Schlauchliners zwischen zwei Schächten, Kalibrieren des Schlauches mittels Druckluft, Durchziehung einer UV-Lichtquelle zur Aushärtung des Harzes) stand der Rainer Kiel Kanalsanierung ein Zeitfenster von drei Stunden zur Verfügung. „Hintergrund war, dass die Leitung zu einem Kühlsystem gehörte, das nur für einen bestimmten Zeitraum außer Betrieb genommen werden konnte“, erklärt Stephan Schnacke.

Tageshitze umgangen

Wie sehr kulturelle und klimatische Begebenheiten in Bahrain Einfluss auf die Projektplanung nehmen können, erfuhren die Spezialisten aus Blomberg ebenfalls. Die zweite grabenlose Leitungssanierung wurde auf den Zeitraum nach dem Ramadan gelegt und damit mitten in die Sommermonate, so dass die notwendigen Arbeiten abends bzw. nachts durchgeführt werden mussten. „Der von der bahrainischen Regierung vorgeschriebene ;Summer work ban‘ vom 1. Juli bis 31. August erlaubt aufgrund der Tageshitze keine Arbeiten im Freien über die Mittagszeit“, so Schnacke. Nach Sonnenuntergang, aber immer noch bei 35 °C, traf die Linerkiste vom Kühllager an der Baustelle ein. „Nachdem der Inliner erfolgreich in die Leitung eingezogen worden war, konnte um 22:30 Uhr die Aushärtung beginnen“, berichtet Stephan Schnacke. Die Aushärtung betrug insgesamt 5,5 Stunden, die Durchzugsgeschwindigkeit der UV-Lichtquelle 0,55 m/Min., so dass die Arbeiten gegen 6:30 Uhr am nächsten Morgen beendet werden konnten.

Arbeitsvorbereitung für den Schlauchlining-Einsatz.
Arbeitsvorbereitung für den Schlauchlining-Einsatz. | Foto: Rainer Kiel Kanalsanierung

Zeit gespart

Am Ende des Projektes waren alle Parteien begeistert. Die Anwendung des grabenlosen Sanierungsverfahrens hat der Raffinerie in Bahrain Alternativen gezeigt, wie sich Rohre in einem komplizierten unterirdischen Netzwerk ohne Freilegung sanieren lassen. „Nach groben Schätzungen gehen wir davon aus, dass alleine der Austausch der zwei großen Leitungen in einem herkömmlichen Verfahren mindestens sechs Monate gedauert hätte“, erläutert Geschäftsführer Rainer Kiel. „Im Vergleich dazu haben unsere Mitarbeiter dank unseres Spezialverfahrens hierfür nur wenige Tage benötigt.“
Für die Rainer Kiel Kanalsanierung GmbH gehört der internationale Einsatz zu einer interessanten Erfahrung. Damit wurde die Grundlage für weitere erfolgreiche Auslandseinsätze mit Know-how aus Ostwestfalen-Lippe gelegt.