Interaktive Leucht-Brücken und Fassaden aus Flachs

CHEMNITZ, 23.02.2018 – Leichtbau reduziert das Gewicht von Bauelementen und ermöglicht einen effizienteren Umgang mit Ressourcen. Anwendungsbeispiele aus dem Bauwesen gibt es im Mai in Chemitz zu sehen. Forscher präsentieren leuchtende Wabenbrücken, Fassaden aus Flachs und interative Carbonbetonbauteile.

Pavillon aus Carbonbeton
Die Pavillons aus Carbonbeton wurden von Wissenschaftlern der TU Chemnitz errichtet. Sie sind mit Sensoren ausgerüstet, über die sich die Beleuchtung steuern lässt. | Foto: Dr. Sandra Gelbrich

Dass die Verbindung von technischen Textilien und Leichtbau in vielen Bereichen völlig neue Möglichkeiten eröffnet, demonstrieren die Internationale Messe für Technische Textilien mtex+ und die Leichtbaumesse LiMA, die am 29. und 30. Mai stattfinden. Neu ist die Sonderschau „light. building – Leichtbau im Bau“, die vom Forschungsbereich „Leichtbau im Bauwesen“ unter der Leitung von Dr. Sandra Gelbrich am Institut für Strukturleichtbau der Technischen Universität Chemnitz gestaltet wird.

Bauelemente aus Flachs und Pappe

So stellen die Forscher der TU Chemnitz beispielsweise ein multifunktionales Fassadensystem vor, das auf nachwachsenden Rohstoffen wie Flachs basiert. Die Flachsfasern sind eingebettet in ein Harzsystem und bilden ein Sandwich-Element um einen Kern aus Wellpappegefachen. Integriert sind Lichtelemente, die die Fassade zum bespielbaren Monitor machen. Diese „Biofassade“ ist das Ergebnis eines Projekts der TU mit den Chemnitzer Unternehmen Richter & Hess Verpackungssysteme und FiberTech Construction. Die Monitor-Fassade wird demnächst an einer neuen Produktionshalle von Richter & Hess angebracht und soll dort zum Beispiel Kunden oder Gäste des Unternehmens begrüßen.

Leichtbaubrücke mit interaktiven Lichtwaben

Bei dieser interaktiven Leichtbaubrücke können Passanten die Wabenelemente zum Leuchten bringen. | Foto: TU Chemnitz/Hendrik Schmidt

Licht-Brücke mit glasfaserverstärktem Kunststoff

Seit einiger Zeit schon überspannt ein gekrümmter Fußgängerweg mit einer Wabenbrücke aus GFK-Elementen die Chemnitz. Bei dieser Brücke wurden zum ersten Mal Leichtbau-Waben-Module aus textilverstärkten Hybridwerkstoffen für die tragenden Strukturen eingesetzt. Auch sie ist interaktiv: Passanten können die Wabenelemente zum Leuchten bringen. Auf der Sonderschau wird ein Demonstrator des Bauwerks zu sehen sein.
Neben der Gewichtsreduzierung und dem sparsamen Einsatz von Ressourcen nennt Dr. Gelbrich weitere Vorteile dieser Form des Leichtbaus wie zum Beispiel die freie Formgebung und die Integration zusätzlicher Funktionalitäten bei Wahrung der gleichen bauphysikalischen Eigenschaften wie mit klassischen Systemen.

Starker Anwenderbezug

Außerdem achten die Chemnitzer Forscher auf einen starken Praxisbezug, so Gelbrich: „Wenn wir ein neues Material entwickeln, dann überlegen wir uns ebenso das passende Fertigungsverfahren dazu. Mit dieser Kombination besitzen wir eine Alleinstellung in der deutschen Forschungslandschaft.“
Davon können sich die Besucher der Sonderschau überzeugen, die auch Möbel und bionisch geformte multifunktionale Elemente aus Textilbeton präsentiert. Weitere Informationen über bionisch inspirierte Leichtbaustrukturen im Bauwesen vermittelt das begleitende Vortragsprogramm.

Weitere Informationen zur Messe unter www.mtex-lima.de