Leckortung mit Phocus3: Ein neues Modell macht Schule

HASELÜNNE, 05.03.2018 – Die Stadtwerke Bad Hersfeld überwachen ihr Wassernetz routinemäßig mit den Geräuschloggern Phocus3 von Esders auf Leckagen. Das beugt größeren Schäden vor, beschleunigt den Workflow, vermeidet teure Nachtschichten und erleichtert die Dokumentation. Denn durch automatische GPS-Verknüpfung wird beim Aussetzen der Logger quasi „nebenbei“ ein Planwerk des überprüften Netzabschnittes erstellt.

Die kleinen Phocus3-Logger passen in jede Kappe. Sie werden tagsüber mit dem dazugehörigen Smart Recorder programmiert und in Kappen und Schiebern des zu überprüfenden Abschnitts eingesetzt.
Die kleinen Phocus3-Logger passen in jede Kappe. Sie werden tagsüber mit dem dazugehörigen Smart Recorder programmiert und in Kappen und Schiebern des zu überprüfenden Abschnitts eingesetzt.
Früher nutzten die Stadtwerke in der knapp 30.000 Einwohner zählenden Stadt Bad Hersfeld Horchgeräte, um undichte Stellen im Leitungsnetz zu lokalisieren. Mit ihnen wurden im Nachtschichtbetrieb, wenn die Umgebungsgeräusche zurückgingen, die Leitungsnetze nach Leckagen abgehorcht. Doch diese Zeiten sind lange vorbei: „Wir hatten hier bis vor einigen Jahren Phocus2-Logger im Einsatz und waren bereits sehr zufrieden“, berichtet Alexander Garweg, Prokurist bei den Stadtwerken. „Als dann das kleinere Phocus3-Modell auf den Markt kam, waren wir natürlich sehr gespannt.“ Also habe man die Esders GmbH eingeladen, die neue Generation Geräuschlogger in Bad Hersfeld vorzuführen. Gleich 36 Phocus3-Geräte gehören heute zum Bestand der Stadtwerke.
Das Auslesen der Geräuschlogger erfolgt per Funk oder Infrarot.
Das Auslesen der Geräuschlogger erfolgt per Funk oder Infrarot.

Klein und smart

„Diese Geräuschlogger sind ideal für unsere routinemäßigen Überprüfungen“, sagt Garweg. Zur effektiven flächendeckenden Überwachung würden am besten alle 36 gleichzeitig ausgesetzt. Die Logger arbeiteten sehr zuverlässig und seien einfach zu bedienen. Darum werden sie zur fortlaufenden Routinekontrolle des gesamten Leitungsnetzes genutzt. Für die Identifizierung eventueller Schwachstellen werden die Logger tagsüber mit dem dazugehörigen Smart Recorder programmiert und einfach in Kappen und Schiebern des zu überprüfenden Abschnitts eingesetzt. Mit seinem Durchmesser von 40 und einer Höhe von 92 mm in der Infrarot-Version passt der einzelne Logger in jede Bad Hersfelder Straßenkappe. Nachts, wenn die meisten Störgeräusche nicht mehr auftreten, werden die Kontaktschallmikrofone der Phocus3-Geräte dann in zuvor definierten Zeitintervallen aktiv. Die Logger können am darauffolgenden Tag komfortabel ausgelesen und entfernt werden oder zur Verifizierung der Ergebnisse noch eine weitere Nacht an der zu prüfenden Stelle verbleiben.

Stadtwerke verleihen Geräte an Gemeinden

Die Arbeit mit den Geräuschloggern kommt so gut an, dass die Stadtwerke sie hilfsweise in kleineren umliegenden Gemeinden anbietet, die selbst nicht die Ressourcen dafür besitzen. „Entweder die Gemeinden verfügen erst gar nicht über die entsprechenden Geräte oder es fehlt an Personal“, weiß Alexander Garweg. Das führte in der Vergangenheit oft zu Schwierigkeiten, weil Rohrbrüche nicht exakt oder auch gar nicht lokalisiert werden konnten. Phocus3 bringt genau die richtigen Features für die Arbeit in den umliegenden Gemeinden Bad Hersfelds mit. Die Verknüpfung mit Google Maps macht die Arbeit mit den ausgesetzten Loggern auch in unbekannten Gebieten oder bei einem Personalwechsel während der Arbeit schnell und unkompliziert.

Der Smart Recorder dient als mobiler Datenspeicher für die Datenübertragung auf den stationären PC im Büro. Rechts: Auslesen der Geräuschparameter. | Fotos: Esders
Der Smart Recorder dient als mobiler Datenspeicher für die Datenübertragung auf den stationären PC im Büro. | Fotos: Esders

Mehr Workflow, weniger Fehlerquellen

Das Auslesen der Geräuschdaten erfolgt schließlich je nach Geräteausstattung per Funk oder Infrarot – ebenfalls mit dem Smart Recorder, so dass die Mess- und Geräuschdaten direkt vor Ort zur Verfügung stehen. Gleichzeitig dient der Smart Recorder als mobiler Datenspeicher für die Datenübertragung auf den stationären PC im Büro. Hier kann mithilfe der GPS-Daten eine Kartenansicht des untersuchten Rohrnetzabschnitts in Google Maps erzeugt werden, in der die einzelnen Loggerpositionen automatisch angezeigt werden. Damit entfällt das umständliche und fehleranfällige händische Notieren und Übertragen in Papierdokumente wie etwa die zugehörigen Netzpläne. „Das Ausfüllen von Listen und Plänen kann man sich damit sparen“, sagt Garweg, das beschleunige den Workflow und eliminiere Fehlerquellen. Anhand der aufbereiteten Daten können die Fachleute der Bad Hersfelder Stadtwerke schnell erkennen, wo die aufgezeichneten Geräusche auf ein Leck im Leitungsnetz hindeuten. Mithilfe der Parameter Minimumgeräuschpegel und Leckwahrscheinlichkeit lässt sich die mögliche Leckage weiter softwaregestützt eingrenzen. Zusätzlich kann das während der Nacht gespeicherte Geräusch nach der Übertragung auf den PC abgehört werden. Bei einer hohen Leckwahrscheinlichkeit schließt sich dann die exakte Ortung an. Wenn das geschehen und das Leck einwandfrei identifiziert ist, kann schließlich der Bagger anrücken und die Ausbesserungsarbeiten direkt an der Leitung beginnen.

Doppelter Nutzen

Nicht nur mit den Geräten, sondern auch mit dem Service der Esders GmbH ist man in Bad Hersfeld vollauf zufrieden. „Bei Problemen wird schnell und unkompliziert geholfen. Ein benötigtes Ersatzgerät erreichte uns innerhalb eines Tages per Eillieferung. Das ist wirklich vorbildlich.“ Die Arbeit mit dem Phocus3 lohnt sich für die Stadtwerke doppelt, so Garweg: „Dadurch, dass wir Leckagen zuverlässig erkennen, sparen wir nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Denn die Logger arbeiten absolut zuverlässig. Wenn einer unserer Abschnitte von den Geräten negativ überprüft worden ist, können wir uns auf den nächsten Abschnitt konzentrieren. Wenn die Loggertechnik anzeigt, dass in einem überprüften Abschnitt alles in Ordnung ist, dann ist dort auch wirklich alles in Ordnung.“ bi