Erneuerungsmaßnahme in Altena: Mit LightFit sicher in die Zukunft

WESEL, 07.03.2018 – Im Rahmen einer groß angelegten Kanal- und Leitungserneuerungsmaßnahme in der Stadt Altena (NRW) setzten die Verantwortlichen auf verschweißbare Kunststoffrohre und Formteile aus PE-HD. Diese sorgen nun für ein dauerhaft dichtes und sicheres Kanalnetz.

Verlegung des Mischwasserkanals in Altena
Verlegung des Mischwasserkanals | Fotos und Grafik: Plasson
Die Maßnahme in Altena umfasste die vollständige Erneuerung aller unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen im Bereich der Straßen Ebbergstraße/Im Springen. Insbesondere die vorhandenen Abwasserkanäle mussten hydraulisch bedingt durch Kanäle mit größerem Querschnitt ausgetauscht werden. Mit der Planung des Abwasserkanals und für den Straßenendausbau wurde die Wasser Umwelt Verkehr GmbH aus Menden beauftragt. Das Ingenieurbüro bündelte zudem alle erforderlichen Arbeiten hinsichtlich Kanalerneuerung, Straßenbau und Austausch der Versorgungsleitungen.

Kanal- und Leitungserneuerung gehen Hand in Hand

Die Besonderheit dieser Maßnahme bestand vor allem in der Erneuerung der vorhandenen Abwasserkanäle in offener Bauweise unter sehr beengten Platzverhältnissen und stark eingeschränkter Zugänglichkeit. Jörg Michutta vom Abwasserwerk der Stadt Altena erläutert: „Die Kernaufgabe bestand darin, eine hydraulische Leistungssteigerung des vorhandenen Mischwasserkanals in der Ebbergstraße von DN 300 auf DN 400 und in der Straße Im Springen von DN 300 auf DN 500 herbeizuführen. Ziel der Maßnahme war die Herstellung einer den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechenden Leistungsfähigkeit der Kanalisation und die Sicherstellung einer ausreichenden Überflutungssicherheit in diesem Bereich.“ In enger Abstimmung mit dem zuständigen Energie- und Wasserversorger wurden dabei die Synergien aus der Durchführung der Baumaßnahme in der offenen Bauweise genutzt, so dass die gesamte unterirdische Infrastruktur rundum erneuert wird. „Ohne dieses gemeinsame Vorgehen konnte die Kanalsanierung nicht durchgeführt werden“, erklärt Markus Rüschenbaum, Prokurist der Wasser Umwelt Verkehr GmbH. Denn ehe die ersten neuen Kanalrohre eingebaut wurden, mussten die vorhandenen Versorgungsleitungen neben der neuen Kanaltrasse um- bzw. neuverlegt werden.

Betonfertigteilschacht mit integriertem LightFit-Betonschachtadapter
Betonfertigteilschacht mit integriertem
LightFit-Betonschachtadapter

„Verschweißen überraschend unkompliziert“

Die Ausführung der Kanal- und Leitungsarbeiten erfolgte aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeitsbereiche für die Abwasserkanäle und Versorgungsleitungen durch entsprechende Fachunternehmen. So wurde mit der Erneuerung der bestehenden Mischwasserkanäle die Manfred Rode Tiefbau GmbH aus Plettenberg beauftragt. Das lokal ansässige Unternehmen verfügt zwar über jahrzehntelange Erfahrung im Tief- und Straßenbau, das Schweißen von Kunststoffrohren und Formteilen auf Basis der Heizwendelschweißtechnik gehörte jedoch bisher nicht zum Tagesgeschäft. Dennoch: „Das Verschweißen der Kunststoffrohre und Anschlusssättel verhielt sich überraschend unkompliziert, so dass wir im Bauablauf zügiger als erwartet vorankamen“, erklärt Bauleiter Andreas Barth, Manfred Rode Tiefbau GmbH. „Durch die absolvierte Schweißfachschulung und Unterstützung durch die Plasson GmbH wurde bereits im Vorfeld der Baumaßnahme der Grundstein für die fachgerechte Ausführung der Heizwendelschweißtechnik gelegt.“

LightFit-Schachtanschlusssystem

Die Kanalerneuerung in Altena bestand im Wesentlichen aus der Verlegung und Verschweißung von insgesamt ca. 200 m PE-Hauptkanal der Dimensionen d 450 (DN 400) und d 560 (DN 500) in einer mittleren Tiefenlage von ca. 2 m unter Geländeoberkante im mittelschwer lösbaren verwitterten Tonstein bei Gefälle bis maximal 60 ‰. Mit der Kanalerneuerung ging auch die Herstellung neuer Schachtbauwerke aus Betonfertigteilen einher. Dabei wurden sämtliche Schachtanschlüsse ebenfalls als verschweißte Verbindung ausgeführt, um eine höchstmögliche Lebensdauer und Dichtheit des Gesamtsystems zu gewährleisten. Dafür wurde das LightFit-Schachtanschlusssystem von Plasson als technische Lösung vorgegeben. Es besteht aus einem PE-Schachtfutter inklusive Elektroschweißmuffe. Das Schachtfutter wird in der Regel werkseitig im Betonwerk in die Schachtunterteile integriert. Auf der Baustelle werden PE-Rohr und PE-Schachtfutter schließlich mit der dazugehörigen Elektroschweißmuffe homogen miteinander verschweißt. Damit sind In- und Exfiltration sowie Wurzeleinwuchs ausgeschlossen. Zudem bietet das LightFit-Schachtanschlusssystem große Reserven gegenüber Abwinklung, z.B. infolge einer Setzung des Schachtkörpers. Bis zu 62 mm/m Kanalrohr bzw. 3,6 Grad Abwinklung garantiert das System. Für die Anbindung der seitlichen Zuläufe wurde der LightFit-Anschlusssattel mit PVC/KG/PP-Übergang in Verbindung mit dem LightFit-Anbohr- und Spannwerkzeug – einsetzbar in den Hauptrohrdimensionen d 200 bis d 710 für alle LightFit-Anschlusssättel mit Abgang DN 150/d 160 – verwendet.

Neu verlegter PE-Hauptkanal d 450 mit Schachtanschluss und Anschlusssätteln von Plasson
Neu verlegter PE-Hauptkanal d 450 mit
Schachtanschluss und Anschlusssätteln
von Plasson

Sichere und schnelle Montage

Entscheidend für die Manfred Rode Tiefbau GmbH war „die gute und sichere Handhabbarkeit des Montagewerkzeugs sowie das universelle Einsatzspektrum des Gesamtsystems mit den verfügbaren Anschlusssätteln“. Die praktische Umsetzung mit dem LightFit-Anbohr- und Spannwerkzeug läuft wie folgt ab: Der PE-Hauptkanal wird im Bereich des späteren Anschlusssattels, entsprechend der DVS-Richtlinie 2207-1, spanend bearbeitet. Anschließend wird der PE-Hauptkanal mit dem universellen LightFit-Anbohrwerkzeug auf das erforderliche Öffnungsmaß DN 150/d 160 aufgebohrt. Sodann wird der Anschlusssattel unter Verwendung des LightFit-Spannwerkzeugs fest mit dem Kanalhauptrohr verspannt. Der letzte Arbeitsschritt besteht aus der Verbindung des Schweißgerätes mit den Anschlusskontakten des Elektroschweißfittings und dem Einlesen des auf dem Anschlusssattel befindlichen Barcodes mit dem Lesestift oder Scanner des Schweißgerätes. Dabei werden die für die Schweißung benötigten Schweißparameter vom Schweißgerät verarbeitet und der Schweißablauf mit größtmöglicher Sicherheit vollautomatisch gesteuert. Nach der Sattelschweißung muss der Spannanker des Montagewerkzeugs noch mindestens für den Zeitraum der auf dem Fitting angegebenen Abkühlzeit installiert bleiben, um die Verfestigung des zuvor plastifizierten Werkstoffs im Bereich der Schweißzone sicherzustellen. Unabhängig davon kann mit dem LightFit-Anbohrwerkzeug bereits die nächste Anschlussbohrung angegangen werden, so dass Stillstandzeiten vermieden werden.
Mit Abschluss der Kanalerneuerungsmaßnahme wird die hydraulische Leistungsfähigkeit des Mischwassersystems deutlich gesteigert. Durch die Ausbildung des Kanalnetzes als verschweißtes System sind zudem die Voraussetzungen für ein dauerhaft dichtes und über viele Jahrzehnte hinaus sehr gut funktionierendes Abwassernetz in diesem Teileinzugsgebiet in Altena geschaffen.