Spektakulärer Aufstieg in die „Wunderkammer des Brotes“

SALACH, 22.03.2018 – Die Geschichte des Brotbackens präsentiert seit letztem Herbst das „Paneum“ in Oberösterreich. Der extravagante Bau ist ein Entwurf des berühmten Architekturbüros Coop Himmelb(l)au Wien. Sein Inneres wird erschlossen von einer preisgekrönten Wendeltreppe.

Paneum - Wunderkammer des Brotes
Das Paneum von Coop Himmelb(l)au: Der obere Teil, auch „Wunderkammer des Brotes“ genannt, erinnert in der Form an Teig,  in der Oberfläche an die Struktur eines Gärkorbes.

Der Gründer des Backgrundstoffherstellers Backaldrin im österreichischen Asten hat sich mit dem Paneum einen Lebenstraum erfüllt. Besucher finden im unteren eckige Teil des Gebäudes ein Kundeninformationszentrum und Veranstaltungsforum. Darauf aufgesetzt ist die sogenannte „Wunderkammer des Brotes“: Hier wird eine außergewöhnliche Ausstellung zur Geschichte des Brotbackens gezeigt. Den Mittelpunkt des spektakulären Baus bildet die freitragende, spiralförmige Wendeltreppe mit brüstungshohen Wangen von der MetallArt Treppen GmbH aus der Nähe von Stuttgart. Sie bietet Besuchern einen optimalen Blick auf die frei schwebenden Ausstellungsstücke zum Thema Brot und Backen.

Technische Herausforderung

Die Besonderheit der Wendeltreppe ist ihr fünfläufiger Grundriss, der einem umgedrehten Kegel entspricht. So bewegt sich die Laufbreite vom An- zum Austritt ansteigend zwischen ca. 1.475-2.500 mm, und auch die Menge an Stahl, die für die Außen- und Innenwangen eingesetzt wurde, nimmt mit steigender Höhe zu. Die außergewöhnliche Geometrie war für das technische Büro eine besondere Herausforderung. „Zum Beispiel konnten die Treppenwangen nicht in einem einheitlichen Radius gefertigt werden, sondern mussten aus vielen Radien zusammengesetzt werden“, so der Konstruktionsleiter von MetallArt. „Da jede Stufe eine andere Laufbreite hat, war der Konstruktionsaufwand außerdem dementsprechend hoch.“ Auch die Mittelachse der Treppe ist nicht wie gewöhnlich vertikal angeordnet, sondern verläuft leicht geneigt. Die Entwurfs- und Konstruktionsplanung wurde in CAD vorgenommen. Im 3D-Format konnten so diverse Darstellungen mit frei wählbaren Blickwinkeln eingestellt werden. 

MetallArt-Wendeltreppe im Paneum
Die „Wunderkammer“ wird durch die spektakuläre Wendeltreppe der MetallArt GmbH erschlossen.

Prominente Skulptur im Raum

Doch nicht nur die Form macht die Wendeltreppe zum Eyecatcher. Durch die statisch mittragende Stahluntersichtsverkleidung, für die MetallArt im letzten Jahr den Bundespreis für herausragende innovatorische Leistungen gewann, wirkt die Konstruktion wie eine Skulptur – zumal sie so prominent im Raum platziert ist. Mit transparenten Ganzglasgeländern auf allen drei Ebenen und Leuchtkonsolen entlang der äußeren Handläufe ergibt sich ein markantes Zusammenspiel von Materialien und Licht. Die Wangen selbst wurden jeweils am An- und Austritt direkt und kraftschlüssig auf der tragfähigen Rohdecke befestigt. Eine unterseitige Aussparung am Handlauf aus Edelstahl beherbergt die LED-Beleuchtung.

Großes Lob von Wolf D. Prix

Die Treppe wurde komplett im Werk von MetallArt gebaut, in transportable Teilstücke zerlegt und anschließend im Gebäude wieder zusammengesetzt. Auftraggeber und Architekturbüro zeigten sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden: „Neben der guten Zusammenarbeit beeindruckte uns der präzise Einbau der Stahlkonstruktion durch die Spezialisten von MetallArt. Wir sind begeistert davon, wie diese imposante Treppenskulptur das Gebäude vervollständigt“, so der Gründer von Coop Himmelb(l)au, Wolf D. Prix. Auch die Jury von Treppen.de, dem Fachportal für den Treppenbau in Deutschland, überzeugte das architektonische Meisterwerk. Beim jährlichen Wettbewerb „Treppen des Jahres“ 2017 gewann die Stahltreppe in der Kategorie „Architektur“.

Baustelle Paneum
Mit dem Baukran wurden die 14 Elemente, jedes rund 4,5 Tonnen schwer, ins Gebäude gehoben und anschließend zusammengesetzt. | Fotos: MetallArt