Kompakte hocheffiziente Tauchmotorpumpen für größtes Wasserbauprojekt

BONN, 09.04.2018 – Im Rahmen des Umbaus der Emscher entsteht in Gelsenkirchen am Hüller Bach eine mehrstöckige unterirdische Anlage mit drei Pumpwerken. Dafür werden 19 hocheffiziente Tauchmotorpumpen von Sulzer benötigt, die sowohl überflutungssicher als auch platzsparend zu installieren sind.

Alle 19 gelieferten Sulzer Pumpen gehören zu den Baureihen XFP und AFLX.
Alle 19 gelieferten Sulzer Pumpen gehören zu den Baureihen XFP und AFLX. Im Vordergrund steht eine der fünf großen AFLX-Pumpen mit einem Gewicht von ca. 4,9 to. Diese Baureihe ist speziell für die Installation in Druckrohren oder Betonsteigeschächten konzipiert und mit hocheffizienten, drei- bis fünfflügeligen, halbaxialen Laufrädern mit geringer NPSH ausgestattet. Ihr maximaler Wirkungsgrad liegt bei ca. 81 %. | Foto: Sulzer Ltd.
In dem europaweit einzigartigen Bauwerk mit Tauchmotorpumpen stehen die unterirdischen Bauteile und damit auch die Pumpen teilweise dauerhaft unter Wasser und sind nur noch schwer zugänglich. Die Emschergenossenschaft als Bauherrin stellte daher hohe Anforderungen an die Pumpen, welche die 19 Sulzer-Tauchmotorpumpen am besten erfüllen. Die maximalen Motorantriebsleistungen betragen bis zu 400 kW. Die Förderhöhen liegen zwischen 7 und 23 m, der maximale Förderstrom erreicht knapp 2.000 l/s. Zehn Pumpen sind als Rohrgehäusepumpen in Nassaufstellung ausgeführt. Rafael Lellesch, Leiter kommunales und industrielles Abwasser bei Sulzer, sagt: „Aufgrund unserer großen Produktpalette und der breiten Leistungsbereiche der Aggregate konnten wir der Emschergenossenschaft alle Pumpen mit der jeweils optimalen Auslegung aus einer Hand anbieten.“ Im Gegensatz zu trocken aufgestellten Pumpen ist kein begehbarer Maschinenraum nötig. Dadurch amortisieren sich eventuelle Mehrkosten der Tauchmotorpumpen bereits ab der ersten Betriebsstunde.

Sicherheits- und Kontrollfunktionen

Da extrem große Regenwassermengen nur sehr selten auftreten, werden für die größten Pumpen nur ca. 100 und für die kleineren Pumpen etwa 500 jährliche Betriebsstunden erwartet. Das ist auch ein Grund, warum bei den Spitzenlastpumpen auf die Rückschlagklappen verzichtet wurde. Schalten die Pumpen ab, reinigt das zurücklaufende Wasser die Pumpe und den Pumpensumpf. Eine Rücklaufsperre schützt die Pumpen vor unkontrollierten Betriebszuständen. Der Kugeldurchgang von mehr als 165 x 100 mm stellt sicher, dass die Pumpen das abgeleitete Schmutzwasser auch mit Faser- und Feststoffanteilen sicher fördern. Alle Pumpen sind mit Überwachungs- und Auswertungseinrichtungen ausgestattet. Erfasst werden unter anderem die Vibration sowie die Temperatur in den oberen und unteren Lagern und der Motorwicklung. Darüber hinaus findet eine mehrfache Leckagekontrolle im Motoranschluss- und im Motorraum statt.
Zur Zeit werden die Pumpen noch eingebaut. Die Anlage soll im Frühsommer 2018 ihren Betrieb aufnehmen.