Innovationstag: Energie sparen mit Bauteilen aus Stroh und Textil

BERLIN, 12.04.2018 – Textilien für die Fassadengestaltung, Bausteine aus Stroh oder Infrarotkameras zur Ursachenermittlung von Feuchteschäden an Gebäuden: Auf dem Innovationstag Mittelstand in Berlin wird die Baubranche erneut gut vertreten sein. Die Hightech-Show des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie jährt sich am 7. Juni zum 25. Mal.

Fassadenelement aus Gewebestrukturen
Fassadenelement aus optimierten Gewebestrukturen | Foto: DITF

Die Mehrheit der Entwicklungen, die auf dem Innovationstag präsentiert werden, verdanken ihre Existenz einer Förderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi. Das Programm gibt es seit mittlerweile zehn Jahren. Für über 800 Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Baubereich wurden den mittelständischen Unternehmen seit 2008 insgesamt mehr als 100 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. Allein 2017 wurden mit über 12 Millionen Euro gut 80 neue Projekte initiiert. Von den Mitteln profitieren Projekte aus allen Technologiegebieten, besonders aber aus Zukunftsfeldern wie Leichtbau, Green Economy, Industrie 4.0 und weitere Digitalisierungstechnologien.

Bautextilien dämmen Fassaden

Das sich Textilien auch am Bau einsetzen lassen, zeigt ein von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) innerhalb eines ZIM-Kooperationsprojektes mit der Ettlin Spinnerei und Weberei Produktions GmbH & Co. KG aus Ettligen entwickeltes Baukastensystem für Fassaden. Laut DITF-Teamleiter Bastian Baesch geht es bei dem Projekt vorrangig um energie- und strahlungstechnisch wirksame Gewebestrukturen für das Sonnenlicht- und Wärmemanagement. Damit lassen sich je nach Jahreszeit und Himmelsrichtung bei minimalem Materialeinsatz Wärme- bzw. Lichtenergie in den Gebäuden einsparen.

Holzständerwerk mit Strohballenausfachung
Holzständerwerk mit Strohausfachung: Diese Strohballen sind eine Vorstufe der geplanten Strohsteine. | Foto: Bernd Hilbert

Bauen mit Strohballen

Vom Technologie- und Gründerzentrum Jerichower Land aus Sachsen-Anhalt kommt ein innerhalb eines ZIM-Netzwerkes entwickeltes neues Produkt, bei dem aus Strohballen Bausteine für die Sanierung und den Hausbau hergestellt werden sollen.
Und ein neuartiges Messsystem zur exakten Ursachenermittlung von Feuchteschäden an Gebäuden stellen das Institut für Prozessmesstechnik und Innovative Energiesysteme der Hochschule Mannheim und das IGB Ingenieurbüro Katzschmann in Berlin vor. Für dieses Messsystem, bei dem modernste Nah- und Mittelinfrarot-Kameratechnik eingesetzt werden, habe sich die ZIM-Förderung durch das BMWi in Höhe von rund 350.000 Euro „außerordentlich bezahlt gemacht“, sagt Institutsleiter Prof. Dr. Matthias Rädle.

Infrarotkameras ermitteln Feuchteschäden an einem Treppenaufgang
Infrarotkameras ermitteln Feuchteschäden an Gebäuden. | Foto: Felix Kübel-Heising

Plattform für Information und Dialog

Der Innovationstag bietet zudem eine Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern, Journalisten und interessierter Öffentlichkeit. Auch in diesem Jahr wird wieder mit rund 1.800 Besuchern gerechnet. Neben thematisch vielfältigen, oft erstaunlichen Exponaten erwartet sie ein interessantes Vortragsprogramm zu aktuellen Fragen der Innovations-Entwicklung.
Der Innovationstag findet am 7. Juni auf dem Gelände der AiF Projekt GmbH, Tschaikowskistraße 49, in Berlin-Pankow statt. Weitere Informationen unter www.zim-bmwi.de