buildingSmart: Bau muss Digitalisierung jetzt anpacken

BERLIN, 25.04.2018 – Es ist die größte Fachtagung zur Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft in Deutschland: Der buildingSmart-Anwendertag am 18. April in der Nürnberger Meistersingerhalle gewährte den über 550 Teilnehmern praxisgerechte Einblicke in verschiedene BIM-Anwendungen. Keynote-Speaker Christoph Gröner drängte darauf, die technologischen Chancen jetzt zu ergreifen.

Christoph Gröner
Hielt eine packende Rede zu den Chancen von BIM und der Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft: Christoph Gröner, CEO der CG Gruppe AG. | Fotos: eventfotograf.in/buildingSMART

Gröner, dessen CG Gruppe AG im Jahr weit über 1.000 Wohnungen in Deutschland baut, ermutigte die Teilnehmer, die enormen Chancen digitaler Techniken und Methoden für die Bauwirtschaft zu nutzen: „Wenn wir es nicht tun, und zwar jetzt, tun es andere.” Er warnte die Bau- und Immobilienbranche davor, sich in Sicherheit zu wähnen und zu glauben, Bauwerke würden nicht per Schiff nach Deutschland und Europa kommen. „Die Schiffe sind schon unterwegs“, so Gröner und verwies auf neue Strategien, wie zum Beispiel die Verfertigung von Bauteilen und Baumodulen, oder auch die Übernahme heimischer Unternehmen durch ausländische Investoren. Optimistisch könne die Bauwirtschaft dann sein, wenn sie bereit sei, die technologischen Chancen und die Digitalisierung konsequent und angstfrei zu nutzen. Und: „Es geht auch darum, wieder Begeisterung bei den jungen Menschen für unsere Branche zu wecken.“

Weiterbildungszertifikat „BIM Basis“ vorm Roll-out

Die Veranstaltung mit rund 50 Referenten bot 36 Vorträge zu fast allen Bereichen der Wertschöpfungskette Bau, unter anderem von Prof. Rasso Steinmann, der Vorstandsvorsitzende von buildingSmart-Deutschland. In Kürze soll das buildingSmart-Weiterbildungszertifikat „BIM Basis” starten, kündigte er an. Fort- und Weiterbildungsinstitutionen können sich somit in Kürze listen lassen, und noch in diesem Sommer sind erste Kurse und Absolventen zu erwarten.
Steinmann erläuterte zudem die Möglichkeiten des herstellerneutralen und offenen buildingSmart-Datenformats IFC sowie weiterer buildingSmart-Standards, die zum Gelingen der Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft beitragen sollen. Die Erwartungen des Marktes an buildingSmart seien stark gewachsen und die Aufgaben, die es zu meistern gelte, seien vielfältig und umfangreich, so Steinmann. Diese gelte es nun anzupacken.

Plenum beim buildingSmart-Anwendertag
buildingSmart-Vorstandsvorsitzender Rasso Steinmann kündigte den Roll-out des Weiterbildungszertifikats „BIM Basis“ an. Zudem wurde die Bildung neuer Fachgruppen für Brandschutz, Nachhaltigkeit und Verkehrswegebau initiiert.

Mehr Aufgaben für buildingSmart

Am Vortag der Veranstaltung hatten sich bereits mit über 180 Teilnehmern die verschiedenen buildingSmart-Arbeits- und Fachgruppen getroffen. Zu den Themen Brandschutz, Nachhaltigkeit und Verkehrswegebau wurden Round-Tables gebildet, die als Vorstufe zur Bildung neuer Fachgruppen gelten. Damit dürfte die Arbeitsebene von buildingSmart Deutschland schon bald deutlich erweitert werden.