Tiefste Bohrung zur Energienutzung: Weltrekord durch deutsches Unternehmen

HESSISCH LICHTENAU/BERLIN, 07.05.2018 – Mit einer Bohrtiefe von 6.400 m konnte das deutsche Bohrunternehmen H. Anger’s Söhne bei einem finnischen Geothermie-Projekt die weltweit tiefste Bohrung zur Energieversorgung realisieren. Beim Bohren im Festgestein bewältigte das Unternehmen gleich mehrere technische Herausforderungen.

Mit der in Finnland eingesetzten Bohranlage kam das deutsche Bohrunternehmen H. Anger's Söhne Bohr- und Brunnenbauges. mbH stolze 6.400 m tief
Mit der in Finnland eingesetzten Bohranlage kam das deutsche Bohrunternehmen H. Anger's Söhne Bohr- und Brunnenbauges. mbH stolze 6.400 m tief – Weltrekord! | Foto: H. Anger’s Söhne

Die Endteufe der ersten geothermischen Bohrung im finnischen Espoo-Otaniemi ist erreicht. Am 22. April 2018 gab der CEO des Auftraggebers St1, Mika Wiljanen, den Erfolg über sein Profil des Netzwerks Linkedin bekannt und gratulierte dem Bohrteam. Erstmals wurde für ein kommerzielles Projekt 6.400 m tief gebohrt. Weltweit gibt es nur drei tiefere Bohrungen. Alle wurden zu Forschungszwecken ausgeführt, eine davon im bayerischen Windischeschenbach.

Mit innovativer Technik durchs Festgestein

Der Bundesverband Geothermie sieht die Leistung des hessischen Unternehmens als einen Beweis für die hohe Kompetenz der deutschen Bohrbranche. „H. Anger’s Söhne hat in dem Projekt in Espoo in vielerlei Hinsicht Neuland beschritten. Es freut mich, dass sie es geschafft haben mit innovativer Technologie diese Bohrtiefe zu erreichen“, sagt Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie. „Von den Erkenntnissen können wir auch in Deutschland sehr profitieren, wenn es darum geht, mit Tiefen von mehr als 5.000 m noch höhere Temperaturen nutzen zu können.“
Bisher wurde kein ähnliches Projekt auf so hartem Boden, wie dem finnischen Granit und auf diese Tiefe umgesetzt. Mit einer speziellen Bohrausrüstung konnte das deutsche Bohrunternehmen H. Anger’s Söhne in das Festgestein vordringen. Neben vielen weiteren Ländern kann das Unternehmen nun auch eine erfolgreiche Tiefbohrung in Finnland vorweisen und trägt zum geothermischen Ausbau des Landes bei.

Meilenstein im Klimaschutz

Ziel des Pilotprojektes ist es, mit 40 MW Leistung etwa 10 % der nachgefragten Fernwärme in Espoo mit seinen rund 275.000 Einwohnern zu erzeugen. Ein wichtiger Meilenstein, um wie geplant bis 2030 auf CO2-neutrale Fernwärme umzustellen. „Projekte wie diese sind der richtige Weg die Klimaschutzziele zu erreichen und Städte mit CO2-neutraler Wärme zu versorgen. Nur mit Geothermie ist die Wärmewende in Deutschland und auch international zu erreichen“, betont Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie e.V. bi