Brigade Elektronik stellt Backeye 360 auf der IFAT vor.

NEUMÜNSTER, 12.05.2018 – Vor allem bei dem Einsatz großer Fahrzeuge ist eine gute Rundumsicht ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Brigade Elektroniks zeigt auf der IFAT das neue Kamera-Monitor-System Backeye 360, welches dem Fahrer einen optimalen Überblick verschaffen soll.

Das Backeye-System von Brigade besteht aus vier Ultraweitwinkelkameras mit einem Blickwinkel von etwa 187°, die jeweils eine gesamte Fahrzeugseite inklusive aller toten Winkel erfassen. | Abb.: Brigade Elektronik
Das Backeye-System von Brigade besteht aus vier Ultraweitwinkelkameras mit einem Blickwinkel von etwa 187°, die jeweils eine gesamte Fahrzeugseite inklusive aller toten Winkel erfassen. | Abb.: Brigade Elektronik

Die individuell kalibrierbare Lösung Backeye 360 ist bspw. in der Lage, eine simulierte Vogelperspektive auf das Fahrzeug zu erstellen und dem Fahrer mit einem einzigen Bild in Echtzeit eine Rundumsicht zu vermitteln. Eine solche Ansicht kennt man bereits aus dem PKW-Bereich, zum Beispiel von dem Citroen Jumpy. Voraussetzung dafür sind vier Ultraweitwinkelkameras, die die Umgebung einschließlich aller toten Winkel erfassen und deren Digitalbilder anschließend per Video-Stitching kombiniert werden. In der überarbeiteten Version BN360-200, die auf der Ifat präsentiert wird, bietet das System neue Konfigurationsmöglichkeiten; darunter bis zu 19 unterschiedliche Ansichten. Sie können anwendungsspezifisch ausgewählt und an die Anforderungen des Fahrers angepasst werden.

Ultraweitwinkelkameras gegen tote Winkel

„Wie die Vorgängerversion besteht auch Backeye BN360-200 aus insgesamt vier Ultraweitwinkelkameras mit einem Blickwinkel von etwa 187°, die jeweils eine gesamte Fahrzeugseite inklusive aller toten Winkel erfassen“, so H.-Martin Lagrange, Marketingleiter bei der Brigade Elektronik GmbH in Neumünster. „Zu diesem Zweck werden die kalibrierten Kameras vorne, seitlich und hinten an der Oberseite des Fahrzeugs bzw. der Baumaschine montiert.“ Deren Live-Bilder werden gleichzeitig an eine elektronische Steuereinheit (ECU) gesendet, die sie sofort verarbeitet und per Video-Stitching miteinander kombiniert. Außerdem entfernt sie die Verzerrung durch die Fischaugenobjektive der Kameras, so dass auf dem Monitor ein klares und gleichmäßiges Echtzeit-Bild aus der Vogelperspektive erscheint. Dadurch kann der Fahrer mit einem Blick auf den Monitor das komplette Umfeld mit allen potenziellen Gefahrenbereichen überblicken.

Individuelle Kombination der Kamerabilder

Die Kombination und Verschmelzung der Kamerabilder lässt sich dabei speziell an die Anforderungen des Fahrers anpassen. „Durch Verschmelzung können eventuelle Überlappungen zwischen zwei Kamerabildern ausgeglichen werden. Die Breite des Verschmelzungsbereichs lässt sich von Null – also einer Bildverschmelzung mit harten Rändern – bis hin zum gesamten Überlappungsbereich programmieren“, so Lagrange. Ebenso kann die Linie des Verschmelzungsbereichs an jeder beliebigen Stelle des Überlappungsbereichs platziert werden, um die Sicht für den Fahrer möglichst wenig zu beeinträchtigen.

Neunzehn verschiedene Ansichten möglich

Das System kann entweder im Quer- oder im Hochformat installiert werden. Im Querformat ließ auch die bisherige Backeye-Version bereits Split-Screen-Ansichten zu: Auf der linken Seite des Monitors konnten dabei zusätzlich die Bilder der vier Kameras in Einzelansicht angezeigt werden, so dass parallel zum 360°-Bild der Blick in die Flucht möglich war. Bei BN360-200 ist dies auch im Hochformat möglich. Zudem wurde das System um eine Vielzahl von Bild-Kombinations- bzw. Konfigurationsmöglichkeiten erweitert, was eine Abstimmung auf die jeweilige Anwendung erlaubt. So können sich z.B. die Ansprüche von Radlader-Fahrern in Abhängigkeit von ihren jeweiligen Aufgaben unterscheiden: „Es macht einen Unterschied, ob der Fahrzeugführer auf einem Schrottplatz tätig ist und somit nur Kollegen in seinem Umfeld hat, oder auf einem Häckselplatz, auf dem auch Privatleute mit dem eigenen Fahrzeug etwas anliefern“, so Lagrange. Mit vier verschiedenen Ansichts-Konfigurationen (Querformat 1, 2 und 3 sowie Hochformat 1), die von den insgesamt 19 Ansichten jeweils max. 10 umfassen, kann auf diese Bedürfnisse und auf anwendungsspezifische tote Winkel nun genauer eingegangen werden.

Verschiedene Trigger programmierbar

Es können unterschiedliche Auslöser festgelegt werden, so dass z.B. in Querformat 1 mit Split-Screen beim Einlegen des Rückwärtsganges das Bild der Einzelansicht von der Front- auf die Heckkamera springt. Analog lässt sich beim Blinken das Bild der entsprechenden Seitenkamera anzeigen. Auch eine bestimmte Geschwindigkeit kann als Trigger gewählt werden. Über eine sogenannte Keybox, die optional im Führerhaus verbaut wird, kann der Fahrer zudem durch Tastendruck zwischen 2 x 4 verschiedenen Ansichten hin- und herschalten. Darüber hinaus gibt es in der Konfiguration Querformat 2 die Möglichkeit, in der Draufsicht mehr vom Seitenbereich neben dem Fahrzeug anzuzeigen. Alle Konfigurationen einschließlich der gewünschten Ansichten und Trigger werden bei der Kalibrierung von BN360-200 festgelegt. Diese wird – wie die Installation – vor Ort von einem Brigade-Techniker durchgeführt, der auch bei der Auswahl der Einstellungen berät. Das neue System ist laut Hersteller innerhalb von einem Tag vollständig betriebsbereit.