Prognose angehoben: Bauindustrie erwartet 6 Prozent Umsatzplus

BERLIN, 17.05.2018 – Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat seine Prognose für das Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von nominal 4 auf 6 % angehoben. Das teilte HDB-Präsident Peter Hübner gestern in Berlin mit. Wegen steigender Preise wird mit einem realen Wachstum von 2 Prozent gerechnet.

Umsatz im Bauhauptgewerbe, nominal, in % zum Vohrjahr
Wachstum in allen Sparten: Der Umsatz im Bauhauptgewerbe (nominal, in % zum Vorjahr) soll in diesem Jahr stärker steigen, als noch im Januar prognostiziert. | Grafik: HDB

Für 2019 geht der Hauptverband von einem nominalen Umsatzplus in gleicher Höhe aus. Treiber der Baukonjunktur bleibt auch in diesem Jahr der Wohnungsneubau: Hübner rechnet hier mit einem weiteren Anstieg der Fertigstellungszahlen auf 330.000 bis 340.000 Einheiten. Damit bleibe der Wohnungsneubau aber weiterhin hinter dem von der Regierungskoalition angepeilten Ziel von 375.000 Wohnungsfertigstellungen pro Jahr zurück. Fertigstellungszahlen in dieser Größenordnung ließen sich jedoch nicht von heute auf morgen realisieren, so Hübner. Die Bauwirtschaft brauche Zeit, ihre Kapazitäten an die strake Nachfrage anzupassen. Für den gesamten Wohnungsbau einschließlich der Modernisierung erwartet der Verband ein Umsatzplus von nominal 7 %.

Industrie investiert wieder in Deutschland


Der Wirtschaftsbau hat 2017 den Anschluss an den allgemeinen Bauaufschwung geschafft: „Der Investitionsstandort Deutschland – noch vor einigen Jahren als unattraktiv abgeschrieben – erlebt derzeit eine Renaissance“, so Hübner. Vor allem die Industrie investiere wieder, Büroarbeitsplätze seine stark nachgefragt und die Deutsche Bahn AG treibe den Netzausbau und die Modernisierung ihrer Bahnhöfe voran. Auch die vorsichtige Belebung beim Breitbandausbau sei ein Wachstumsfaktor. Der Verband rechnet vor diesem Hintergrund für 2018 mit einem Umsatzplus von 5 %.

Bund gibt mehr Geld aus für Verkehrsbauten


Im öffentlichen Bau profitiert die Bauwirtschaft derzeit von der Investitionswende des Bundes im Verkehrswegebau. Von 2014 bis 2017 seien die Verkehrsinvestitionen des Bundes von 10,3 auf gut 13,4 Milliarden Euro gestiegen. Für das laufende Jahr sei ein weiterer Anstieg der Investitionsmittel auf 14,2 Milliarden Euro vorgesehen, so der HDB-Präsident. Finanzmittel stünden auf der Ebene des Bundes ausreichend zur Verfügung; es komme jetzt darauf an, diese Mittel auch in Projekte umzusetzen. In diesem Zusammenhang fordert Hübner von der Bundesregierung ein Planungsbeschleunigungsgesetz, um das Planungs- und Baugenehmigungsrecht von unnötigem Ballast zu befreien. Hübner: „Es kann nicht sein, dass wir für den Ersatzneubau einer Brücke ähnlich viel Zeit veranschlagen müssen, wie für einen Neubau auf der grünen Wiese“.

Zu wenig kommunale Investitionen


Dagegen stecken viele Kommunen noch immer im Investitionsstau: Zwar hätten die Städte und Gemeinden in den vergangenen Jahren ihre Ausgaben für Baumaßnahmen erhöht, dieser Zuwachs reiche jedoch nicht aus, um den anhaltenden Werteverzehr des öffentlichen Kapitalstocks zu bremsen, so Hübner. Der Bund müsse deshalb einen Investitionsfonds zugunsten struktur- und steuerschwacher Kommunen einrichten, so sein Appell. Für den öffentlichen Bau wird insgesamt mit einem Umsatzplus von 6 % gerechnet.



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