B_I galabau Praxistest: Akkugeräte im Dauereinsatz

KASSEL, 22.05.2018 – Wie meistert das G-Force 120V Akku-Gartengeräte-Programm professionelle Anforderungen? B_I galabau hat sich im Herbst 2017 zusammen mit zwei Grünpflege-Experten drei 120 Volt-Geräte von Telsnig Forst- und Gartentechnik ausgeliehen und jedem Einzelgerät jeweils einen Arbeitstag für den Test gewidmet.

von Sonja Bauer

Brennesseln bis hin zu dünnen Ästchen entfernte Siegfried Albert sauber mit der XR120 Akku-Motorsense, die mit halbautomatischem Fadenkopf ausgerüstet ist.
Brennesseln bis hin zu dünnen Ästchen entfernte Siegfried Albert sauber mit der XR120 Akku-Motorsense, die mit halbautomatischem Fadenkopf ausgerüstet ist.

Kraftvoll wie Benzingeräte, dabei aber mit allen Vorteilen der Akku-Technologie ausgestattet, sollen sie sein, die 120V Akkugeräte von G-Force. Die Marke gehört zur Sumec Hardware & Tools Co. Ltd, einer Tochtergesellschaft der 1978 gegründeten Sumec Group. Sumec Hardware & Tools ist das größte Import-und Export-Unternehmen in China und spezialisiert auf die Konstruktion und Herstellung von Gartengeräten, Hochdruckreinigern und Elektrowerkzeugen. Die Produktreihen sind in mehr als 60 Ländern erhältlich. Telsnig Forst- & Gartentechnik hat den Vertrieb für Deutschland und Österreich für das Akku-Gartengeräte-Programm XR120 von G-Force übernommen. Zwei leistungsstarke Rasenmäher mit 6,1 Nm Drehmoment und 600 Wh Akkuleistung, mit oder ohne Varioradantrieb, sowie eine Motorsense und ein Blasgerät stehen zurzeit zur Verfügung. In diesem  Jahr sollen Heckenschere, Motorsäge und weitere Rasenmähermodelle dazukommen.

Rasenmäher, Sense und Laubbläser

Telsnig Gebietsverkaufsleiter Robert Raab, stellte der B_I galabau den Rasenmäher XR120 mit Varioradantrieb, die Akku-Sense und den Laubbläser für den Praxistest zur Verfügung.
Unterstützung beim Testen bekamen wir von zwei erfahrenen Grünflächenpflege-Profis, darunter ein Landmaschinentechniker. Wir wollten wissen, inwieweit sich das Geräteprogramm auch für harte Profi-Einsätze eignet.

Auch nasses Laub war für den Akku-Laubbläser XR120, hier mit Flachdüse, kein Problem.
Auch nasses Laub war für den Akku-Laubbläser XR120, hier mit Flachdüse, kein Problem.

Leistungsstark wie ein Benzinmäher

Der mit dem XR120 Programm kompatible Lithium-Ionen-Akku von Samsung überzeugt zunächst durch seine 120V Nennspannung und sein Gewicht von 2,1 kg. Zur Auswahl stehen ein 120V/2,0Ah Li-Ion Akku mit einer Leistung von 240 Wattstunden und ein 120V/2,5Ah Akku mit 300 Wattstunden. Wir testeten zwei 120V/2,5 Ah Akkus, die ebenso zum Lieferumfang des handgeführten Rasenmähers gehören, wie das Schnellladegerät. Es lädt den Akku innerhalb von 50 Minuten wieder auf und benötigt für den kompletten Ladevorgang nicht ganz 0,3 kWh, wie sich auch in unserem Test bestätigte. Wir stellten auch fest, dass die Leistungsausbeute bis zum Schluss konstant ist. Automatisch stellt sich das Gerät ab, bevor der Akku tiefentladen wird. Die auf Knopfdruck aktivierbare Ladestandsanzeige ermöglicht eine entsprechende Arbeitsplanung.
Ein ebenfalls interessantes Konzept für einen Akkumäher kommt von der Firma Stiga.

Mäher mit intelligenter Motorsteuerung

Der von uns getestete Rasenmäher XR 120 mit 53 cm Schnittbreite bei 41,2 kg Gewicht (inklusive 2 Akkus) besitzt eine intelligente Motorsteuerung, die je nach Grashöhe die Motordrehzahl automatisch anpasst. Wenn sich der Widerstand am Mähmesser durch höheren Grasbewuchs erhöht, hebt diese Motorsteuerung die Motordrehzahl und die Leistung an, um ein perfektes Schnittergebnis zu erzielen. Verringert sich der Widerstand am Mähmesser, senkt der Motor die Drehzahl automatisch ab. Das soll die Akku-Laufzeit erhöhen. Der Rasenmäher ist mit zwei 120V Akkus ausgerüstet, wobei im Betrieb nur bei einem Akku Energie entnommen wird. Erst wenn der erste Akku leer ist, erfolgt die Energieentnahme am zweiten. Der Bediener wird durch kurzes Abschalten darauf aufmerksam gemacht. Dann wird durch ein neues Einschalten der zweite Akku aktiviert. Nun kann der erste Akku mit dem Schnellladegerät bereits aufgeladen und mit dem zweiten Akku weiter gemäht werden. Allerdings musste in unserem Test der erste Akku im harten Rasenmähereinsatz nach ca. 30 Minuten nachgeladen werden. Deshalb war uns mit nur zwei Akkus und einem Ladegerät kein durchgängiges Arbeiten möglich. Für Profianweder, die durchgängig arbeiten möchten, empfiehlt sich daher ein zusätzlicher Akku mit Ladegerät.

Im Praxiseinsatz wurden Rasenmäher, Motorsense und Laubbläser aus dem G-Force 120 Volt
Im Praxiseinsatz wurden Rasenmäher, Motorsense und Laubbläser aus dem G-Force 120 Volt
Akku-Geräteprogramm getestet. | Foto: telsnig Forst- und Gartentechnik

Multi-Cut-Technologie

Alle Rasenmähermodelle sind bereits ab Werk mit der Multi-Cut-Technologie ausgestattet, die 5 Funktionen vereint: Rasen mähen und direkt auffangen, mulchen, zur Seite auswerfen, zum Heck auswerfen und Laub aufsammeln. Schnell und werkzeuglos werden Mulchkit und Seitenauswurf ins Gerät gesteckt. Der ergonomisch geformte und 3-fach höhenverstellbare Führungsholm ermöglicht präzises Lenken. Der Antriebshebel verfügt über eine Boost-Funktion zur Erhöhung der Messerdrehzahl, wobei sich die Tester Tobias und Siegfried Albert eine kürzere Anlaufzeit wünschen würden und einen robusteren Schalter, da dieser beim Test hakte. Fünf  Fahrgeschwindigkeiten von 3,5-5 km/h sind stufenlos verstellbar. Sehr vorteilhaft ist der Varioradantrieb, d.h. dass sich das Gerät auch mit ausgeschaltetem Mähwerk elektrisch von einem Einsatzplatz zum anderen fahren lässt.

Schnitthöhenverstellung ungünstig positioniert

Es sind insgesamt 7 Schnitthöhen von 30-80 mm manuell wählbar, der Abstand zwischen Stufe 1 und 2 ist allerdings durch den Mechanismus doppelt groß. Für den Geschmack der Praktiker ist der Griff für die Schnitthöhenverstellung etwas weit rechts außen angebracht, was bei randnahem Mähen an Mauern stören könnte. Der 70 l fassende Fangkorb ist gut auf das Gerät abgestimmt und lässt sich sauber einhängen. Mit 98 dB Lautstärke wegen der Sogwirkung im Mähwerk ist ein Mähen in lärmsensibler Umgebung möglich. Komposit-Leichtlaufräder mit speziellem Rasenprofil sorgen für Grip, aber hinterlassen keine unschönen Spuren im Rasen. Auch verfügt der Mäher über eine manuelle Feststellbremse. Praktisch: Für Lagerung und Transport lassen sich die G-Force Rasenmäher platzsparend vertikal aufstellen.

Sogar in feuchtem Gestrüpp ließ der Landmaschinentechniker Tobias Albert den Akkumäher
Sogar in feuchtem Gestrüpp ließ der
Landmaschinentechniker Tobias Albert
den Akkumäher arbeiten und dieser
bewältigte die Schwierigkeit.

Ergonomie der Akku-Sense hat nicht überzeugt

Die XR120 Akku-Sense wird von einem effizienten bürstenlosen Motor mit einem Wirkungsgrad von über 90% angetrieben und übertrifft damit sogar die Leistung vieler benzinbetriebener Motorsensen. Durch das enorme Drehmoment in Verbindung mit der 45 cm großen Schnittbreite ist zügiges Arbeiten möglich. Brennesseln bis hin zu dünnen Ästchen werden problemlos abrasiert. Der halbautomatische Fadenkopf sorgt für ein perfektes Schnittbild. Ein zusätzliches Schneidmesser steht allerdings nicht zur Verfügung. Im unserem Profi-Test negativ aufgefallen ist die Ergonomie, denn obwohl die Motorsense mit einem Schultergurt ausgestattet ist, trägt sie sich durch das Gesamtgewicht von 5,6 kg inklusive Akku, der sich in der Motoreinheit befindet, nicht bequem. Der schaumstoffummantelte Rundgriff aus schlagfestem Spezialkunststoff ist für unsere Anwender zu weit vom Griff mit dem Betriebsschalter entfernt angebracht, so dass sie beim Arbeiten eine leicht gebückte Haltung einnehmen mussten. Allerdings ist der Rundgriff mit dem im Lieferumfang enthaltenen Werkzeug individuell auf den Bediener einstellbar. Während der Arbeit mit der Motorsense hat ein Tester die Akku-Verriegelung versehentlich mit dem Ellbogen gelöst. Auch wenn das nur einmal vorgekommen ist, wäre eine Änderung der Verriegelungslösung unserer Meinung nach wünschenswert. Auf  Nachfrage teilte Firma telsnig mit, dass  schon in diesem Frühjahr  ein Rückenakku erhältlich sein wird  und  auch eine 120V  Akku-Sense mit Doppelhandgriffsystem für den Profieinsatz auf den Markt kommt . Praktisch ist bereits bei der jetzigen Sensenversion, dass sich ihr Schaft zum Transport werkzeuglos teilen lässt. Damit lässt sich das Gerät platzsparend lagern oder im Kofferraum verstauen.

Mit dem Akku-Rasenmäher XR120 von G-Force konnten die Tester am Stück in ca. 45 Minuten 441 m2 Rasen mähen inklusive Laubaufnahme. | Fotos: Bauer
Mit dem Akku-Rasenmäher XR120 von
G-Force konnten die Tester am Stück in
ca. 45 Minuten 441 m2 Rasen mähen
inklusive Laubaufnahme. | Fotos: Bauer

Laubbläser erfüllt unsere Erwartungen

Inklusive Schultergurt, Rund- und Flachdüse wird der XR120 Laubbläser angeboten. Er verfügt über 3 Luftgeschwindigkeitsstufen mit einem Luftvolumen von laut Herstellerangaben maximal 900 m³/h und einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 220 km/h, so dass selbst große Laubmengen mühelos beseitigt werden können. Das Turbinenrad aus langlebigem Druckguss produziert auch bei größtmöglichem Luftdurchsatz nur niedrige Vibrationen und Geräusche. 3 Geschwindigkeitsstufen können elektronisch vorgewählt werden und der Einschalthebel ist feststellbar. Das erleichtert die Handhabung enorm. Mit dem 120V Akku kann je nach Geschwindigkeitsstufe zwischen 25 und 145 Minuten gearbeitet werden. Der Laubbläser ist gut ausbalanciert und wird mit Schultergurt getragen. Wir würden auch für dieses Gerät den rückentragbaren Akkupack empfehlen.

Testfazit zu den Akkugeräten

Feedback der Tester: "Der Rasenmäher ist rundum ein gelungenes Gerät, da aber durch das
Zusammenspiel der Mäh- und Ladedauer kein durchgehendes Mähen möglich ist, eignet er sich für den anwendungsbezogenen Profieinsatz. Auch der Laubbläser hat durch seine Leistung unsere Erwartungen erfüllt. Die getestete Motorsense ist für den Privatgebrauch zu empfehlen."
Bereits vor einiger Zeit haben wir über die Erfahrungen eines GaLaBau-Betriebes bei der täglichen Arbeit mit Akku-Geräten berichtet.
bi