Düsseldorfer Rheinturm: Hausanschluss in ungewohnten Höhen

BREIDENSTEIN, 01.06.2018 – In schwindelerregender Höhe von fast 200 Metern mussten die Monteure der Firma Rohrreinigung Klaus Jeroschewski die Dachentwässerung des Düsseldorfer Rheinturms instand setzen. Diese gleichermaßen ungewohnte wie spannende Herausforderung wurde mit dem PL-Inliner-System von Bodenbender gelöst.

Der 240,5 m hohe Rheinturm in Düsseldorf
Der 240,5 m hohe Rheinturm in Düsseldorf
Der Rheinturm ist ein markantes Wahrzeichen der Düsseldorfer Rheinkulisse. Mit 240,5 Metern ist er das höchste Bauwerk der Stadt. Aktuell wird der gesamte Besucherbereich des Turms renoviert. In dem 360°-Drehrestaurant sollen die Besucher nach Abschluss aller Arbeiten wieder bei Kaffee und Kuchen das umliegende Rheinland bestaunen können. Die Sanierung der kompletten Dachentwässerung bildet dabei einen wesentlichen Teil der Renovierungsarbeiten.

Widrige Wetterbedingungen

Kalt war es an diesem winterlichen Januartag sowieso; für die Sanierer der Rohrreinigung Klaus Jeroschewski GmbH (Mettmann) wurde es aber auf der in knapp 200 m Höhe liegenden Aussichtsplattform des Rheinturms um einiges ungemütlicher. „Der Wind bläst hier oben schon extrem, kein Vergleich zu unten!“, so die Aussage eines Monteurs. „Gestern hat uns der Hausmeister bei Windstärke 6 vom Turm gejagt“, ergänzt ein anderer. Keine Frage, im Sommer wäre dieses Projekt ein Traum gewesen. Die widrigen Wetterbedingungen blieben aber nicht die einzigen der vielen eher ungewöhnlichen Arbeitsbedingungen auf dem Rheinturm in Düsseldorf, der wahrscheinlich höchsten Inliner-Baustelle Deutschlands.

Einbau eines 5 m langen DN 70 Inliner im mittleren Ring vom Dach aus

Erfahrung in der Gebäudeentwässerung

Die Dachentwässerung über dem Restaurant des von 1979 bis 1982 erbauten Rheinturms besteht aus insgesamt 24 Haltungen DN 70 mit Längen zwischen 4 und 12 m. Sie sind rundherum in jeweils drei Ringen zu acht Haltungen angelegt. Die Bodenabläufe der längsten Haltungen liegen ganz außen auf dem Dach, nur 30 cm vom Abgrund entfernt.
Dirk Jeroschewski, Geschäftsführer der Rohrreinigung Klaus Jeroschewski GmbH, war bislang der Einzige, der sich und seinen Fachkräften diese Aufgabe zutraute. Die Spezialisten in Sachen Grundstücksentwässerung sanieren häufig Dachentwässerungen und wissen genau, was auf sie zukommt – auch in kleinen Nennweitenbereichen. Als einer der ersten Anwender des PL-Inliner-Systems aus dem Hause Bodenbender kann die Firma Rohrreinigung Klaus Jeroschewski auf fast 20 Jahre Erfahrung in der Sanierung zurückgreifen.
Lesen Sie auch unseren Bericht zu einem weiteren interessanten Dachentwässerungsprojekt, dem Testturm Rottweil.

Mit Combi-Tec EP 30 impregnierter Flex 3D DN 70 | Fotos: Bodenbender
Mit Combi-Tec EP 30 impregnierter Flex
3D DN 70 | Fotos: Bodenbender

Sanierung gegen die Fließrichtung

Die Bodenabläufe der äußeren acht Haltungen konnten aufgrund der Gefahr von selbst kleinen herunterstürzenden Steinen beim Aufstemmen und dem Absturzrisiko für die Monteure nicht vom Dach aus saniert werden. Die Herausforderung an dieser Stelle war die Sanierung aus dem Restaurant nach oben zum Dach hin und somit gegen die Fließrichtung. Dazu mussten die einzelnen Haltungen von der Schleppleitung, auf die sie zulaufen, und die ringförmig unter der Decke des Restaurants angelegt ist, getrennt werden und der Inliner von einem Gerüst unter der Decke aus inversiert werden. Bei diesem Aufbau wurde auch die logistische Anforderung an den Einbau eines kurzen Inliners zum echten Denksport. Alle Gerätschaften mussten so konzipiert sein, dass sie erstens mit einem kleinen Lieferantenaufzug nach oben transportiert werden können, und zum zweiten von einem Gerüst aus einsetzbar sind.

Kompaktes Equipment

Nicht zuletzt um solche speziellen Projekte umsetzen zu können, setzt die Rohrreinigung Klaus Jeroschewski GmbH auf die Technik ihres Partners Bodenbender. Für den Rheinturm kamen ein Sanierungsharz mit einer schnellen Verarbeitungszeit für kurze Haltungen und mit kurzen Entformungszeiten, Dampftechnik mit 220 Volt Anschluss für eine kontrollierte Aushärtung sowie kleine, leichte Inversionstrommeln zum Einsatz – alles speziell ausgelegt für Sanierungen innerhalb von Gebäuden. Hierbei überzeugte vor allem die Qualität des Combi-Tec EP-Harzes von Bodenbender, welches sowohl warm als zur Not auch kalt aushärtet.
Der Einbau der acht Haltungen des äußeren Ringes erfolgte mit „offenem Ende“ und der Anschluss an den Bodenablauf auf dem Dach wurde zuerst mit einem Point-Liner DN 70 saniert. So wurde sichergestellt, dass die Einläufe, die nicht aufgestemmt werden konnten, fachgerecht an die Sanierung angeschlossen sind. Die anderen 16 Haltungen der beiden inneren Entwässerungsringe werden vom Dach aus eingebaut.