Metroausbau im Großraum von Paris: Beteiligung ausländischer Firmen erwünscht

PARIS, 13.06.2018 - Für das Großprojekt "Grand Paris Express" zum Metroausbau im Großraum von Paris beginnt die zweite Welle an Ausschreibungen. Die Beteiligung ausländischer Firmen ist erwünscht, um günstigere Angebotspreise zu erzielen.

Im Rahmen des Großprojekts "Grand Paris Express" zum Metroausbau im Großraum von Paris soll jetzt die zweite Welle an Ausschreibungen beginnen.

Bis 2030 sollen rund 200 Kilometer neue Metrostrecken mit 68 Stationen gebaut werden. Die Erweiterung der Linie 14 schafft den Anschluss zur Stadt und zum Flughafen Orly, die neue Linie 17 zum Flughafen Charles-de-Gaulle. Drei neue Linien bilden einen neuen Metroring (Linie 15) um Paris mit weiteren Halbkreisen in südwestlicher (Linie 18) und nordöstlicher Richtung (Linie 16). Das Vorhaben schließt zwei Forschungscluster in Saclay an die Stadt an und schafft die Infrastruktur für den Transport der Athleten und Zuschauer während der Olympischen Spiele 2024. Um die neuen Metrostationen entstehen zudem neue und erweiterte Stadtviertel. Etwa 140 Quadratkilometer sollen bebaut werden.

Ausländische Bieter erwünscht

Die Projektgesellschaft wünscht sich eine stärkere Beteiligung ausländischer Firmen, um günstigere Angebotspreise zu erzielen. Das Engagement von deutschen Firmen ist bisher gering. Die zweite Ausschreibungsrunde bietet hier neue Chancen. Gleichwohl bestehen erhebliche Hindernisse für deutsche Unternehmen. Beispielsweise das bei der Ausschreibung zur Anwendung kommende Innovationsverfahren (Processus d'innovation). Unternehmen müssen detailliert ihre Kompetenzen darstellen, was sich oft als Manko bei den Angeboten herausstellt. Notwendig sei eine Zusammenarbeit mit lokalen Bauunternehmen und lokalen Ingenieurbüros.

Neuer Zeitplan

Die Arbeiten am Grand Paris Express haben vor einem Jahr begonnen. Sie umfassen bereits 33 Kilometer Strecke und 45 Baustellen. In einer zweiten Ausschreibungswelle sollen die ersten Aufrufe zu Interessensbekundungen noch im 2. Quartal 2018 veröffentlicht werden, weitere in Etappen bis zum 4. Quartal 2019. Dann folgen die anderen Linien.

Bis 2024 soll die Erweiterung der Linie 14 und Teile der Linie 17, die auch Sportstätten mit dem Olympia- und dem Mediendorf verbinden, im Einsatz sein. Gleiches gilt für die Südhälfte der Linie 15 und die Nordhälfte der Linie 16. Den Anschluss an den Flughafen Charles-de-Gaulle soll ein separates Projekt, der CDG Express, sicherstellen. Die restlichen Arbeiten folgen 2027, 2030 und später.

(Quelle: Handelskammer Hamburg sowie Germany Trade and Invest - Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH)