Baumaschinen: Prognose 2015 auf Plus 4% nach oben korrigiert

FRANKFURT, 17.07.2015 - Die deutschen Baumaschinenhersteller sind zur Mitte des Jahres optimistischer als zu Jahresbeginn. Der Umsatz der VDMA-Mitgliedsunternehmen liegt in den ersten fünf Monaten branchenweit zweistellig im Plus. Trotz eines Dämpfers im Mai korrigiert die Branche deshalb ihre Prognose für 2015 nach oben.

Aufträge und Umsätze Baumaschinen
Johann Sailer

Die Baumaschinenhersteller sind optimistischer geworden,
„auch wenn die Unsicherheit aktuell das größte Hindernis
für uns ist.“ Johann Sailer, Vorsitzender des VDMA-
Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen | Foto: VDMA


 

Ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro scheint machbar, teilte der VDMA mit. Die Baustoffanlagenhersteller sind dagegen skeptischer. Viele Unternehmen sind im Plan, Großaufträge aber rar und hart umkämpft. „Wir gehen deshalb hier für 2015 von einer schwarzen Null aus“, so Johann Sailer, Vorsitzender des VDMA-Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen. Das entspräche einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro. Somit käme die Gesamtbranche Bau- und Baustoffmaschinen 2015 auf einen Umsatz von rund 13 Milliarden Euro.

Baumaschinen: Europa und Nordamerika tragen

Der Baumaschinenabsatz in Europa und Nordamerika ist in den ersten fünf Monaten des Jahres deutlich gewachsen – und das, obwohl sich der russische Markt laut VDMA mit einem Minus von rund 70 Prozent im freien Fall befindet. Auch Frankreich, ehemals der zweitgrößte Baumaschinenmarkt Europas, liege mit einem Rückgang von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich stark im Minus. Die Treiber des Geschäfts seien Großbritannien, Skandinavien und Deutschland. Auch aus Polen erwarten sich die Hersteller in diesem Jahr neuen Schwung. Südeuropa holt langsam wieder auf. Dennoch habe Europa immer noch einen Genesungsprozess vor sich, „das ist für uns Baumaschinenhersteller ganz zentral“, betonte Sailer.Der nordamerikanische Baumaschinenmarkt laufe gut und habe heute schon das Niveau der Vorkrisenzeit von 2006 erreicht. Im nächsten Jahr erwartet die Branche dort deshalb eher eine flache Entwicklung. Gutes Wachstum kommt noch aus Saudi-Arabien und den Emiraten. China, Indien, Südostasien und vor allem Lateinamerika bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Erdbau: Nachfrage enttäuscht

Nach Produktgruppen sortiert gibt es deutliche Entwicklungsunterschiede. Während die Nachfrage nach Erdbaumaschinen etwas enttäuscht - vor allem Großmaschinen finden wegen der weltweiten Bergbau-Krise derzeit wenig Kunden - geht es in der Betontechnik weiter aufwärts. Auch bei Straßenbaumaschinen läuft es aktuell noch rund. Branchenweit liegt nach einem starken Jahresbeginn der Auftragseingang aktuell bei minus 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Umsätze sind aber deutlich im Plus.

Baustoffanlagen: Schwache Bilanz wegen Zementsparte

Bei den Baustoffanlagen trübt sich die Auftragslage nach einem kurzem Zwischenhoch derzeit wieder an. Vor allem geplatzte Aufträge aus dem für viele Betriebe sehr wichtigen russischen Markt bekommen die Unternehmen zu spüren, teils in einer Größenordnung von bis zu 80 Millionen Euro. Auch die Fusion der beiden Branchenführer in der Zementherstellung, Lafarge und Holcim, hat die Branche durcheinandergewirbelt und einen Investitionsstau hervorgerufen. Weltweit fehlen Großprojekte und identifizierbare Wachstumsmärkte.
Auch die Märkte in Südeuropa und Südamerika bereiten Schwierigkeiten. Impulse gibt es dagegen aus Skandinavien, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Südostasien. Am Ende des Jahres wird aber für die Baustoffanlagenhersteller nicht mehr als eine schwarze Null herausspringen.
 
2016 sehen die Firmen heute recht optimistisch entgegen. Vom 11. bis 17. April findet in München die bauma statt. Die Weltleitmesse der Branche gilt alle drei Jahre als Impulsgeber für neue Investitionen der Kunden weltweit. bi