Spezial-Mörtelsystem hilft bei anspruchsvoller mineralischer Sanierung im Kanal

SCHLIERSCHIED, 19.06.2018 – Das Mörtelsystem „Betofix R4 SR“ war Garant für den Erfolg einer anspruchsvollen Maßnahme im Herbst 2017, bei der die Swietelsky-Faber GmbH, NL Surheim, einen Abschnitt des Weberbichelgrabens der Gemeinde Marktschellenberg sanierte.

Von Hans Christian Lehner, Swietelsky-Faber

Vernadelung für Spritzbetonschale
Vernadelung für Spritzbetonschale

Zu sanieren war ein Regenwasserüberlauf eines Gebirgsbaches mit der Länge von 160 m. Dieser Regenwasserüberlauf bestand aus einem Kastenprofil der Abmessungen von 0,9 m bis 1,3 m Höhe und von 1,0 m bis 2,0 m in der Breite. Der alte Bachverlauf wurde seitlich mit Bruchsteinmauerwerk auf 45 m Länge in Ortbeton verbaut. Über die Seitenwände wurde eine Ortbetondecke betoniert.

Mörtel Betofix R4 SR

Die Planung der Sanierung übernahm das Ingenieurbüro Dippold und Gerold aus Prien. Bei der Sanierung lag der Aufgabenschwerpunkt in der statischen Ertüchtigung des Kanals, da der gesamte Abschnitt mit Häusern überbaut ist. Große Klüfte und Hohlräume bereiteten großes Kopfzerbrechen über die Standfähigkeit.
Um die Anforderungen nach ZTV-ING an das Mörtelsystem bzgl. der statischen Anforderungen mit hohen E-Modulen und der chemischen Widerstandsfähigkeit, aufgrund Frosttausalzmittel, zu erfüllen, kam der Mörtel „Betofix R4 SR“ der Firma Remmers zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen klassischen PCC II-Mörtel mit einer systemzugelassenen mineralischen Haftbrücke Betofix KHB. Damit die Firma Remmers die Bedingungen im Kanal erfüllen konnte, wurde das klassische Betofix R4-System mit der Expositionsklasse XA3 sowie Widerstandsfähigkeit gegen hohen Sulfatangriff und biogene Schwefelsäure (pH 3,35 - 14) erweitert. Entstanden ist daraus Betofix R4 SR. Dieses Mörtelsystem kann auch als Beschichtungsmörtel in Schachtbauwerken und bei Abwasser- und Trinkwasseranlagen verwendet werden.

Fertige Spritzbetonschale mit Gerinne-Estrich | Fotos: Swietelsky-Faber
Fertige Spritzbetonschale mit Gerinne-
Estrich | Fotos: Swietelsky-Faber

Höchstdruck-Wasserstrahl-Technik

Das Sanierungsvolumen von 250.000 Euro (netto) musste in einer Bauzeit von fünf Wochen realisiert werden. Hierzu wurde auf die Betonsanierungsmannschaften des Mutterkonzerns Swietelsky aus Salzburg und einer weiteren Tochtergesellschaft des Swietelsky-Konzerns, der HTB aus Kufstein, zurückgegriffen.
Um eine fachgerechte Untergrundvorbereitung zu erzielen, wurde das Höchstdruck-Wasserstrahl-Verfahren gewählt. Hier wurden mit einem Strahldruck von 1.000 bar bereits sehr gute Ergebnisse erzielt. Die danach gezogenen Haftzugwerte erfüllten die geforderten Eigenschaften gemäß ZTV-ING. Daher konnte auf eine Erhöhung der Drücke verzichtet werden.

Trockenspritzverfahren

Als Nächstes wurden 280 m2 Wandfläche der Flussbausteine neu verfugt, damit die Steine wieder hohlraumfrei satt aufeinander lagen. 40 Zuläufe mussten hierzu wieder fachgerecht eingebunden werden und der 45 m lange Ortbetonabschnitt sollte mit Spritzbeton ertüchtigt werden. Hierbei wurden Edelstahlverankerungen, bestehend aus 20 cm langen A4-Sechskantschrauben, über den gesamten Kanalquerschnitt in einem Raster von 20 x 20 cm 10 cm tief eingebohrt und mit dem Injektionsmörtel „Hit HY“ von Hilti verklebt. Um die Zugkräfte aufnehmen zu können, wurde Stabstahl Bst 500 S d=10 mm längs und quer auf die Ankerköpfe gebunden.
Anschließend wurde das gesamte System mit Spritzbeton mit einer Überdeckung von cnom= 5,5 cm im Trockenspritzverfahren zugespritzt. Hierbei wurde erst mit normalem Spritzbeton vorgespritzt und das Finish mit Betofix R4 SR, welcher auch als SPCC dienen kann, ausgeführt.

Gerinne für Spritzbetonschale

Um den Spitzenwetterabfluss von bis zu 400 l/s bei Starkregen geregelt ableiten zu können, musste ein neues Gerinne ausgebildet werden. Hier konnte auf die gesamte Länge ein Gefälle-Estrich ebenfalls mit Betofix R4 SR ausgebildet werden. Der Estrich musste hierbei auf den ersten 30 m des Abschnitts – aufgrund des geringen Gefälles – als Pendelrinne ausgebildet werden, um einen geregelten Wasserabfluss gewährleisten zu können.
Hervorzuheben ist, dass die gesamte Länge fugenlos ausgebildet wurde. Es konnten auch drei Monate nach der Abnahme nicht einmal Haarrisse festgestellt werden. Grund hierfür sind die guten mechanischen Eigenschaften des Sanierungssystems, das mit SIVV-Scheinen ausgebildete Sanierungsteam und die guten klimatischen Bedingungen im Herbst mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Um Schwindrisse zu verhindern, wurde vor allem auf die Mischung des Mörtels mit Collomix-Zwangsmischern und die exakte Zugabe der Wassermenge Wert gelegt. Die zu schnelle Austrocknung des Mörtels konnte mit dem Nachbehandlungsmittel „Betonhaut“ der Firma Remmers verhindert werden. Die Förderung des Mörtels wurde mit einer Estrichpumpe der Marke Brinkmann Estrichboy ausgeführt.

Sanierungsarbeiten rechtzeitig abgeschlossen

Die letzten 26 m bestanden aus einer Verrohrung DN 1000, welche direkt in die Berchtesgadener Ache mündete. Dieser Abschnitt konnte standardgemäß mit einem GFK-Inliner DN 1000 System Brandenburger saniert werden.
Das sehr positive Ergebnis zeigt vor allem die Leistungsfähigkeit der Swietelsky-Faber-NL Surheim in Verbindung mit dem Swietelsky-Konzernverbund. Vor allem durch die Manpower der Swietelsky Salzburg konnte hier der sehr straffe Terminplan geschafft werden.